Wir verwenden Cookies auf unserer Webseite, um Ihren Besuch effizienter zu machen und Ihnen eine möglichst angenehme Nutzung bieten zu können. Indem Sie diese Website nutzen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Bitte lesen Sie unseren DATENSCHUTZERKLÄRUNG. Dort erfahren Sie mehr über die von uns verwendeten Cookies und wie Sie diese löschen oder blockieren können.
Aktuelles:

Blickpunkt: Latente Steuern für Leasingverhältnisse

21. Januar 2019

Die verpflichtende on-balance-Abbildung von Leasingverhältnissen nach dem right-of-Use-Modell betrifft ausschließlich die Rechnungslegung nach IFRS, die Vorgaben strahlen nicht auf das (deutsche) Steuerrecht aus. Die unterschiedliche Behandlung kann zu temporären Differenzen führen (IAS 12.5), für die latente Steuern (deferred tax-Positionen) zu erfassen sein könnten. Gegen die Erfassung einer Steuerlatenz könnte aber ein besonderes Ansatzverbot (initial recognition exception) sprechen.

Für den Nachweis des Bestehens einer temporären Differenz ist zunächst zu klären, was die tax base aus der Erfassung von Leasingverhältnissen on-balance ist. Wegen der Unbestimmtheit der Definition des Steuerwerts kann abgestellt werden auf

  • den in der Bestandsrechnung (Bilanz) nach IFRS erfassten Aktivposten (right-of-use-asset), da steuerlich die Ausgaben aus der Vereinbarung geltend gemacht werden, oder
  • den Passivposten (lease liability), wenn die Rückzahlung der Verbindlichkeit steuerlich relevant ist.

Bei Zuordnung zum right-of-use-asset fehlt der Verbindlichkeit (lease liability) ein Steuerwert. In der Konsequenz sind der lease liability daher auch keine temporären Differenzen zuzuordnen.

 

Wird auf die Verbindlichkeit als tax base abgestellt, entstehen sowohl für den Vermögenswert als auch die Verbindlichkeit im Zugangszeitpunkt temporäre Differenzen, die beide wegen der gleichlautenden initial recognition exeption mit einem Ansatzverbot für latente Steuern belegt sind. Auch in den Folgeperioden scheidet die Erfassung einer Steuerlatenz aus.

Mangels eindeutiger Vorgaben besteht de lege lata ein Ermessensspielraum für die Zuordnung der tax base entweder zum Vermögenswert oder zu einer Schuld.[1] Es ist daher eine stetig anzuwendende accounting policy-Entscheidung zu treffen (IAS 8.13).[2]

 

[1] Vgl. IFRS IC, Staff Paper, Deferred tax, Juni 2018, agenda ref 5, Tz. 19.

[2] Neben Leasingverhältnissen ergeben sich vergleichbare Fragestellungen für Rückbauverpflichtungen, die als

Teil der Anschaffungskosten eines Vermögenswerts erfasst werden (IAS 16.16(c)).