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Akquisitionsfinanzierung im Marktumfeld steigender Zinsen

Worauf Käuferinnen und Käufer jetzt achten sollten

Unternehmensübernahmen und Beteiligungserwerbe gehören für viele Unternehmen zu den wichtigsten Instrumenten, um Wachstum zu beschleunigen, neue Märkte zu erschließen, Kompetenzen aufzubauen oder die eigene Marktposition nachhaltig zu stärken. Insbesondere im Mittelstand spielen Mergers & Acquisitions (M&A) eine zentrale Rolle bei Nachfolgelösungen, Internationalisierungsstrategien und der Umsetzung von Buy-and-Build-Konzepten. 

Auch wenn die Zahl der Transaktionen in den vergangenen Jahren unter dem Einfluss geopolitischer Unsicherheiten, hoher Inflation und gestiegener Finanzierungskosten zeitweise rückläufig war, bleibt die strategische Bedeutung von Akquisitionen unverändert hoch. Allerdings hat sich das Umfeld für Käufer deutlich verändert. Während Übernahmen in der Niedrigzinsphase häufig mit einem hohen Fremdkapitalanteil finanziert wurden, erfordern steigende Zinsen heute eine wesentlich sorgfältigere Planung und Strukturierung der Akquisitionsfinanzierung. 

Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr nur, ob eine Übernahme strategisch sinnvoll ist, sondern auch, wie sie langfristig tragfähig finanziert werden kann.

Höhere Zinsen verändern die Spielregeln bei M&A-Transaktionen 

Das gestiegene Zinsniveau wirkt sich unmittelbar auf die Kosten der Fremdfinanzierung aus. Höhere Finanzierungskosten reduzieren die erwartete Eigenkapitalrendite und können die Wirtschaftlichkeit einer Transaktion erheblich beeinflussen. 

Gleichzeitig achten Banken, Debt Funds und andere Kapitalgeber stärker auf die finanzielle Stabilität des Erwerbers und des Zielunternehmens. Im Fokus stehen dabei insbesondere: 

  • EBITDA und operative Ertragskraft
  • Cashflow-Generierung
  • Verschuldungsgrad (Leverage)
  • Schuldendienstfähigkeit
  • Eigenkapitalquote
  • Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells

Je höher die Finanzierungskosten ausfallen, desto wichtiger wird die Frage, ob das Zielunternehmen ausreichend Cashflows erwirtschaftet, um Zins- und Tilgungsverpflichtungen dauerhaft bedienen zu können. 

Darüber hinaus erschwert die Unsicherheit über die zukünftige Zinsentwicklung die Finanzierungsplanung. Käufer sollten deshalb verschiedene Szenarien modellieren und prüfen, wie sich veränderte Marktbedingungen auf Liquidität, Rentabilität und Unternehmenswert auswirken. 

Die richtige Kombination der Finanzierungsbausteine 

Eine moderne Akquisitionsfinanzierung besteht häufig aus mehreren Komponenten. Ziel ist es, die Finanzierungskosten zu optimieren, ausreichende Liquiditätsreserven zu schaffen und gleichzeitig die finanzielle Flexibilität des Unternehmens zu erhalten. 

Zu den wichtigsten Finanzierungsbausteinen gehören: 

Senior Debt
Das klassische Bankdarlehen bildet häufig die Basis einer Akquisitionsfinanzierung. Es weist in der Regel die niedrigsten Finanzierungskosten auf, ist jedoch meistens mit Sicherheiten, Covenants und detaillierten Berichtspflichten verbunden. 

Private Debt
Private-Debt-Fonds gewinnen zunehmend an Bedeutung. Sie stellen Fremdkapital außerhalb des klassischen Bankensektors bereit und bieten oftmals größere Flexibilität bei Struktur, Laufzeit und Finanzierungsvolumen. Dies kann insbesondere bei komplexen Transaktionen oder größeren Akquisitionen von Vorteil sein. 

