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Aktuelles:

Entwurf eines DRSC Anwendungshinweises zu IFRS 2 – Anteilsbasierte Vergütung (DRSC E-AH 4)

02. November 2017

Der IFRS Fachausschuss des DRSC e.V. hat am 28. Juni 2017 den Entwurf eines Anwendungshinweises zu IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung veröffentlicht. Der Entwurf DRSC E-AH 4 bezieht sich auf die letzte Änderung des IFRS 2, die am 20. Juni 2016 vom IASB verabschiedet wurde. Gegenstand dieser Änderung an IFRS 2 sind Vergütungstransaktionen, bei denen Eigenkapitalinstrumente gewährt werden, von denen ein Teil zwecks Begleichung der Steuerschuld des Begünstigten einbehalten wird (net settlement feature / Nettoerfüllung). Die Änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, verpflichtend anzuwenden, eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Nach der Veröffentlichung dieser Änderung von IFRS 2 im Juni 2016 hatte der IFRS Fachausschuss des DRSC festgestellt, dass die neuen Regelungen zur Bilanzierung von Nettoerfüllungsvereinbarungen den konkreten Fall von Kompensationszahlungen an Mitarbeiter infolge zu viel einbehaltener Eigenkapitalinstrumente nicht hinreichend klar adressiert.

Mit dem nun veröffentlichten DRSC E-AH 4 „In Eigenkapitalinstrumenten erfüllte anteilsbasierte Mitarbeitervergütungen mit Nettoerfüllungsvereinbarungen: Bilanzierung von Kompensationszahlungen“ beabsichtigt der IFRS Fachausschuss, bilanzierenden Unternehmen eine Hilfestellung für die sachgerechte Anwendung des IFRS 2 in der geänderten Fassung zu geben.

Der Anwendungshinweis soll folgende Fragen beantworten:

  • Zu welchem Zeitpunkt ist die separate Darstellung der Kompensationszahlung als bar erfüllte anteilsbasierte Vergütung erforderlich?

Nach DRSC E-AH 4 ist derjenige Teil der Vereinbarung, der in Eigenkapitalinstrumenten erfüllt wird, als „in Eigenkapitalinstrumenten erfüllte Vergütung“ und der in bar geleistete Teil (d.h. die Kompensationszahlung) als „in bar erfüllte anteilsbasierte Vergütung“ zu klassifizieren. Die bilanzielle Aufteilung der gesamten anteilsbasierten Vergütungstransaktion erfolgt zu jenem Zeitpunkt, an dem die Kompensationszahlung an den Mitarbeiter geleistet wird.

  • Wie erfolgt die bilanzielle Abbildung?

Bei der separaten Bilanzierung der Kompensationszahlung werden die zu viel einbehaltenen Eigenkapitalinstrumente auf Basis des grant date Fair Value dem Eigenkapital entnommen, während die Verpflichtung zur Kompensationszahlung als Verbindlichkeit abgebildet wird. Jene Differenz zwischen dem Betrag der Verbindlichkeit und der Entnahme aus dem Eigenkapital, die der zuvor noch nicht erfassten Fair Value-Änderung der Eigenkapitalinstrumente entspricht, wird schließlich erfolgswirksam durch eine Anpassungsbuchung nacherfasst.

Der IFRS Fachausschuss betont, dass DRSC E-AH 4 keine Interpretation darstellt, sondern deskriptiv und klarstellend die themenspezifischen Überlegungen des IASB / IFRS IC widergibt, die nicht in den Text des IFRS 2 übernommen wurden.

Am 11. August 2017 endete die Kommentierungsfrist zum Entwurf des DRSC Anwendungshinweises. Ausweislich der Internetseite des DRSC wurden zwei Stellungnahmen eingereicht, darunter eine Stellungnahme des Institutes der Wirtschaftsprüfer. Das IDW stimmt dem Entwurf grundsätzlich zu, empfiehlt jedoch u.a. eine weitergehende Präzisierung der Ausführungen für den deutschen Rechtsraum.

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist davon auszugehen, dass der Anwendungshinweis vom IFRS Fachausschuss im zweiten Halbjahr 2017 verabschiedet wird.