Verdrängt die CSR-Berichtspflicht die bisherige Nachhaltigkeitsberichterstattung?

In der Fachzeitschrift „WPg“, Heft 15/2020, S. 880 – 887, stellen unsere ExpertInnen des Bereichs Corporate Social Responsibility, Ellen Simon-Heckroth, Nils Borcherding und Margarethe Luckenhuber, ihre Studienergebnisse zur Entwicklung der bisherigen freiwilligen Nachhaltigkeitsberichterstattung unter Beachtung der seit dem Jahr 2017 verpflichtenden nichtfinanziellen Berichterstattung nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG) dar. In die Studie wurden grds. alle Unternehmen einbezogen, die im Jahr 2019 im DAX160 gelistet waren und bis zum Stichtag, dem 30.06.‌2019, ihre Nachhaltigkeitsberichte für das Berichtsjahr 2018 veröffentlichten. In der Analyse wurden diese Nachhaltigkeitsberichte sowie, falls vorhanden, die nichtfinanziellen (Konzern-)Erklärungen nach CSR-RUG untersucht und anhand verschiedener Kriterien ausgewertet.

Obwohl die Aufstellung und die Veröffentlichung von nichtfinanziellen Informationen ein heterogenes Bild aufweisen, lassen sich anhand der Studie einige Gemeinsamkeiten und erste Trends in der Nachhaltigkeitsberichterstattung bzw. in den nichtfinanziellen (Konzern-)Erklärungen erkennen. Als ein wesentliches Ergebnis der Studie lässt sich feststellen, dass durch die im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichbleibende Anzahl an veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichten das CSR-RUG die freiwillige Nachhaltigkeitsberichterstattung zumindest bisher nicht verdrängt. Vielmehr ist festzuhalten, dass die berichtspflichtigen Unternehmen ihre nichtfinanzielle (Konzern-)Erklärung verstärkt in ihren Nachhaltigkeitsbericht einbinden oder innerhalb des (Konzern-)Lageberichts veröffentlichen.

Darüber hinaus stellen die AutorInnen fest, dass der Schlüssel zu einer vertrauenswürdigen nichtfinanziellen Berichterstattung dabei stets in einer ernsthaften Verankerung und Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen im Geschäftsmodell des Unternehmens liegt.