Mezzanine-Kapital
Mezzanine-Finanzierungen verbinden Elemente von Eigen- und Fremdkapital. Sie stärken die Kapitalstruktur und können Finanzierungslücken schließen, ohne dass unmittelbar neue Gesellschafter aufgenommen werden müssen. Typische Formen sind Nachrangdarlehen oder stille Beteiligungen. 

Verkäuferdarlehen (Vendor Loan)
In bestimmten Situationen beteiligt sich auch der Verkäufer an der Finanzierung der Transaktion. Ein Verkäuferdarlehen kann dazu beitragen, Finanzierungslücken zu schließen und gleichzeitig Vertrauen in die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu signalisieren. 

Eine robuste Kapitalstruktur reduziert Risiken 

Gerade in einem Umfeld steigender Zinsen kommt einer ausgewogenen Kapitalstruktur besondere Bedeutung zu. Erfolgreiche Akquisitionsfinanzierungen basieren nicht auf einer maximalen Verschuldung, sondern auf einem ausgewogenen Verhältnis von Rendite, Risiko und finanzieller Stabilität. 

Zu hohe Fremdkapitalquoten können die Handlungsfähigkeit nach dem Unternehmenskauf erheblich einschränken. Fallen die erwarteten Synergien geringer aus, verzögert sich die Integration oder verschlechtert sich das Marktumfeld, können hohe Finanzierungslasten schnell zu Liquiditätsengpässen führen. 

Eine robuste Kapitalstruktur berücksichtigt deshalb: 

  • ausreichende Liquiditätsreserven,
  • realistische Umsatz- und Ergebnisplanungen,
  • verschiedene Markt- und Zinsszenarien,
  • potenzielle Integrationskosten,
  • ausreichende finanzielle Flexibilität für weiteres Wachstum.

Frühzeitige Planung erhöht die Erfolgschancen 

Die Finanzierung sollte nicht erst kurz vor dem Abschluss einer Transaktion betrachtet werden. Vielmehr ist eine frühzeitige Auseinandersetzung mit möglichen Finanzierungsoptionen entscheidend für den Erfolg einer Übernahme. Der Zeitplan für die Akquisitionsfinanzierung wird dabei im Wesentlichen durch den Zeitplan der M&A-Transaktion bestimmt, gerade wenn die M&A-Transaktion mit mehreren Bietern läuft.  

Eine professionelle Akquisitionsfinanzierung umfasst unter anderem: 

  • Analyse und Strukturierung des Kapitalbedarfs,
  • Erstellung und Bewertung unterschiedlicher Finanzierungsmodelle,
  • Ansprache geeigneter Finanzierungspartner,
  • Verhandlung von Konditionen und Vertragswerken,

Fazit 

Durchdachte Akquisitionsfinanzierungen sind gerade im Umfeld höherer Zinsen ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmensübernahmen. Allerdings sind die Anforderungen an Käufer gestiegen: Eine zu hohe Verschuldung, unzureichende Liquiditätspuffer, ungünstige Tilgungsstrukturen oder restriktive Covenants können die Finanzierung und den langfristigen Transaktionserfolg erheblich belasten. Eine frühzeitige Planung, die Prüfung verschiedener Finanzierungsquellen und eine ausgewogene Kapitalstruktur sind daher entscheidend. 

Unser erfahrenes BDO Debt Advisory Team unterstützt Unternehmen und Investoren sektorübergreifend dabei, diese Risiken zu reduzieren und eine passende Akquisitionsfinanzierung zu strukturieren. Unser Leistungsspektrum umfasst insbesondere: 

  • Analyse der Finanzierungsfähigkeit und Verschuldungskapazität,
  • Entwicklung und Optimierung der Finanzierungsstruktur,
  • Identifikation und Ansprache geeigneter Banken, Debt Funds und weiterer Kapitalgeber
  • Vergleich der Angebote und Begleitung der Verhandlungen bis zum Abschluss.

Mit unserem produkt- und kapitalgeberagnostischen Ansatz schaffen wir Wettbewerb zwischen Finanzierungsalternativen, erhöhen die Transparenz und unterstützen dabei, Finanzierungsspielräume optimal zu nutzen und Transaktionsrisiken frühzeitig zu adressieren. 


Sprechen Sie uns gerne an. 

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