Der deutsche Wealth-Management-Markt tritt in eine neue Konsolidierungsphase

Der deutsche Wealth-Management-Markt ist durch eine stark fragmentierte Anbieterstruktur mit zahlreichen unabhängigen Vermögensverwaltern, Wealth-Management-Boutiquen und spezialisierten Häusern geprägt. Steigende regulatorische Anforderungen, anstehende Nachfolgeregelungen sowie notwendige Investitionen in Technologie, Dateninfrastruktur und Digitalisierung erhöhen insbesondere für kleinere und mittelgroße Anbieter den wirtschaftlichen und operativen Konsolidierungsdruck.

Diese Entwicklung begünstigt strategische Zusammenschlüsse, Unternehmensübernahmen und Buy-and-Build-Transaktionen, aus denen größere Wealth-Management-Gruppen und neue Plattformstrukturen hervorgehen. Investorengestützte Plattformmodelle bündeln dabei mehrere bislang eigenständige Gesellschaften unter einer gemeinsamen Gruppenstruktur, ohne Kundenbeziehungen, Marken oder Investmentkompetenzen vollständig zu zentralisieren.

Damit verändert sich die Marktstruktur: Unabhängige Einzelhäuser bestehen zunehmend neben größeren Wealth-Management-Gruppen und Plattformen. Während Kundenbetreuung, Beratung und Investmentkompetenz weiterhin dezentral verankert bleiben können, entsteht auf Gruppenebene die Notwendigkeit, operative Funktionen zu bündeln, zu standardisieren und über eine gemeinsame Infrastruktur zu skalieren.

Konsolidierung verändert die Anforderungen an das Back Office

Mit der Zusammenführung mehrerer Wealth-Management-Gesellschaften entsteht die Herausforderung, bislang eigenständige operative Strukturen in ein gemeinsames Betriebsmodell zu überführen. Unterschiedliche Systemlandschaften, Datenmodelle, Custodian-Anbindungen und Back-Office-Prozesse begrenzen die Realisierung von Skaleneffekten, wenn sie mit jeder Akquisition parallel fortgeführt werden.

Der Aufbau eines einheitlichen Back Office schafft die Grundlage, wiederkehrende Prozesse und zentrale Funktionen zu standardisieren, gemeinsame Plattformservices bereitzustellen und weitere Gesellschaften effizient in die Gruppe zu integrieren.

Vier Handlungsfelder für ein skalierbares Back Office:

  • Prozesse standardisieren und automatisieren: Back-Office-Prozesse und Workflows werden harmonisiert, auf gemeinsame Standards ausgerichtet und durch STP, Workflow Automation und KI-gestützte Lösungen effizienter gestaltet.
  • Systeme und Schnittstellen integrieren: Portfolio-Management-, CRM- und Kernbankensysteme sowie Custodian- und Provider-Anbindungen werden über eine gemeinsame Architektur verbunden und durchgängige Front-to-Back-Prozesse etabliert.
  • Daten und Kontrollen vereinheitlichen: Gemeinsame Datenmodelle, Reportingstrukturen sowie Governance- und Kontrollmechanismen schaffen eine konsistente Grundlage für operative Prozesse und die gruppenweite Steuerung.
  • Skalierbare Plattformservices etablieren: Wiederverwendbare Services, Prozesse und Schnittstellen ermöglichen die strukturierte Integration weiterer Wealth-Management-Gesellschaften, ohne operative Strukturen für jede Akquisition neu aufzubauen.
  • Tax und Reporting als zentrale Services etablieren: Wiederkehrende steuerliche Anforderungen sowie Kunden-, Management- und regulatorische Reportings werden gruppenweit standardisiert und zentral bereitgestellt. Einheitliche Daten- und Berechnungslogiken schaffen Skaleneffekte, reduzieren manuelle Abstimmungen und ermöglichen neuen Gesellschaften einen schnellen Anschluss an bestehende Reporting- und Tax-Strukturen.

Vom fragmentierten Back Office zur integrierten Wealth Operations Platform

Die Konsolidierung unterschiedlicher Wealth-Management-Gesellschaften erfordert ein Zielbild, das dezentrale Kundennähe mit einer gemeinsamen operativen Infrastruktur verbindet. Kundenbeziehungen und Beratung können weiterhin in den einzelnen Gesellschaften verankert bleiben, während ausgewählte Investment- und Wealth-Planning-Kompetenzen sowie operative Funktionen auf Gruppenebene gebündelt werden.

Das einheitliche Back Office bildet hierfür die gemeinsamen operativen Bias. Standardisierte Prozesse, integrierte Datenstrukturen und zentrale Plattformservices verbinden die kundenorientierten Funktionen mit Kernbankensystemen, Custodians und weiteren externen Dienstleistern. Automatisierung und durchgängige Front-to-Back-Prozesse reduzieren manuelle Schnittstellen und schaffen die Voraussetzungen, zusätzliche Gesellschaften strukturiert in die Plattform zu integrieren.

Ziel ist ein Operating Model, in dem das verwaltete Vermögen und die Anzahl integrierter Gesellschaften wachsen können, ohne dass operative Komplexität und Kosten proportional zunehmen.

Zielbild einer integrierten Wealth-Management-Architektur

Ein skalierbares Wealth Management Operating Model verbindet dezentrale kundennahe Funktionen mit einer gemeinsamen operativen und technologischen Infrastruktur. Relationship Management, Beratung und Portfolio Management bilden weiterhin die Schnittstelle zum Kunden. Eine integrierte Operations-Plattform stellt darunter zentrale Daten-, Workflow-, Automatisierungs- und Kontrollfunktionen bereit und verbindet diese mit Custodians, Kernbankensystemen und weiteren externen Dienstleistern.

Ziel ist ein Operating Model, in dem zusätzliche Gesellschaften integriert werden können, ohne dass operative Komplexität und Kosten proportional mitwachsen.

Zielbild einer integrierten Wealth-Management-ArchitekturKlicken Sie hier, um eine größere Darstellung anzuzeigen

BDO unterstützt beim Aufbau skalierbarer Wealth Management Operations

BDO begleitet Wealth Manager und Investoren von der Entwicklung des Target Operating Models über die Integration bestehender Strukturen bis zur Umsetzung einer skalierbaren, automatisierten und resilienten Operations-Plattform.

Target Operating Model & Post-Merger Integration
Entwicklung von Operating Model, Governance und Organisationsstrukturen sowie Harmonisierung von Prozessen und Integration bestehender und neu hinzukommender Gesellschaften.

Platform & Process Integration
Integration von Portfolio-Management, CRM- und Kernbankensystemen sowie Custodian-Anbindungen, Zahlungsverkehr und Dokumentenmanagement in durchgängige Front-to-Back-Prozesse.

Digital Operations & Automation
Standardisierung und Automatisierung operativer Abläufe durch Straight Through Processing, Workflow Automation, RPA, Intelligent Document Processing und KI-gestützte Operations.

Data & Reporting
Aufbau einer konsistenten Datenbasis für Client und Portfolio Data Management, Management Information sowie Client und Regulatory Reporting auf Basis klarer Data-Governance-Strukturen.

Cyber Security & Operational Resilience

Stärkung von Cyber Security und Operational Resilience durch Identity & Access Management, DORA Readiness, Third Party Risk Management sowie Business Continuity und Incident Response.

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