Aktuelles:

Aktivitäten auf europäischer Ebene

04. Juli 2019

EFRAG Stellungnahme zu ED/2018/2

Die EFRAG hat am 25. April 2019 eine endgültige Stellungnahme gegenüber dem IASB zu ED/2018/2 veröffentlicht. Darin begrüßt die EFRAG die Bemühungen, die Frage nach IAS 37 zu klären, ob in einem Vertrag die unvermeidbaren Kosten zur Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Vertrag den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen übersteigen. Die EFRAG stellt fest, dass die vorgeschlagenen Änderungen nicht nur die Beurteilung der Belastung für langfristige Fertigungsaufträge, die zuvor in den Anwendungsbereich von IAS 11 fielen, sondern auch die Beurteilung alle Verträge, die in den Anwendungsbereich von IAS 37 fallen, betreffen.

Vorläufige EFRAG Stellungnahme zu ED/2019/2

Am 21. Mai 2019 veröffentlichte der IASB seinen Entwurf zu den jährlichen Verbesserungen der IFRS (Zyklus 2018—2020) mit Änderungen an vier Standards (siehe Änderungen an IFRS 1, IFRS 9, IFRS 16 und IAS 41 (ED/2019/2).

Die vorgeschlagenen Änderungen wurden von EFRAG in dem am 05. Juni 2019 veröffentlichten Stellungnahmeentwurf mit einem (vorläufig) positiven Urteil versehen. Als „prozessuale“ Anmerkungen sieht EFRAG jedoch die Notwendigkeit die Änderungen an IFRS 9 ebenso auf IAS 39 auszuweiten. Weiterhin sollte IFRS 16 um Beispiele ergänzt werden, die klarstellen, wann ein Leasinganreiz vorliegt.

EFRAG Stellungnahme zu ED/2019/1

Die EFRAG veröffentlichte am 20. Juni 2019 eine endgültige Stellungnahme zu den vom IASB vorgeschlagenen Änderungen bezüglich der IBOR-Reform (ED/2019/1) (siehe Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 (ED/2019/1).

Die EFRAG stimmt dem Vorschlag - die Änderungen nicht rückwirkend auf Sicherungsgeschäfte anzuwenden – nicht zu. Außerdem muss von Seiten des IASB eine Klärung hinsichtlich der Änderungen zum Portfolio Fair Value Hedge von Zinsänderungsrisiken und dem Einsatz von Cross-Currency-Swaps stattfinden. Die EFRAG ist zudem nicht der Auffassung, dass die Angaben aus Kosten-Nutzen-Sicht ein angemessenes Verhältnis darstellen.

Diskussionspapier zur Bilanzierung von Pensionsplänen mit einer Vermögensertragszusage

Die EFRAG untersucht in einem von ihnen herausgebrachten Diskussionspapier alternative Bilanzierungsmöglichkeiten für Leistungen an Arbeitnehmer nach der Pensionierung, bei denen der größere Wert aus einer Rendite eines jeweiligen Vermögenswerts oder einer Gruppe von Vermögenswerten und einer garantierten Mindestrendite zugesagt wird.

Diskutiert wird ein gedeckelter Vermögenswert-renditeansatz, ein Ansatz auf Grundlage des beizulegenden Zeitwerts und ein Erfüllungswertansatz. Bei allen Ansätzen wird das Planvermögen gemäß IAS 19 zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Auswirkungen werden anhand von Beispielen veranschaulicht.

EFRAG-Stellungnahme zum Änderungsentwurf am Handbuch des IASB zum Konsultationsprozess

Am 29. April 2019 veröffentlichte die IFRS-Stiftung einen Entwurf mit vorgeschlagenen Änderungen am Due Process Handbook. Darin sollen der Umfang und die Rolle der Auswirkungsanalysen, Status und Rolle der vom IFRS IC veröffentlichten Agenda Decisions sowie deren zeitliche Umsetzung und die Möglichkeit des IASB, eigene Board Agenda Decisions zu veröffentlichen, geklärt werden.

Die EFRAG hat am 14. Juni 2019 seine Stellungnahme zu dem Entwurf veröffentlicht:

•   Auswirkungsanalyse: EFRAG begrüßt die Klarstellung, dass Auswirkungsanalysen den gesamten Standard Setting-Prozess abdecken sollen. EFRAG schlägt vor, für Großprojekte detaillierte Auswirkungsberichte in jeder Phase des due process mit Veröffentlichung von key due process documents zu erstellen.

  • IFRS IC Agenda Decisions: Diese sollen so gestaltet werden, dass die in den IFRS enthaltenen Grundsätze und Anforderungen auf den der Agenda Entscheidung zugrundeliegenden Sachverhalt anzuwenden sind. Agenda Decisions dürfen keine bestehenden IFRS Regelungen ändern oder ergänzen. Der IASB soll sicherstellen, dass die Agenda Decisions nur erläuterndes Material und Verweise auf den Inhalt der IFRS-Standards enthalten. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die IASB Vorsitzende bereits im Vorfeld in einem Interview vom 20. März 2019 festhielt, dass die zeitliche Umsetzung von Agenda Decisions bei Unternehmen eher in Monaten als Jahren stattfinden solle („But as a rule of thumb I think it is fair to say that we had in mind a matter of months rather than years“).
  • Board Agenda Decisions: EFRAG sieht keine Notwendigkeit für ein solches zusätzliches Instrument.

EFRAG-Fragebogen zu den Themen hedge accounting und IFRS 17

Die EFRAG lädt nach IFRS bilanzierende europäische Versicherer ein an einer Umfrage zum hedge accounting nach IFRS 9/IAS 39 teilzunehmen. Der Fragebogen geht auf aktuelle und künftige wirtschaftliche Sicherungsstrategien sowie deren Bilanzierung ein. Außerdem befasst er sich mit der Anwendung von IFRS 9, der Risikominderung nach IFRS 17 und Bilanzierungsanomalien. Ziel ist die Prüfung des Zusammenspiels von IFRS 9 mit IFRS 17 im Bereich des hedge accounting.

European Single Electronic Format“ (ESEF) ab 2020 verpflichtend

Ab dem 01. Januar 2020 sind börsennotierte Unternehmen in der EU dazu verpflichtet, ihre Jahresabschlüsse nach dem European Single Electronic Format (ESEF) einzureichen. Abschlüsse sind dann als Extensible Hypertext Markup Language (XHTML) aufzubereiten. Die Teile des IFRS Konzernabschlusses sind mit sog. XBRL tags zu versehen, um eine maschinelle Lesbarkeit zu erreichen. Zur Erleichterung hat die ESMA ein Handbuch sowie ein ESEF-Taxonomie angefertigt. Ziel ist u.a. die Geschäftsberichte besser zu strukturieren und Informationen anwenderfreundlicher zu gestalten.