Aktuelles:

Neuerungen beim Kindergeld und der Steuerklassenwahl

13. Juli 2017

Das Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz (StUmgBG) vom 23.06.2017 (BGBl 2017 I S. 1682) bringt auch Änderungen beim Kindergeld und der Wahl der Steuerklasse mit sich. Diese Änderungen wurden erst im Finanzausschuss des Bundestages in den Gesetzentwurf eingefügt und treten am 01.01.2018 in Kraft.

Kindergeld

Bisher konnte das Kindergeld nachträglich ab Geburt bzw. Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen gezahlt werden, auch wenn der Antrag erst einige Jahre später gestellt wurde. Es galt insoweit die reguläre Festsetzungsfrist von vier Jahren, so dass bspw. Kindergeld für 2013 und Folgejahre noch bis Ende 2017 beantragt werden kann.

Für Anträge, die nach dem 31.12.2017 eingehen, gilt dann die Neuregelung des § 66 Abs. 3 EStG. Das Kindergeld wird rückwirkend nur noch für die letzten sechs Monate vor Beginn des Monats gezahlt, in dem der Antrag auf Kindergeld bei der Familienkasse eingegangen ist.

Wenn eine Familie ins Ausland zieht, hat dies regelmäßig Auswirkungen auf den Bezug von Kindergeld. Um zu verhindern, dass Kindergeld zu Unrecht ausbezahlt wird, wird zusätzlich ab 01.11.2019 eine Datenübermittlung an die Familienkassen eingeführt. Das Bundeszentralamt für Steuern, das seinerseits von den Meldebehörden informiert wird, muss zukünftig in solchen Fällen der zuständigen Familienkasse mitteilen, wenn Kinder, für die Kindergeld gezahlt wird, ins Ausland verzogen sind. Dadurch sollen die Familienkassen zeitnah die Rechtmäßigkeit des Kindegeldbezugs überprüfen können.


Hinweis:

Wer noch keinen Antrag auf Kindergeld für seine anspruchsberechtigten Kinder abgegeben hat, sollte dies noch in diesem Jahr nachholen, um von der längeren Frist zu profitieren. Denn auch wenn sich bei höheren Einkommen regelmäßig der Kinderfreibetrag günstiger auswirkt, wird bei der Steuerberechnung die tarifliche Einkommensteuer um den Anspruch auf Kindergeld (und nicht etwa den ausgezahlten Betrag) erhöht.


Steuerklassenwahl

Ab 2018 wird bei Eheschließung von Arbeitnehmern für jeden Ehegatten automatisiert die Steuerklasse IV gebildet, wenn beide Ehegatten unbeschränkt steuerpflichtig sind, nicht dauernd getrennt leben und kein Antrag auf Einreihung in die Steuerklassen III und V gestellt wurde. Die Steuerklasse IV wird auch gebildet, wenn einer der Ehegatten keinen Arbeitslohn bezieht.

Der Hintergrund dieser Regelung ist programmtechnischer Natur. Aktuell ist eigentlich vorgesehen, dass bei Heirat automatisch die Steuerklasse III gebildet wird, wenn nur ein Ehegatte als Arbeitnehmer berufstätig ist. Der andere Ehegatte wäre in keine Steuerklasse einzureihen (Steuerklassenkombination III/-). Dies konnte allerdings technisch nicht umgesetzt werden, weshalb die bisher geltende Übergangsregelung (Einreihung beider Ehegatten in die Steuerklasse IV) ab 2018 in § 39e Abs. 3 Satz 3 EStG als Regelfall vorgesehen wird.

Ein Wechsel von der Steuerklasse III oder V in die Steuerklasse IV wird zukünftig auch auf Antrag eines Ehegatten möglich sein. Dies hat zur Folge, dass beide Ehegatten in die Steuerklasse IV eingereiht werden.

Für den Wechsel in die Steuerklassenkombination III/V ist dagegen weiterhin der Antrag beider Ehegatten notwendig.