IASB verschiebt Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 auf 1. Januar 2023

In der Sitzung des International Accounting Standards Board (IASB) am 17.3.2020 ist die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunktes von IFRS 17 um zwei Jahre auf den 1. Januar 2023 beschlossen worden.

Nach mehr als 20 Jahren Beratung und Entwicklung wurde IFRS 17 – Versicherungsverträge im Mai 2017 veröffentlicht. Ziel der Entwicklung von IFRS 17 ist es, einen Standard für internationale Rechnungslegung zur einheitlichen Bilanzierung von Versicherungsverträgen zu entwickeln. Der in 2004 veröffentlichte und aktuell noch gültige IFRS 4 war bzw. ist als Interimsstandard konzipiert (Phase I). Hiernach können Unternehmen mit Versicherungsverträgen weitestgehend die bislang zugrunde gelegten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden für Versicherungsverträge beibehalten. Eine Vergleichbarkeit soll(te) durch umfangreiche Angabepflichten sichergestellt werden, welche aber durch lokale Auslegung der Rechnungslegungsstandards eingeschränkt ist.

Mit Veröffentlichung von IFRS 17 in 2017 ist die Phase II und damit die Ausarbeitung eigener IFRS-spezifischer konzeptioneller Grundlagen vorläufig abgeschlossen. IFRS 17 wurde ursprünglich mit dem 1. Januar 2021 als verbindlichem Datum des Inkrafttretens veröffentlicht. Im Anschluss an die Veröffentlichung des Standards wurden von den Erstellern und anderen Interessengruppen jedoch Bedenken hinsichtlich bestimmter Anforderungen von IFRS 17 geäußert. Infolgedessen wurde im Juni 2019 der Exposure Draft (ED) 2019/4 – Amendments to IFRS 17 mit einer 90-tägigen Kommentierungsfrist, die am 25. September 2019 endete, veröffentlicht.

Im Anschluss an die Kommentierungsfrist hat das IASB beschlossen, wie mit den zum ED erhaltenen Anmerkungen und Vorschlägen umzugehen ist. Im Rahmen dessen wurde zuletzt entschieden, die Erstanwendung des IFRS 17 auf Geschäftsjahre beginnend ab dem 1.1.2023 zu verschieben. Gleichzeitig ist der Zeitraum für die vorübergehende Befreiung bestimmter Versicherungsunternehmen von der Anwendung des IFRS 9 verlängert. Damit bleibt für die betroffenen Versicherungsunternehmen die Anwendung von IAS 39 für Geschäftsjahre, die vor dem 1. Januar 2023 beginnen, zulässig.

Die Verschiebung soll ausreichend Zeit für eine geordnete Einführung des geänderten IFRS 17 einräumen. Durch diese Maßnahme sollen Herausforderungen bei der Umsetzung erleichtert und die erstmalige Anwendung von IFRS 17 verbessert werden.

Einer Publikation von BDO International sind sämtliche Änderungen an IFRS 17 gegenüber dem ursprünglichen Standard vom Mai 2017 zu entnehmen. Diese Publikation illustriert auch, welche Änderungen am ursprünglichen Standard wie im ED vorgeschlagen und welche leicht abgeändert final übernommen wurden sowie welche zusätzlichen Änderungen beschlossen wurden. Um mehr zu erfahren, können Sie die Publikation (englische Sprache) hier herunterladen.