Vor dem Hintergrund des beschleunigten Ausbaus erneuerbarer Energien in Deutschland bis 2030 gewinnt die Frage der Systemintegration zunehmend an Bedeutung. Trotz ambitionierter Ausbauziele für Wind an Land, Wind auf See und Photovoltaik wächst die installierte Erzeugungskapazität schneller als die Netzinfrastruktur; dies macht flexible Speicherlösungen zu einem zentralen Baustein der Energiewende. Großbatteriespeicher können kurzfristig Last- und Preisfluktuationen ausgleichen, Engpässe mindern und durch netzdienlichen Einsatz Redispatch-Kosten reduzieren — gleichzeitig eröffnen sie Handelsmöglichkeiten an Spotmärkten (Arbitrage).

Batteriespeicher und Netzausbau

Bis 2030 sollen die erneuerbaren Energien entsprechend der Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2023) und des Wind-auf-See-Gesetzes ausgebaut und die Erzeugungskapazitäten von Wind an Land und auf See sowie Photovoltaik auf 360 Gigawatt (GW) gesteigert werden. Ende 2024 lag die installierte Leistung erneuerbarer Energien in Deutschland bei insgesamt 188 GW1, in diesem Jahr erhöht sich Leistung voraussichtlich auf über 210 GW. Um die zusätzlich installierte Leistung der erneuerbaren Energien nutzen zu können, ist im Zuge der Energiewende eine zielgerichtete Systemintegration vonnöten. Dabei liegen in den Bereichen Batteriespeicher und Netzausbau die größten wirksamen Hebel zur Systemintegration der erneuerbaren Energien. 

Da der Netzausbau aber mit der zusätzlich installierten Leistung von erneuerbaren Energien nicht Schritt hält, spielen Großbatteriespeicher eine wichtige Rolle dabei, mehr Effizienz aus dem Zubau von Photovoltaik und Wind zu erreichen, Preis- und Lastspitzen zu glätten, Engpässe zu verringern und Regelenergie zu liefern. Derzeit sind deutschlandweit circa 2,2 Millionen stationäre Stromspeicher mit einer Speicherkapazität von insgesamt 23 GWh2 installiert  und Großbatteriespeicher mit einer Gesamtbruttoleistung von circa 2,4 GW bzw. einer nutzbaren Gesamtspeicherkapazität von rund 3,2 GWh in Betrieb3. Währenddessen warten im Übertragungsnetz Großspeicher-Projekte mit einer Leistung von rund 226 GW auf eine Anschlussprüfung. 

Batteriespeicher im Arbitrage-Handel

Batteriespeicher können die Preisspreads, die an den Spotmärkten (Day-Ahead / Intraday) bspw. durch überhöhte Einspeisung von Solarenergie entstehen, für Arbitrage-Handel nutzen, indem sie in günstigen Zeiten einspeisen und in teuren Zeiten ausspeisen (s. Großbatteriespeicher als Schlüssel zur Energiewende - BDO).

BDO erwartet für die Wirtschaftlichkeit dieser Form des Handels in Zukunft eine Gegenläufigkeit, u.a. aufgrund folgender Effekte:

  • Mittelfristiger Zuwachs von Opportunitäten durch den Kohleausstieg und weiteren Zubau von erneuerbaren Energien
  • Implementierung von Demand-Side-Management und Kannibalisierungeffekte durch starken Batteriezubau flachen die Kurve ab bzw. lassen sie ab ca. 2030 sinken

Ungeachtet der etwaigen Wirtschaftlichkeit können Großbatterien bei einem richtigen Einsatz Preisspitzen glätten und dazu beitragen, Engpässe zu mitigieren. Setzt man diese Batterien netzdienlich ein, können nicht nur Redispatch-Kosten gesenkt, sondern auch langfristig Verzögerungen beim Netzausbau ausgeglichen werden. 

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Mehr Informationen rund um das Thema „Batteriespeicher und Netzausbau im Wandel energiepolitischer Rahmenbedingungen“ finden Sie hier.




Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., URL: https://www.bdew.de/energie/erneuerbare-energien/

2 Quelle: Bundesverband der Solarwirtschaft e.V., Stand Juli 2025, URL:  https://www.solarwirtschaft.de/2025/10/06/solarwirtschaft-fordert-2030-ausbauziel-fuer-batteriespeicher/

3 Quelle: Bundesnetzagentur, Stand 15.10.2025, URL: https://www.bundesnetzagentur.de/1076806

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