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Aktuelles:

Aktivitäten des IASB/IFRS IC

11. April 2019

Ergänzungen an IAS 12

Der IASB traf sich am 23. Januar 2019, um über Einführungs- und Überarbeitungsprojekte zu diskutieren. Das Board diskutierte die Übergangsvorschriften und weitere Aspekte zu den vorgeschlagenen Ergänzungen des IAS 12 zu Ertragsteuern aus der Oktober 2018 Sitzung, welche die Ausnahmen der Bilanzierung latenter Steueransprüche aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswertes oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall begrenzen würde. Dabei wurde Folgendes vorläufig entschieden:

  • Die rückwirkende Anwendung der Ergänzungen unter Anwendung von IAS 8 Rechnungslegungsmethoden, Änderungen von rechnungslegungsbezogenen Schätzungen und Fehlern. Unternehmen könnten jedoch beurteilen, ob die Anforderungen des IAS 12 zum Ansatz latenter Steuern nur zum Zeitpunkt des Übergangs erfüllt werden (Übergangszeitraum).
  • Einen Übergangszeitraum für Erstanwender; z.B. könnten Erstanwender beurteilen, ob die Anforderungen nur zum Zeitpunkt des Übergangs zu den IFRS erfüllt werden.
  • Eine frühere Anwendung der Ergänzungen.

Der Kommentierungszeitraum der vorgeschlagenen Ergänzungen des IAS 12 wurde auf 120 Tage festgelegt.

IBOR Reform und die Auswirkungen auf die Finanzberichterstattung

In der Sitzung am 8. Februar 2019 ging es um vorgeschlagene Ergänzungen der IFRS Standards, um die Auswirkungen der IBOR Reform zu adressieren. Einerseits sollen aus der IBOR Reform resultierende Unsicherheiten in den IFRS Standards eingefügt werden, andererseits soll die Finanzberichtserstattung auch deren Effekte (IBOR Reform) widerspiegeln. Insbesondere wurde vorläufig beschlossen, dass IFRS 9 (und IAS 39) bezüglich des Kriteriums „hoch wahrscheinlich“ angepasst werden sollen, um Erleichterungen in Bezug auf die Unsicherheiten neben den allgemeinen Bedingungen zu verschaffen. Im Speziellen sollen Unternehmen bei der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit, die IBOR-bezogenen Vertragsbedingungen als unverändert annehmen. Des Weiteren sollen Unternehmen bei der Bewertung, ob ein hedge hinsichtlich seiner Absicherung wirksam ist, die Bewertung auf die bestehenden vertraglichen cash flows des Grund- und Absicherungsgeschäfts aufbauen. Ebenfalls wurde beschlossen, dass die Möglichkeit eingeräumt werden soll, das hedge accounting fortzusetzen, wenn eine IBOR-Risikokomponente die separat identifizierbare Anforderung zu Beginn der Sicherungsbeziehung erfüllt, obwohl die Identifizierung in der Zukunft von der IBOR Reform betroffen sein wird. Zu Beginn nicht identifizierbare Risikokomponenten sollen dagegen keine Entlastung erfahren. Die vorgeschlagenen Ergänzungen sollen rückwirkend angewendet werden. Das vorgeschlagene Inkrafttreten ist der 1. Januar 2020 mit zulässiger früherer Anwendung.

In einer weiteren Sitzung des Boards am 14. März 2019 wurde beschlossen, dass die Anwendung der Erleichterungen, wenn anwendbar, verpflichtend ist. Hierbei sollen Unternehmen die Anwendung der Erleichterungen einstellen, wenn das frühere der beiden folgenden Fälle eintritt: die Unsicherheit bezüglich des Zeitpunkts und des Betrags der cash flows besteht nicht mehr oder die Sicherungsbeziehung wird beendet. Die Beendigung der Erleichterung ist nicht für separat identifizierbare Risikokomponenten anwendbar.

Der Kommentierungszeitraum der Anpassungen zu IFRS 9 (und IAS 39) wurde auf 45 Tage festgelegt. Ein Entwurf ist für das zweite Quartal 2019 geplant.

Klassifizierung von Verbindlichkeiten als lang- oder kurzfristig

In einer Sitzung am 12. März 2019 wurden die Kommentare zum Exposure Draft Klassifizierung von Schulden (Anpassungen an IAS 1) weiterdiskutiert, welcher Anpassungen der Paragraphen 69-76 des IAS 1 vorsieht. Der Board beschloss vorläufig die Anforderungen des IAS 1 zur Klassifizierung von Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalkomponenten zu erläutern. Hierbei wurde klargestellt, wann eine Verpflichtung zur Übertragung von Eigenkapitalinstrumenten des eigenen Unternehmens die Einstufung als Verbindlichkeit beeinflusst. Des Weiteren wurde geklärt, dass sich die bestehenden und vorgeschlagenen Verweise auf die Eigenkapitalinstrumente des eigenen Unternehmens beziehen und es wurde die Terminologie „Übertragung auf die Gegenpartei“ (nicht „Ausgabe“) der eigenen Eigenkapitalinstrumente angepasst. Der Begriff der Übertragung würde für sämtliche Wege gelten, bei dem Eigenkapitalinstrumente des Unternehmens auf die Gegenpartei übertragen werden, einschließlich der Ausgabe neuer Instrumente.

