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Nachhaltigkeitsberichterstattung im Mittelstand: Ein Erfahrungsbericht zur freiwilligen ESRS-Umsetzung

Die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt sich dynamisch – gleichzeitig bietet die Verschiebung der Berichtspflicht Unternehmen wertvolle Spielräume. Wie lässt sich diese Phase strategisch nutzen und welche Herausforderungen gilt es dabei zu meistern? Unsere aktuelle Case Study zeigt am Beispiel eines deutschen Mittelstandsunternehmens, wie die verschobene Berichtspflicht für einen freiwilligen Bericht genutzt werden kann, um Strukturen aufzubauen, Prozesse zu testen und fundierte Entscheidungen für die zukünftige Berichterstattung zu treffen – pragmatisch und unternehmerisch sinnvoll.

Die Haufe Group hat sich bewusst dafür entschieden, frühzeitig einen freiwilligen externen Bericht zu veröffentlichen, der sich an den ESRS orientiert. Begleitet wurde der Prozess von den Expertinnen und Experten von BDO. Dabei stand nicht die vollständige regulatorische Umsetzung im Fokus, sondern ein klarer, praktikabler Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichtserstattung, der echten Mehrwert für das Unternehmen schafft. Ziel war es, Erfahrungen zu sammeln, ohne sich durch regulatorische Detailtiefe ausbremsen zu lassen.



Über das Unternehmen

Die Haufe Group im Überblick:  

  • Rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 
  • Umsatz von ca. 560 Mio. EUR (GJ25) 
  • Zehn Standorte in Deutschland und Europa 
  • Führender B2B-Anbieter für integrierte Unternehmens- und Arbeitsplatzlösungen
    (Content, Software, Weiterbildung) 

 

Strukturierte Einbindung der Fachbereiche bei der Datenerfassung 

Ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Aufsetzen des Berichts war die frühzeitige und strukturierte Einbindung aller relevanten Fachbereiche. Ziel war ein effizienter Prozess, der Akzeptanz schafft und operative Belastung begrenzt.  

Vorgehensweise:  

  • Frühzeitige Information zu ESRS-Anforderungen und Einbindung in die doppelte Wesentlichkeitsanalyse 
  • Klare Identifikation relevanter Inhalte und Datenanforderungen je Themenfeld 
  • Entwicklung passgenauer Templates für die Datenerhebung 
  • Eindeutige Rollen und Verantwortlichkeiten 
  • Verbindliche Zeitpläne und konsequentes Fortschritts-Tracking 

Dieser strukturierte Ansatz ermöglichte ein zielgerichtetes Vorgehen ohne unnötige Komplexität. „Unser Ziel war nicht die vollständige Umsetzung der CSRD-Anforderungen, sondern ein klarer, praxisorientierter Startpunkt“, sagt Christel Nelius, Teamlead Corporate Sustainability der Haufe Group.  

 

Gemeinsames Verständnis als Grundlage der Zusammenarbeit

In der Praxis zeigte sich schnell: Die Wissensstände zu ESRS-Anforderungen unterscheiden sich stark zwischen den Fachbereichen. Entscheidend war daher, regulatorische Anforderungen nicht eins zu eins weiterzugeben, sondern verständlich und anwendungsnah zu übersetzen.  

Erfolgsfaktoren dabei:  

  • Vereinfachte Darstellung komplexer ESRS-Anforderungen 
  • Arbeit mit konkreten, themenspezifischen Fragestellungen satt Paragraphenbezügen 
  • Aufbau auf bereits vorhandenen Daten und Inhalten
  • Klare Beschreibung der Erwartungen in allen Templates 

Das Ergebnis: hohe Datenqualität bei gleichzeitig effizienter Datenerhebung – ohne Überforderung der beteiligten Teams. 

 

Von Daten zu Text: Berichtserstellung als integrierter Prozess 

Die Erstellung der Berichtstexte machte deutlich, wie eng regulatorische Anforderungen, Datenbasis und Unternehmenskommunikation miteinander verzahnt sind.  

Im Fokus standen: 

  • Verständliche Aufbereitung komplexer Inhalte 
  • Konsistenz und Vermeidung von Redundanzen 
  • Sicherstellung der unternehmenseigenen Tonalität („Corporate Language“) 

 

Eine zentrale Aufgabe bei der Texterstellung war die Verknüpfung von Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impact, Risks & Opportunities – IROs) mit den zugehörigen Konzepten, Maßnahmen und Zielen. Entscheidend dabei: Viele dieser Elemente existierten bereits im Unternehmen – sie müssen nicht neu erfunden, sondern sinnvoll eingeordnet werden.   

Bewährte Vorgehensweise:  

  • Analyse bestehender Nachhaltigkeitskonzepte, Maßnahmen und Ziele 
  • Systematische Zuordnung zu den relevanten IROS der Wesentlichkeitsanalyse 
  • Enge Abstimmung mit Fachbereichen 

So entstand ein inhaltlich schlüssiger Bericht, der vorhandene Substanz sichtbar macht und gleichzeitig Entwicklungspotenziale aufzeigt.  

„Das BDO-Team hat uns bei der Erstellung unseres Nachhaltigkeitsberichts mit hoher fachlicher Expertise und Flexibilität unterstützt. Gemeinsam haben wir einen guten Weg gefunden, einen großen Schritt hin zur ESRS-Berichterstattung zu machen“, so Christel Nelius.  

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren im Überblick

  1. Frühe Einbindung aller relevanten Unternehmensbereiche 
  2. Klare Verantwortlichkeiten je Themenstandard und Fachbereich 
  3. Verständliche und praxisnahe Kommunikation der regulatorischen Anforderungen 
  4. Konsistente Verknüpfung von IROs mit bestehenden Konzepten, Maßnahmen und Zielen 
  1. Agiles Projektmanagement mit transparentem Fortschritts-Tracking 

 

Mehr erfahren

Hier geht es zum vollständigen Nachhaltigkeitsbericht der Haufe Group: Nachhaltigkeitsbericht_HG_2025

 

Fazit: Von der Pflicht zur strategischen Vorbereitung 

Die Verschiebung der Berichtspflicht ist kein Stillstand, sondern eine strategische Chance. Sie ermöglicht insbesondere mittelständischen Unternehmen, ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung schrittweise aufzubauen – mit klarem Fokus auf Relevanz, Effizienz und Umsetzbarkeit.

Der Ansatz der Haufe Group zeigt: Wer frühzeitig beginnt, schafft belastbare Strukturen, entwickelt Kompetenz und gewinnt Handlungssicherheit – ohne sich von regulatorischen Anforderungen treiben zu lassen. Freiwillige Berichterstattung wird damit zum unternehmerischen Instrument: nicht als Selbstzweck, sondern als Grundlage für fundierte Entscheidungen und nachhaltige Weiterentwicklung.

Das gilt auch für die Unternehmen, die auch künftig nicht zwingend in die Berichtspflicht fallen.  

BDO unterstützt Sie dabei, den Schritt von der freiwilligen Initiative zur professionellen, zukunftsfähigen Nachhaltigkeitsberichtserstattung zu gestalten – strukturiert, pragmatisch und wirkungsvoll. Damit legen Sie die Basis für weitere strategische Umsetzungsschritte in Ihrem Unternehmen.  

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