Änderungen an IFRS 3 zur Definition eines Geschäftsbetriebs in europäisches Recht übernommen

Am 22. Oktober 2018 hatte der IASB Änderungen an IFRS 3 herausgegeben. Die Änderungen betreffen die Vorgaben zur Abgrenzung eines Geschäftsbetriebs (business), somit die Abgrenzung des Anwendungsbereichs von IFRS 3. Da die Definition eines business nach IFRS 3 bislang nicht zweifelsfrei war, soll mit den Änderungen bestehende Unklarheiten bereinigt werden.

Die Änderung wurde am 22. April 2020 in EU-Recht übernommen und im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Änderungen sind auf Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden, bei denen der Erwerbszeitpunkt mit dem am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnenden Geschäftsjahr zusammenfällt oder danach liegt, und auf Erwerbe von Vermögenswerten, die zu oder nach Beginn dieses Geschäftsjahres getätigt werden. Der Zeitpunkt des Inkrafttretens in der Europäischen Union entspricht somit dem IASB-Datum.

Neue Definition eines business

Die Änderungen sind Ausfluss des sog. Post-Implementation Review (PIR) und beziehen sich auf die bisherige Definition eines Geschäftsbetriebs (business). Die Definition des Geschäftsbetriebs war bislang in IFRS 3 Appendix A verortet und wurde durch die Anwendungsleitlinien in IFRS 3.B7-12 erläutert.

Die Ergänzung in IFRS 3 stellt klar, dass ein business eine Gruppe von Tätigkeiten und Vermögenswerten umfasst, die mindestens einen Ressourceneinsatz (Input) und einen substanziellen Prozess beinhalten, die dann zusammen signifikant zur Fähigkeit beitragen, Leistungen (Output) zu produzieren.

Vorgelagerter concentration test als Vereinfachung

Der IASB hat eine Vereinfachung für die Beurteilung vorgesehen. Mittels eines sog. concentration test kann der Test auf das Vorliegen eines business nach den allg. Kriterien abgekürzt werden.

Dieser concentration test ist erfüllt, wenn nahezu der gesamte (substantially all) fair value der erworbenen Bruttovermögenswerte (gross assets) auf einen einzelnen identifizierbaren Vermögenswert oder eine Gruppe vergleichbarer Vermögenswerte entfällt (neuer IFRS 3.B7B).  Sind die Kriterien erfüllt, handelt es sich bei dem Erwerbsobjekt um kein business, IFRS 3 gelangt somit nicht zur Anwendung.