Vom Fördermodell zum Kapitalmarktmodell: Die Reform als Wachstumstreiber im Retail-Segment
Die Reform der privaten Altersvorsorge führt dazu, dass sich die Grundlogik des Marktes von garantiebasierten Förderprodukten hin zu standardisierten, kapitalmarktbasierten Lösungen mit breiter Zielgruppenreichweite verschiebt und stellt sowohl etablierte Asset Manager als auch neue digital skalierende Marktteilnehmer im Retail-Segment vor neue Anforderungen.
Regulatorische Neuausrichtung und Marktbewegungen im Überblick
- Renditeorientierte, kapitalmarktbasierte Anlagen ersetzen schrittweise garantiebasierte Produktstrukturen 1
- Der Wegfall verpflichtender Garantien ermöglicht höhere Renditechancen und stärkt kapitalmarktorientierte Anlageformen 1
- ETF- und fondsbasierte Lösungen gewinnen deutlich an Bedeutung und erhöhen den Kostendruck 1
- Die Einführung standardisierter, kosteneffizienter Referenzprodukte erhöht den Wettbewerbs- und
Preisdruck im Markt 1 - Die staatliche Förderung wird zielgruppenspezifischer und adressiert verstärkt jüngere, kapitalmarktaffine Anleger 1
Die Reform eröffnet neue Wachstumspotenziale im Retail-Segment, setzt jedoch voraus, dass Operating-Modelle konsequent auf volumengetriebene Strukturen ausgerichtet werden.
Operative Anforderungen für Asset Manager
Das Altersvorsorgedepot verändert die gesamte Wertschöpfungskette im Asset Management von Produktdesign und Vertrieb (Front Office) über Steuerung und Risiko (Middle Office) bis hin zu Abwicklung und Reporting (Back Office). Damit wird für Asset Manager die Fähigkeit entscheidend, große Retail-Volumina standardisiert und kosteneffizient über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu managen.
Ausblick & Positionierung: Neue Wettbewerbsdynamiken im Asset Management
Die Veränderungen entlang der Wertschöpfungskette führen zu einer Verschiebung des Wettbewerbs im Altersvorsorgedepot. Entscheidend ist die Fähigkeit, Lösungen effizient und in großem Umfang in den Markt zu bringen. Skalierbarkeit, Kostenstruktur und operative Exzellenz werden zu zentralen Differenzierungsfaktoren im Wettbewerb um Retail-Volumen.
Was bedeutet das konkret für das Asset Management?
Erfolgsentscheidend sind:
Klares Zielbild:
- Produkt- und Geschäftsmodellentscheidungen müssen die Anforderungen eines skalierenden Retailgeschäfts frühzeitig berücksichtigen
Skalierbare Operating-Modelle:
- Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Produktdesign über Risiko bis hin zu Abwicklung und Reporting müssen konsequent auf Volumen und Standardisierung ausgerichtet sein
Nahtlose Integration:
- Vertrieb, Plattformen und IT-Systeme müssen effizient zusammenarbeiten und durchgängige Prozessketten ermöglichen
BDO unterstützt Asset Manager dabei, die Anforderungen des Altersvorsorgedepot erfolgreich umzusetzen
Wir unterstützen Asset Manager dabei, die Auswirkungen des Altersvorsorgedepots strategisch einzuordnen und in skalierbare Geschäftsmodelle zu überführen. Unser Ansatz umfasst dabei insbesondere:
Strategie & Marktpositionierung
- Ableitung strategischer Handlungsoptionen sowie Definition von Zielkundensegmenten und skalierbaren Produktstrategien im Retail-Geschäft
Target Operating Model
- Design skalierbarer Betriebsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Produktdesign über Risiko bis hin zu Abwicklung und Reporting
- Bewertung und Optimierung von Prozessen, IT und Governance-Strukturen im Hinblick auf Standardisierung und Volumenfähigkeit
Implementierung & Transformation
- Umsetzung neuer Produkt- und Betriebsmodelle sowie Anpassung zentraler Prozesse entlang Front,
Middle und Back Office - Steuerung von Transformationsprojekten und Integration relevanter Dienstleister und Plattformen
1 Quelle: Bundesfinanzministerium (04/2026)