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Bis zu 150.000 € Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

31. Juli 2020

Andreas Kamp , Partner, Advisory Services, Fachbereich Gesundheitswirtschaft |

Da Umsatzausfälle aus den Zeiten des Corona-Lockdown für kleine und mittelständische Unternehmen kaum nachgeholt werden können, gibt es durch die Bundesregierung als Anschlusshilfe an die Soforthilfe die „Überbrückungshilfe“.

Diese kann für die Monate Juni, Juli und August 2020 (rückwirkend ab Juni) für maximal 3 Monate beantragt werden, wenn Umsatzeinbußen von im Schnitt mindestens 60 % für die Monate April und Mai eingetroffen sind und weiterhin anhand einer Umsatzprognose für die darauffolgenden Monate zu erwarten sind.

So soll die wirtschaftliche Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen, die von teilweisen oder vollständigen Schließungen unter Corona betroffen waren, gesichert werden. Die Überbrückungshilfe wird nicht mit Zahlungen aus Steuerentlastungen, Kurzarbeitergeld und anderen Förderungen verrechnet und ist als alleine, bzw. Anschlussunterstützung zu sehen.

Dennoch ist eine Verrechnung mit noch laufenden Förderungen möglich, was im Einzelfall zu prüfen ist.

Ausgeschlossen von der Überbrückungshilfe sind öffentliche Unternehmen, Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt haben sowie Unternehmen die Insolvenz angemeldet haben.

Die Berechnung der tatsächlichen Zuschüsse erfolgt prozentual anhand der Umsatzeinbrüche und der Anzahl der Beschäftigten und beträgt maximal 150.000 Euro für die drei Monate Juni, Juli und August 2020.

Förderfähige Kosten sind z.B.:

  • Mieten und Pachten
  • Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen  
  • Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  • Instandhaltungskosten, Lizenzgebühren etc. (Auszug)
  • Ausgaben für Elektrizität, Wasser etc.
  • Grundsteuern
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Abonnements etc.
  • Kosten für Steuerberater/Wirtschaftsprüfer (Antragstellung Corona-Überbrückungshilfe)
  • Kosten für Auszubildende
  • Personalaufwendungen außerhalb des Kurzarbeitergeldes, pauschal 10 % der o.g. Fixkosten

Mit Hilfe dieser weiteren Gelder, sollen Schließungen und Insolvenzen von klein und mittelständischen Unternehmen sowie Soloselbstständigen vermieden werden und eine Fortführung der Geschäftsbeziehungen gewährleistet werden.

Im Anschluss an die Auszahlungen der Fördergelder, die bis zum 30. November 2020 erfolgt sein soll, muss im Folgejahr eine Schlussabrechnung erfolgen, nach Förderprogrammende, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2021.

Hierbei wird rückwirkend überprüft, ob die Umsatzprognosen bei Antragstellung eingetroffen sind. Liegt der Umsatzrückgang in einem der Fördermonate bei weniger als 40 % im Vergleich zum Umsatz des Vergleichsmonats, entfällt die Überbrückungshilfe für den jeweiligen Monat.

Eine Überkompensation ist dann zurückzuzahlen.

Da die Beantragung durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer erfolgen muss, beraten wir Sie gerne und stellen für Sie die notwendigen Anträge anhand der notwendigen Unterlagen. Die Kosten für den prüfenden Dritten müssen zwar vom Antragsteller zunächst selbst getragen werden, sie sind jedoch im Rahmen der Überbrückungshilfe grundsätzlich bis zu 80 % erstattungsfähig. Der Anteil der Erstattung entspricht dem Erstattungssatz der Corona-Überbrückungshilfe im ersten Fördermonat. Die restlichen Kosten sind selbst zu tragen. Der Antragsteller hat in Vorleistung zu gehen.