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Inhalte der nichtfinanziellen Erklärung

28. März 2017

Die betroffenen Unternehmen haben in ihrem Lagebericht eine sogenannte nichtfinanzielle Erklärung aufzunehmen (§ 289b Abs. 1 HGB-E; zu den Berichtsformen s. Abschn. 4.2). Zu den die Diversität betreffenden Informationen in der Erklärung zur Unternehmensführung siehe Abschn. 5.

Die nichtfinanzielle Erklärung hat sich mindestens auf die folgenden Aspekte der sozialen Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft zu beziehen (§ 289c Abs. 2 HGB-E):

  • Umweltbelange,
  • Arbeitnehmerbelange,
  • Sozialbelange,
  • Achtung der Menschenrechte und
  • Bekämpfung von Korruption und Bestechung.

Es gilt der Grundsatz der Wesentlichkeit. „Wesentlich“ bedeutet hier, dass die jeweilige Angabe von Bedeutung sein muss (§ 289c Abs. 3 HGB-E) sowohl

  • für das Verständnis von Lage und Entwicklung des Unternehmens als auch
  • für das Verständnis der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf nichtfinanzielle Belange.

Eine höhere Wesentlichkeitsschwelle besteht für die Angaben zu Risiken (s.u.).

Basierend auf der Darstellung des Geschäftsmodells des Unternehmens, umfassen die Mindestangaben zu diesen Aspekten (§ 289c Abs. 1 bis 3 HGB-E):

  • Konzepte für die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch das Unternehmen, einschl. angewandter Due-Diligence-Prozesse.
    Konkret verlangt werden dabei Ausführungen,
    • welche Ziele sich das Unternehmen in Bezug auf einen nichtfinanziellen Aspekt setzt,
    • welche Maßnahmen es dazu
    • in welchem Zeitraum zu treffen beabsichtigt und
    • welche Ergebnisse die verfolgten Konzepte im Zeitablauf aufweisen.
  • Risiken, die aus ihrer eigenen Geschäftstätigkeit heraus sowie lieferkettenbezogen „sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen“ auf die genannten Themen haben oder haben werden, sowie die Handhabung dieser Risiken durch das Unternehmen,
  • „bedeutsamste“ nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
  • und sofern es für das Verständnis des Lesers erforderlich ist, erläuternde Hinweise auf die im Jahresabschluss ausgewiesenen Beträge.

Das Unternehmen hat über bereits bestehende Konzepte bezogen auf die einzelnen Handlungsfeldern zu berichten. Hat das Unternehmen (noch) kein Konzept, ist dies ganz im Sinne des Prinzips, erfüllen der Anforderungen (comply) oder erklären der Abweichung (explain) auch „klar und begründet“ zu erläutern (§ 289c Abs. 4 HGB-E).

Es sind nicht nur die unternehmerischen Risiken (§ 289c Abs. 3 Nr. 3 und Nr. 4 HGB-E) aus der eigenen Geschäfts­tätigkeit darzustellen, sondern auch Risiken, die sich aus den Geschäftsbeziehungen der Kapital­gesellschaft, ihren hergestellten Produkten oder angebotenen Dienst­leistungen ergeben. Darüber hinaus sind auch Risiken zu berichten, die sich aus den Geschäftsbeziehungen zu anderen Unternehmen ergeben (z. B. Lieferanten).

In seltenen Ausnahmefällen ist es gestattet, in der nicht­finanziellen Erklärung auf die Angabe bestimmter nach­teiliger Informationen zu verzichten (§ 289e HGB-E).

Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Fachbereich Corporate Social Responsibility