Impairmenttest

Sowohl nach IFRS als auch nach US GAAP sind Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) sowie immaterielle Vermögensgegenstände (Intangibles, z.B. Marken, Lizenzen, Kundenstämme etc.) nicht linear, sondern lediglich bei vorliegenden Wertminderungen außerordentlich abzuschreiben. Das Vorliegen von Wertminderungen wird in Form von jährlichen Werthaltigkeitsuntersuchungen (Impairment Test) geprüft. Eine Berechnung ist ebenfalls durchzuführen, wenn erkennbare Anzeichen (triggering event) für eine Wertminderung vorliegen.

Der relevante IFRS Standard ist IAS 36, welcher die jeweilige Herangehensweise an die Werthaltigkeitsuntersuchungen von Intangibles und Geschäfts- oder Firmenwerten regelt. So wird für die immateriellen Vermögensgegenstände der erzielbare Betrag (Recoverable Amount), definiert als der höhere Wert aus dem Nettoveräußerungswert (fair value less cost to sell) und dem Nutzungswert (value in use), direkt für den einzelnen Vermögensgegenstand ermittelt. Liegt dieser erzielbare Betrag am Bilanzstichtag unter dem Buchwert des Vermögensgegenstandes, muss eine Abschreibung bis auf den erzielbaren Betrag erfolgen.

Bei der Werthaltigkeitsuntersuchung eines Geschäfts- oder Firmenwertes nach IFRS werden zunächst die erzielbaren Beträge aller in der Gesellschaft enthaltenen Gruppen von Vermögenswerten, die nur gemeinsam Zahlungsmittel generieren (Cash Generating Unit, CGU) ermittelt. Die erzielbaren Beträge der CGUs werden dann mit den dazugehörigen Buchwerten verglichen. Ein Wertminderungsbedarf auf CGU-Ebene besteht dann, wenn der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt. Diese Differenzen werden dann mit dem Goodwill verrechnet. Sollte der Gesamtabwertungsbedarf größer als der Goodwill sein, wird der Restbetrag proportional auf die Vermögensgegenstände der CGUs verteilt.

Bei einem Impairment Test von Vermögensgegenständen und Geschäfts- oder Firmenwerten nach den US GAAP-Regelungen der SFAS 142 und SFAS 144 wird zunächst ermittelt, ob eine Wertminderung vorliegt. Bei einem Impairment Test von Intangibles werden dafür die Buchwerte mit den nicht abgezinsten Einzahlungsüberschüssen verglichen. Sollte der Buchwert größer als der Vergleichswert sein, liegt ein Abschreibungsbedarf vor.

Bei dem zweistufigen Impairment Test eines Geschäfts- oder Firmenwertes nach US GAAP liegt ein Abschreibungsbedarf vor, wenn der Buchwert der reporting unit über ihrem beizulegenden Zeitwert liegt. In dem zweiten Schritt wird der implizite Goodwill (zum Zeitpunkt des Impairment Test) aus dem beizulegenden Zeitwert der reportig unit abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des neubewerteten Reinvermögens ermittelt. Die Höhe des Abschreibungsbedarfs ist dann die Differenz zwischen dem (höheren) buchmäßigen Goodwill und dem impliziten Goodwill.

BDO verfügt aufgrund ihrer internationalen Mandantschaft über umfassende Erfahrungen bei der Unterstützung und Durchführung von Impairment Tests nach IFRS und US GAAP.

 

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