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CSR - ein kurzer Überblick

28. März 2017

Zu Details der Berichtspflichten nach dem Entwurf des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes verweisen wir auf den BDO Sondernewsletter: „CSR-Richtlinie“ vom 1. Dezember 2015 von Dr. Norbert Lüdenbach und Dr. Jens Freiberg sowie auf den Beitrag zum Regierungsentwurf[1] (RegE) des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz von Nils Borcherding im Newsletter RECHNUNGSLEGUNG & PRÜFUNG 1/2017, S. 10 f.

Dieser Sondernewsletter beruht auf Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) vom 8. März 2017[2]. Die Billigung durch den Bundesrat ist in der Sitzung am 31. März 2017 zu erwarten.

In diesem Sondernewsletter wird auf die Berichterstattungspflichten für Einzelunternehmen fokussiert. Für Konzerne gelten die Regelungen entsprechend (§§ 315b Abs. 2 und 3, 315c HGB-E). Soweit erforderlich werden ergänzende Hinweise zur Konzernberichterstattung gegeben.

CSR – EIN KURZER ÜBERBLICK

Was steckt hinter „CSR”?

Der Begriff der „Corporate Social Responsibility“ (CSR) wird vom europäischen Gesetzgeber als Oberbegriff für die vielschichtigen Aspekte der sozialen Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft verstanden[3].

Beispiele für konkrete CSR-Handlungsfelder sind:

  • Faire Geschäftspraktiken,
  • sparsamer Einsatz von natürlichen Ressourcen,
  • Schutz von Klima und Umwelt,
  • mitarbeiterorientierte Personalpolitik
  • Zusammenstellung von Teams nach vielfältigen Erfahrungen und Sichtweisen,
  • Engagement vor Ort und Verantwortung auch in der Lieferkette.

Die Konzepte zu den Handlungsfeldern leiten sich branchenspezifisch und unternehmensindividuell aus der jeweiligen Geschäftstätigkeit des Unternehmens ab. Beispielsweise kann bei energieintensiven Unternehmen eine Steigerung der Energieeffizienz von hervorgehobener Bedeutung sein. In der Textilindustrie ist die Einhaltung von gewissen Mindeststandards in der Lieferkette von besonderem, auch öffentlichem Interesse. Die CSR-Richtlinie lässt daher ein hohes Maß an Flexibilität bezüglich der Angaben nichtfinanzieller Informationen zu.

Allen Unternehmen gemeinsam ist: Viele CSR-Handlungsfelder sind entscheidend für den dauerhaften unternehmerischen Erfolg!

Konzepte für einzelne CSR-Handlungsfelder umfassen Ziele, Strategien und Maßnahmen und können i. d. R. nur durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im Unternehmen gestaltet werden. Zur Erfüllung der CSR-Berichtspflichten sind strukturierte Berichterstat­tungsprozesse und interne Kontrollsysteme erforderlich.

Wir können Sie bei Bedarf mit unserem gesamten Leistungsspektrum bei jedem Mosaikstein beratend oder prüfend unterstützen. Von der Konzeptionierung, bis zur Implementierung und Optimierung der Berichterstattungsprozesse und internen Kontrollsysteme, Verlässlichkeit der Berichtsinhalte bis zur Ordnungsmäßigkeit der nichtfinanziellen Erklärung insgesamt.

Wenden Sie sich an Ihre Ansprechpartner oder treten Sie in direkten Kontakt mit unseren Spezialisten. Eine Übersicht unserer interdisziplinären Ansprechpartner finden Sie auf der letzten Seite.

Ziele der Richtlinie 2014/95/EU

Unmittelbares Ziel der CSR-Richtlinie ist, einen hinreichenden Grad an Transparenz und Vergleichbarkeit bezüglich des Engagements von Unternehmen in bestimmten CSR-Handlungsfeldern zu gewährleisten. Durch die CSR-Richtlinie wird ein Mindeststandard für die Berichterstattung über Angaben zu wesentlichen sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten gesetzt. Dazu umfasst die neue Berichtspflicht ergänzende Angaben zu Diversitätskonzepten im Hinblick auf die Zusammensetzung des Vorstandes / der Geschäftsführung und des Aufsichtsrats.

Die Vorgaben für die nichtfinanzielle Berichterstattung soll mittelbar auch das Handeln der Unternehmen gezielt beeinflussen. Durch die damit einhergehende erhöhte gesellschaftliche Aufmerksamkeit soll ein Anreiz geschaffen werden, nichtfinanziellen Belangen und damit verbundenen Risiken und Chancen, Konzepten und Prozessen ein stärkeres Gewicht in der Unternehmensführung beizumessen.

Sanktionen

Für Verstöße gegen die neuen Berichtspflichten im Hinblick auf nichtfinanzielle und die Diversität betreffende Informationen gelten künftig vergleichbare Sanktionen wie bei Verstößen gegen die inhaltlichen Vorschriften zur Aufstellung von Abschlüssen und Lageberichten sowie gegen die Vorschriften zu deren Bekanntmachung.

 

[1] BT-Drs 18_9982 vom 17.10.2016.

[2] BT-Drs 18_11450 vom 8.03.2017 (abrufbar unter https://www.bundestag.de/service/suche?suchbegriff=Drucksache+18%2F11450).

[3] Vgl. Richtlinie 2014/95/EU vom 22.10.2014, Erwägungsgrund 3.