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Handlungsempfehlungen für die Praxis

21. März 2017

Strukturierte Konzepte für CSR-Themen

Viele Unternehmen richten ihre Geschäftstätigkeit schon heute an Nachhaltigkeitsaspekten aus. Treiber hierfür sind neben langfristiger Kostenreduktion auch eine höhere Reputation bei Verbrauchern sowie eine bessere Einstufung der Bonität.

Die branchenspezifischen und unternehmensindivi­duellen Handlungsfelder leiten sich aus der jeweiligen Geschäftstätigkeit des Unternehmens bzw. des Konzerns ab. Die strukturierte Festlegung von Zielen, Strategien und Maßnahmen für die einzelnen Handlungsfelder sind Voraussetzung für die spätere Berichterstattung. Die Konzeption kann nur durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit im Unternehmen gestaltet werden.

Identifikation wesentlicher Berichtsangaben

Als Hilfestellung für die Festlegung der bezogen auf die unternehmensindividuelle Situation erforderlichen wesentlichen Angaben, werden im CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz konkrete Beispiele genannt. Eine weitere Hilfestellung bieten in diesem Zusammenhang international anerkannte Rahmenwerke.

Handlungsbedarf besteht dahingehend, wesentliche Angaben zu identifizieren. Dies mit dem Ziel, eine auf die Informationsbedürfnisse der Berichtsadressaten fokussierte Berichterstattung zu gewährleisten.

Identifikation nichtfinanzieller Risiken

Eine Berichterstattung über nichtfinanzielle Risiken nach dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz setzt die Identifikation und insbesondere die Bewertung der Risiken auf die verschiedenen Aspekte voraus.

In der Praxis haben viele Unternehmen ein Risikomanagementsystem implementiert, das hierfür eine gute Ausgangsbasis bietet.

Der Prozess zur Identifikation nichtfinanzieller Risiken kann beispielsweise auf den Ergebnissen einer Wesentlichkeitsanalyse nach den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI G4) aufbauen. Bei dieser Vorgehensweise werden sowohl die internen Sichtweisen als auch die Anforderungen der externen Stakeholder im Hinblick auf wesentliche nichtfinanzielle Aspekte einbezogen.

Bestandsaufnahme bisherige(r) Berichterstattung(en)

Aufbauend auf die Identifikation der zu berichtenden Angaben zu Konzepten, Risiken und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ist in einem nächsten Schritt festzustellen, inwieweit hierzu bereits berichtet wurde.

Große Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkte Personenhandelsgesellschaften i.S.d. § 267 Abs. 3 HGB  bzw. Konzerne müssen heute bereits über nichtfinanzielle Leistungsindikatoren berichten, sofern diese für das Verständnis des Geschäftsverlaufs und die Lage des Unternehmens von Bedeutung sind (s. Abschn. 3.1).

Wichtig ist hier zu beachten, dass das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz teilweise bestehende Begriffe für ihre speziellen Zwecke eigenständig definiert (z. B. „wesentlich“) und neue Begriffe einführt (z. B. „Konzepte“ und „wesentliche Risiken“).

Darüber hinaus berichten Unternehmen intern und teilweise auch extern in gesonderten Publikationen über ihre CSR-Aktivitäten.

Orientierung an einem Rahmenwerk

Es wurde von einer gesetzgeberischen Festlegung der zu verwendenden externen Rahmenwerke abgesehen. Es besteht lediglich ein „Comply-or-Explain-Ansatz” hinsichtlich der Verwendung von Rahmenwerken (s. Abschn. 4.1).

Allerdings sollte es nach Ausführungen in der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz das Ziel bleiben, langfristig mehr Vergleichbarkeit herzustellen. Dazu können Rahmenwerke eine wichtige Rolle übernehmen.

Es wird daher hier empfohlen, dass Unternehmen sich bewusst mit den möglichen Rahmenwerken auseinandersetzen. Die Entscheidung gegen die Verwendung eines Rahmenwerks ist intern nachvollziehbar zu dokumentieren und extern zu begründen.

Aufbau verlässlicher Berichterstattungsprozesse für nichtfinanzielle Informationen

Zielsetzung der Berichterstattungsprozesse sollte sein, dass die CSR-Angaben in gleicher Qualität und zur gleichen Zeit wie Angaben für die Lageberichterstattung zur Verfügung stehen.

Es gelten für die Berichtsprozesse für nichtfinanzielle Informationen die gleichen Herausforderungen wie für die Berichtsprozesse für Finanzinformationen. Die noch im Gesetzesentwurf vorgesehene Frist für die Veröffentlichung eines gesonderten nichtfinanziellen Berichts von sechs Monaten nach dem Abschlussstichtag wurde auf vier Monate verkürzt.

Für eine fristgemäße und verlässliche Berichterstattung sind für nichtfinanzielle Informationen interne Berichtsprozesse und interne Kontrollsysteme zu implementieren.

Frühzeitiger „Readiness“-Check

Die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen ist im Rahmen des für Abschluss und Lagebericht geltenden Corporate Governance-Systems vom Aufsichtsrat zu billigen. Die gilt auch im Falle einer vom Lagebericht getrennten CSR-Berichterstattung.

In vielen Fällen wird es notwendig sein, im Unternehmen frühzeitig interne Kontrollprozesse auch im Hinblick auf die nichtfinanzielle Berichterstattung aufzubauen. Andernfalls kann die Verlässlichkeit der Berichtsinhalte zum Geschäftsjahresende nicht gewährleistet werden.

Zumindest in der Übergangsphase kann es für Unternehmen bzw. deren Aufsichtsratsmitglieder sinnvoll sein, frühzeitig eine externe Überprüfung der Berichtsprozesse und Kontrollsysteme zu beauftragen.

Mehr Informationen finden Sie auch auf unserer Fokus-Seite Corporate Social Responsibility