Was ursprünglich als regulatorische Initiative konzipiert wurde, entwickelt sich zunehmend zu einem strategischen Wettbewerbsfeld für Asset Manager, KVGen und Vertriebspartner. 

Mit ELTIF 2.0 wurden zentrale Markteintrittsbarrieren signifikant reduziert und der Zugang für Retail-Investoren im Rahmen der Demokratisierung von Private Markets deutlich erweitert. Gleichzeitig verlagert sich der Fokus von der Produktkonzeption hin zur operativen Skalierbarkeit und Governance-Fähigkeit.

Marktüberblick – Von der Regulierung zum Wachstumstreiber

ELTIF 2.0 hat den Zugang zu Private Markets im Retail-Segment geöffnet und ermöglicht erstmals skalierbare, semi-liquide Fondsstrukturen. Die Marktdynamik ist deutlich spürbar:

  • Rekordzahl neuer Produkte: Die Zahl neu aufgelegter ELTIFs ist nach Einführung von ELTIF 2.0 deutlich gestiegen und erreichte 2024/2025 neue Höchststände. 1
  • Retail im Fokus: 68 % der Produkte adressieren Retail-Investoren (42 % Retail + Professional, 26 % Retail-only).

Zentrale Entwicklungen 2025/2026

  • Präzisierte Leitlinien zu semi-liquiden Strukturen und Fondsarchitekturen
  • Erweiterte Anforderungen aus AIFMD II, insbesondere im Liquiditätsmanagement
  • Stärkung des Retail-Zugangs durch die europäische Retail Investment Strategy
  • Fortschritte im Rahmen der Kapitalmarktunion zur Förderung langfristiger Investments

Operative Realität 2026 – Hybride ELTIF-Modelle als Herausforderung für Asset Manager

ELTIF-Strukturen entwickeln sich zu hybriden, semi-liquiden Vehikeln mit Evergreen-Charakter und durchbrechen damit klassische Fondslogiken. Für Asset Manager ergeben sich daraus neue Anforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, insbesondere in der Liquiditätssteuerung, Bewertung sowie in investorenbezogenen Prozessen.

Zentrale operative Handlungsfelder im Asset Management

Vertrieb & Plattformintegration 

  • Übersetzung komplexer Produktstrukturen in verständliche, vertriebsfähige Investmentkonzepte
  • Klare Produktlogik für Berater und Investoren als Grundlage für erfolgreiche Platzierung
  • Integration in bestehende digitale Vertriebsplattformen und Intermediärsnetzwerke
  • Schulung und Enablement von Vertriebseinheiten zur Sicherstellung der Beratungsfähigkeit

Liquiditätsmanagement & Risiko 

  • Steuerung von Rücknahmefenstern, Gating und Matching-Mechanismen
  • Vermeidung struktureller Liquiditätsmismatches zwischen illiquiden Assets und Investorenliquidität
  • Aufbau belastbarer Steuerungs-, Kontroll- sowie Liquiditätsprognose- und Stresstestmodelle
  • Implementierung dynamischer Liquiditätssteuerungsmechanismen für semi-liquide Strukturen

Operations & Prozesse 

  • Erhöhte Taktung von NAV-Berechnungen unter Berücksichtigung illiquider Asset-Bewertungen
  • Skalierung von Transfer-Agent-, Register- und Abwicklungsprozessen bei steigenden Retail-Volumina
  • Deutlich steigende Transaktionsvolumina durch Retail-Investoren
  • Grenzen klassischer Automatisierung (STP) bei hybriden Fondsstrukturen und erhöhte Anforderungen an manuelle Eingriffe

2026: Das Jahr der Umsetzung – Vom Konzept zur skalierbaren Umsetzung

Der ELTIF verlässt das Proof-of-Concept-Stadium und tritt in die Phase der breiten Marktdurchdringung ein.

Nachhaltiger Erfolg im ELTIF-Markt erfordert ein klar definiertes, regulatorisch belastbares und technologisch skalierbares Target Operating Model, insbesondere im Umgang mit hybriden, semi-liquiden Fondsstrukturen.

BDO unterstützt Sie, den ELTIF erfolgreich umzusetzen

ELTIF Readiness & Health Check

  • Status-Analyse inkl. regulatorischer Einordnung (z. B. BaFin/CSSF)
  • Bewertung regulatorischer, operativer und vertrieblicher Anforderungen
  • Validierung der Fondsstruktur, Liquiditätsmechanik und Umsetzbarkeit
  • Identifikation von Lücken, Risiken und Handlungsfeldern
  • Schnelle Schaffung von Transparenz und Entscheidungsgrundlagen

Target Operating Model

  • End-to-End Design von Prozessen, Governance und IT
  • Entwicklung eines integrierten Operating Models für hybride, semi-liquide Fondsstrukturen 
  • Integration von Liquiditätsmanagement und Reporting
  • Definition klarer Rollen, Verantwortlichkeiten (RACI) und Schnittstellen
  • Etablierung von Kontrollmechanismen und Governance-Strukturen

Umsetzung & Integration

  • Identifikation und Auswahl geeigneter Dienstleister (Administratoren, Verwahrstellen, Plattformen)
  • Steuerung von RFP-Prozessen und Onboarding
  • Begleitung der technischen und operativen Implementierung
  • Integration von Systemen, Datenflüssen und Reportingstrukturen
  • Sicherstellung einer stabilen und skalierbaren Gesamtarchitektur




1Quelle: ESMA-Register (12/2025)

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