ESMA veröffentlicht Stellungnahme zum Umgang mit Covid-19-bedingten Mietkonzessionen nach IFRS 16

Das IASB hat im Mai 2020 den Amendment to IFRS 16 „Covid-19-Related Rent Concessions“ veröffentlicht und damit temporäre Erleichterungen zur Abbildung von Mietkonzessionen für Leasingnehmer bereitgestellt, die für Berichtsperioden anzuwenden sind, die am oder nach dem 1. Juni 2020 beginnen. Eine frühere Anwendung ist möglich (siehe hierzu detaillierte Informationen in unserem Blog-Beitrag vom 28. Mai 2020).

Voraussetzung für die Anwendung in Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten ist ein rechtzeitiges Endorsement durch die EU. Fragen ergeben sich damit für diejenigen IFRS-Bilanzierer, deren Halbjahres- und Jahresfinanzberichte vor dem noch ausstehenden Endorsement aufzustellen sind.

In diesem Zusammenhang hat die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) am 21. Juli 2020 eine Stellungnahme veröffentlicht, die einen koordinierten Umgang der europäischen und nationalen Aufsichtsbehörden hinsichtlich der bilanziellen Behandlung von Vertragsmodifikationen empfiehlt, die in den Anwendungsbereich des noch nicht in EU-Recht überführten Amendment fallen. Demnach soll die Anwendung der Modifikationsregelungen bei betroffenen Verträgen kein Prüfungsschwerpunkt für Geschäftsjahre darstellen, die am oder vor dem 31. Juli 2020 enden. Werden die Covid-19-bedingten Erleichterungen für Mietkonzessionen bereits angewendet, ist hierüber im Anhang zu berichten.

Die ESMA hat zudem angekündigt, dass die Entwicklungen in diesem Zusammenhang gemeinsam mit den nationalen Aufsichtsbehörden beobachtet werden und bei Bedarf weitere Maßnahmen empfohlen oder getroffen werden, um die Covid-19-Auswirkungen zu minimieren.