In den vergangenen Jahren haben Aufsichtsbehörden ihre Erwartungen an eine wirksame interne Governance im europäischen Bankensektor deutlich verschärft. Der Wandel im regulatorischen Umfeld – zuletzt im EBA Consultation Paper on Internal Governance (EBA/CP/2025/20) – legt den Schwerpunkt verstärkt auf Managementverantwortung, Risikokultur sowie auf die Integrität von Führungs- und Kontrollstrukturen. Eine angemessene und wirksame Governance ist entscheidend für finanzielle Stabilität, Widerstandsfähigkeit von Instituten und das Vertrauen in das Bankensystem.
Die neuen Vorgaben knüpfen an bestehende Prinzipien an und erweitern diese um zusätzliche Aspekte – etwa zur Aufsicht über ESG-Themen, zum Umgang mit ICT- und KI-Risiken sowie zu Anforderungen an das Management von Third-Country Branches. Insbesondere die Erwartungen an das Risikomanagement dieser Niederlassungen wurden deutlich ausgeweitet. Darüber hinaus präzisieren die Draft Guidelines die Rollen und Verantwortlichkeiten der Leitungsorgane, fördern mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen und stärken die Effektivität der internen Kontrollfunktionen.
Auch wenn viele Institute ihre Governance-Strukturen in den letzten Jahren weiterentwickelt haben, zeigen die geplanten Änderungen, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht – vor allem im Hinblick auf klare Verantwortlichkeiten und einheitliche Prozesse. Aufsichtsbehörden erwarten eine konsistente Umsetzung über alle Ebenen und Standorte hinweg – unter Berücksichtigung des Grundsatzes der Proportionalität.
Diese Publikation bietet eine horizontale Analyse der vorgeschlagenen EBA-Änderungen, beleuchtet die zentralen Anpassungen und zeigt auf, welche praktischen Auswirkungen sich daraus für betroffene Institute ergeben.


