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Der European Long Term Investment Fund (ELTIF) - Vom Nischenprodukt zur skalierbaren Private Markets Plattform


Marktübersicht

Mit ELTIF 2.0 (anwendbar seit dem 10. Januar 2024) wurde der europäische Rahmen für langfristige Investitionen so weiterentwickelt, dass der Retail‑Vertrieb deutlich vereinfacht wird und zugleich neue semi‑liquide Strukturen möglich sind.

Der Beschleunigungseffekt zeigt sich sichtbar im Markt. Die Zahl neu aufgelegter ELTIFs ist nach ELTIF 2.0 stark gestiegen und erreichte 2024/2025 neue Höchststände.

Beim Fondsdomizil bleibt Luxemburg klar führender Hub (148 ELTIFs), gefolgt von Frankreich (54) und Irland (22), während Deutschland bislang nur eine kleine Rolle spielt.1

Auch die Investorensegmente verschieben sich. Ein signifikanter Teil der Produkte adressiert Retail oder kombiniert Retail und professionelle Anleger (42% Retail+Professional, 26% Retail‑only).1

Inhaltlich dominiert Private Debt den ELTIF‑Markt und gewinnt im Neugeschäft weiter an Bedeutung, gleichzeitig zeigt Private Equity einen spürbaren Nachfrageimpuls, während Real Estate relativ an Relevanz verliert.2

1Quelle: ESMA Register of authorised European long-term investment funds (ELTIFs); Stand: 15.12.2025
2Quelle: Scope Studie; Stand: 31.12.2024


Operative Komplexität als Potenzial für Marktteilnehmer

ELTIFs funktionieren operativ nicht wie klassische UCITS und auch nicht wie reine Geschlossene AIFs, sie verbinden beide Welten und stellen enorme Herausforderungen für bestehende Betriebsmodelle dar.

Viele Marktteilnehmer erwarten spürbares Wachstum erst zeitverzögert, weil Abwicklungsprozesse, Systeme und Schnittstellen vielerorts noch aufgebaut werden müssen, während Produktauflagen bereits schneller laufen als die operative Implementierung.

Gerade bei semi‑liquiden Konzepten wird Liquidität als zentrales, operatives und kommunikatives Risiko gesehen, weniger als reine Portfoliofrage. Rücknahmefenster, Gating und Matching erhöhen den Abstimmungsbedarf zwischen KVG, Administrator und Verwahrstelle erheblich.

Implikationen für KVGs und Asset Manager:
Portfolio‑ und Liquiditätssteuerung (inkl. Regeln für Rücknahmen, Gates, Notice Periods) müssen von Beginn an operationalisiert werden. Es benötigt klare Verantwortlichkeiten, belastbare Kontrollen, Stress‑Tests und eine Daten- und Reporting‑Logik, die in der Realität belastbar sind.

Implikationen Asset Servicer/Fondsadministratoren:
Hier entsteht Druck vor allem bei NAV‑ und Registerprozessen. Retail‑Transaktionen erhöhen Taktung und Volumen (viele kleine Zeichnungen/Rückgaben), der NAV wird transaktionskritisch, und die Automatisierung stößt dort an Grenzen, wo hybride Mechaniken (z.B. internes Matching) zusätzliche Prozessbausteine erzwingen.

Implikationen für Distributoren/Plattformen: 
Ohne verständliche Produktlogik, konsequente Berater‑Education und eine Abwicklung, die in Bank- und Plattformlandschaften sauber integrierbar ist, wird die Skalierung trotz Nachfrage hinter den Erwartungen schwer machbar sein.


2026 wird zum Umsetzungsjahr

Der ELTIF verlässt das Proof‑of‑Concept-Stadium, und der Wettbewerb verschiebt sich von „wer launcht Produkte?“ hin zu „wer skaliert operativ, sicher und vertrieblich überzeugend?“.

Im Markt setzen sich dabei tendenziell semi‑liquide Strukturen als Standard durch, weil sie Retail‑Zugänglichkeit mit planbaren Liquiditätsmechaniken verbinden - aber eben nur, wenn Betriebsmodell, IT‑Landschaft und Dienstleistersteuerung darauf ausgelegt sind.

Genau hier liegen die wiederkehrenden Pain Points: Produktdesign und Regulierung reichen alleine nicht aus. Die eigentliche Differenzierung entsteht über Distribution‑Readiness, Daten-/Systemfähigkeit, Governance und robuste Prozesse entlang der Wertschöpfungskette.


Wie wir Sie unterstützen, ELTIF erfolgreich umzusetzen

Die Ansprache von Privatanlegerinnen und -anlegern mit semi‑liquiden Strukturen erhöht die Komplexität des Betriebsmodells für Asset Manager und Asset Servicer erheblich. Es ist notwendig, die Auswirkungen der Auflage eines ELTIF auf verschiedene Bereiche der Wertschöpfungskette zu untersuchen.

Health Check
  • Unterstützung bei der Erstellung der Unterlagen für den Zulassungsantrag in Deutschland (BaFin) oder Luxemburg (CSSF).
  • Qualitätskontrolle der Handlungsfelder (offene/geschlossene Struktur; angestrebte Anlegerstruktur).
  • Bewertung des beabsichtigten Zielinvestments (ELTIF).

Definition des Betriebsmodells
  • Analyse und Bewertung der bestehenden Geschäftsprozesse & Technologielandschaft auf ELTIF-Readiness.
  • Definition des Sourcing-Modells auf Basis relevanter Designprinzipien und Anforderungen.
  • Definition einer Transformations-Roadmap hin zum zukünftigen Betriebsmodell.

Dienstleisterauswahl
  • Identifikation geeigneter Anbieter auf Basis vordefinierter Anforderungen.
  • Erstellung von RFI- / RFP-Fragebögen und Bereitstellung von technischer Expertise.
  • Prüfung, Bewertung, Scoring und Diskussion der RFP-Antworten.
  • PMO- und Fachexperten-Unterstützung während des Onboardings von Dienstleistern.

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