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Aktuelles:

Zum Jahresende Freistellungsbescheinigung für Bauleistungen prüfen

22. November 2019

Unternehmer, die Bauleistungen erbringen, sollten zeitnah die Gültigkeit ihrer Freistellungsbescheinigung überprüfen. Zum Jahreswechsel verlieren viele Freistellungen ihre auf längstens drei Jahre begrenzte Gültigkeit. Dann müssten Kunden bei Begleichung von Rechnungen oder bei Aufrechnung ab Januar die 15%ige Bauabzugsteuer einbehalten und ans Finanzamt abführen. Nötigenfalls ist eine neue Bescheinigung beim Finanzamt zu beantragen, damit den Kunden ab dem neuen Jahr auch gültige Bescheinigungen ausgehändigt werden können.

Folgende Unternehmer sollten die Überprüfung vornehmen:

  • Unternehmer, die Bauleistungen in Auftrag gegeben haben,
  • Zusammenschlüsse von Unternehmern, wie Personengesellschaften oder Arbeitsgemeinschaften, aus dem Baugewerbe und
  • Generalunternehmer, die nicht selbst als Bauunternehmer tätig werden, aber mit dem Leistungsempfänger über die Leistungen der Subunternehmer abrechnen. Auch diese sind vom Steuerabzug für Bauleistungen betroffen.

Auch ohne Freistellungsbescheinigung ist kein Steuerabzug vorzunehmen, wenn die maßgeblichen Gegenleistungen im laufenden Kalenderjahr je leistendem Unternehmer die Bagatellgrenze von EUR 5.000 nicht überschreiten. Bei Leistungsempfängern, die ausschließlich steuerfreie Vermietungsumsätze nach § 4 Nr. 12 UStG ausführen, beträgt die Grenze EUR 15.000.

Die Freistellungsbescheinigung gilt ab dem Tag der Ausstellung (Ausstellungsdatum). Es erfolgt keine automatische Verlängerung. Der Unternehmer muss deshalb rechtzeitig vor Ablauf der Bescheinigung einen Antrag auf Erteilung einer neuen Freistellungsbescheinigung stellen. Das Finanzamt erstellt dann eine Folgebescheinigung.

Voraussetzung einer (weiteren) Freistellungsbescheinigung ist das Erfüllen der steuerlichen Pflichten durch den leistenden Unternehmer. Nachhaltige Steuerrückstände oder wiederholt unrichtige Angaben in der Steuererklärung können als Gefährdungstatbestand die Ausstellung einer Freistellungsbescheinigung verhindern. Allerdings darf das Finanzamt die Erteilung einer Freistellungsbescheinigung nicht als Druckmittel für rückständige Steuerbeträge einsetzen.


Hinweis:

Auch die jeweiligen Auftraggeber haben den Ablauf von Freistellungsbescheinigungen zu beachten. Ist die Freistellungsbescheinigung ungültig und die Bauabzugsteuer wird nicht eingehalten, kann das Finanzamt den Auftraggeber für den nicht einbehaltenen Betrag in Haftung nehmen.

Der Auftragnehmer sollte deshalb spätestens vor Bezahlung der Rechnung schriftlich zur Vorlage einer neuen – gültigen – Freistellungsbescheinigung zur Bauabzugsteuer aufgefordert werden. Wird eine solche nicht vorgelegt, muss zur Haftungsvermeidung die 15%ige Bauabzugsteuer einbehalten und ans Finanzamt abgeführt werden. Alternativ kann ein neues Zahlungsziel vereinbart werden, auf einen Termin, zu dem die neue Freistellungsbescheinigung vorliegt.

Mehr zum Thema finden Sie in unserem Fachbereich Real Estate.