In einer früheren Sitzung beschloss der Board vorläufig, in IAS 1 klarzustellen, dass bei der Beurteilung des Rechts eines Unternehmens, die Erfüllung einer Schuld zu verschieben, die Einhaltung etwaiger Bedingungen in einem Kreditvertrag zum Stichtag bewertet werden sollte, auch wenn der Kreditgeber die Einhaltung erst zu einem späteren Zeitpunkt prüfen wird. In dieser Sitzung beschloss der Board vorläufig, keine weiteren Leitlinien zur Prüfung der Einhaltung der Bedingungen zu setzen, die mit der finanziellen Leistungsfähigkeit des Unternehmens verbunden sind.

Ergänzungen zu IFRS 17

In einer Sitzung vom 23. Januar 2019 wurden mögliche Anpassungen des IFRS 17 zu den Themen cash flows bei Versicherungsabschluss, gehaltene Rückersicherungsverträge und die Erfassung von vertraglichen Service Margen in der Gewinn-und-Verlustrechnung besprochen. Es wurden mehrere Anpassungen zu den Themen vorläufig beschlossen.

In einer weiteren Sitzung des Boards am 7. Februar 2019 wurden weitere Anpassungen des IFRS 17 ins Auge gefasst. Für Darlehen, die signifikante Versicherungsrisiken übertragen, wurde vorläufig beschlossen, den Anwendungsbereich von IFRS 17 sowie IFRS 9 um solche Versicherungsverträge zu erweitern. Die Erweiterung gilt für Versicherungsverträge, die Versicherungsschutz nur für die Abwicklung der durch den Vertrag geschaffenen Verpflichtung des Versicherungsnehmers bieten. Des Weiteren wurden vorläufige Beschlüsse rund um die Übergangsregelungen (Optionalität und vergleichende Informationen, Risikominderungsoption und Beträge im sonstigen Ergebnis, modifizierter retrospektiver Ansatz) gefasst.

Entscheidungen des IFRS IC in Q1 2019

Norm

Kurzbeschreibung

Monat

IAS 37

Für eine Vorauszahlung bestrittener Steuerschulden, die keine Ertragssteuern darstellen, (daher nicht unter IAS 12 fallen und zur Vermeidung möglicher Strafen oder Zinsen gezahlt werden) ist ein Vermögenswert zu aktivieren.

Jan

IFRS 15

Die Gebühren für die Börsenzulassung und die Gebühren für das laufende Börsenlisting beziehen sich nur auf eine einzige Leistungsverpflichtung.

Jan

IAS 27

Wenn ein Unternehmen durch Abstockung die Kontrolle über ein Tochterunternehmen verliert, ist eine Klassifizierung in der FV-OCI-Kategorie zulässig und jeder Gewinn oder Verlust infolge der Neubewertung der verbleibenden Anteile ist sofort ergebniswirksam zu erfassen.

Jan

IAS 27

Die Anschaffungskosten eines sukzessiven Erwerbs eines Tochterunternehmens kann entweder der fair value des Ursprungsanteils zuzgl. des gezahlten Betrags für die neuen Anteile oder die Summe der tatsächlich gezahlten Gegenleistung sein.

Jan

IFRS 11

Wenn sich die Ergebnisse, die ein gemeinsamer Betreiber in einem Berichtszeitraum erhält, von den Ergebnissen unterscheidet, auf die er Anspruch hat, erfasst der gemeinsame Betreiber Umsatzerlöse, die die Übertragung der Ergebnisse an seine Kunden in jedem Berichtszeitraum widerspiegeln, d. h. Erlöserfassung nach IFRS 15.

März

IFRS 11

IFRS 11 schreibt vor, dass die Verbindlichkeiten, die ein gemeinsamer Betreiber anerkennt, diejenigen umfassen, für die er die Hauptverantwortung trägt.

März

IAS 38

Ein Vertrag, der dem Kunden nur das Recht auf Zugang zur Anwendungssoftware des Lieferanten in Zukunft gewährt, ist ein Servicevertrag und kein Leasingverhältnis.

März

IFRS 9

Wenn ein Unternehmen eine Vereinbarung eingeht, einen nichtfinanziellen Posten in Zukunft zu einem festen Preis zu kaufen oder zu verkaufen, ist es zum Zeitpunkt der physischen Erfüllung für ein Unternehmen nicht sachgerecht, (a) den zuvor erfolgswirksam erfassten kumulierten Gewinn oder Verlust aus dem Derivat umzukehren und (b) eine entsprechende Anpassung entweder der Erlöse (im Falle eines Verkaufsvertrags) oder der Vorräte (im Falle eines Kaufvertrags) vorzunehmen.

März

IAS 23

Fremdkapitalkosten werden nicht aktiviert, wenn sich die Fremdkapitalaufnahme auf den Bau einer Wohnanlage mit mehreren Einheiten bezieht, deren Erlöse im Zeitablauf erfasst werden.

März

IFRS 9

Bei einem cashflow-hedge kann eine geplante Transaktion abgesichert werden, wenn und nur wenn sie hochwahrscheinlich (Berücksichtigung der Unsicherheit über den Zeitpunkt und die Höhe der geplanten Transaktion) ist. Das IFRS IC kam zu dem Schluss, dass die Anforderungen von IFRS 9 und IAS 39 eine ausreichende Grundlage für ein Unternehmen darstellen, um festzustellen, ob eine prognostizierte Transaktion höchstwahrscheinlich ist.

März

IFRS 9

Wenn eine Kreditverbesserung nach den IFRS separat zu erfassen ist, darf ein Unternehmen die von ihm erwarteten cash flows nicht in die Bewertung der erwarteten Kreditverluste einbeziehen.

März

IFRS 9

Die Umkehrung der Auflösung der Diskontierung wird als Auflösung der Kreditwertminderung bei Heilung des Vermögenswertes dargestellt.

März