Der neue IFRS 20

Regulatorische Vermögenswerte und regulatorische Schulden

Grafik über Finanzen

Weil neue Rechnungslegungsvorschriften auch die regulatorische Steuerung verändern.

Mit IFRS 20, dem neuesten Zugang zu den International Financial Reporting Standards (IFRS), entstehen für Unternehmen mit preisregulierten Geschäftsmodellen neue Anforderungen an Rechnungslegung, Prozesse und Berichterstattung. Die Einführung des Standards erfordert nicht nur fachliche Anpassungen, sondern auch die Analyse regulatorischer Vergütungsmechanismen sowie Anpassungen von Datenstrukturen und Systemen bis hin zur zielgerichteten Information der Stakeholder.

BDO begleitet Unternehmen von der Betroffenheitsanalyse über die fachliche Konzeption bis zur operativen Umsetzung und verbindet dabei Accounting-Expertise mit fundiertem Regulatorik-Know-how, insbesondere in der Energiewirtschaft.

Mann und Frau schauen auf Laptop

Warum Unternehmen bereits heute aktiv werden sollten

Bislang bestand in den IFRS eine Regelungslücke hinsichtlich regulatorischer Ausgleichsposten. Der Interimsstandard IFRS 14, der nicht in EU-Recht übernommen wurde, ermöglichte lediglich Erstanwendern, regulatorische Posten nach lokalen Rechnungslegungsstandards zu erfassen und fortzuführen.

Mit IFRS 20 „Regulatorische Vermögenswerte und regulatorische Schulden“ wurde diese Regelungslücke im Mai 2026 geschlossen. Der Standard ist – vorbehaltlich eines EU-Endorsements - verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2029 beginnen. Die Erstanwendung erfolgt retrospektiv; eine vorzeitige Anwendung ist möglich. Im Fokus stehen insbesondere Elektrizitäts- und Gasversorger sowie Strom- und Gasnetzbetreiber. Darüber hinaus können weitere Unternehmen betroffen sein, beispielsweise Betreiber des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs, Telekommunikationsnetzbetreiber sowie auch unter Umständen Betreiber von Industrieparks, Flughäfen und Hafenanlagen. Deshalb ist eine frühzeitige Prüfung des Anwendungsbereichs wichtig – auch mit Blick auf ausländische Konzerngesellschaften.

Warum BDO?

Die Einführung von IFRS 20 ist weit mehr als ein klassisches Rechnungslegungsprojekt. Neben bilanziellen Fragestellungen müssen Unternehmen auch regulatorische Vorgaben, Vergütungsmechanismen, Datenanforderungen und bestehende Berichtsprozesse berücksichtigen und miteinander in Verbindung setzen.

Unsere Expertinnen und Experten der Accounting & Reporting Advisory Group arbeiten dabei eng mit Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen A&A Power, Energy & Utilities sowie weiteren branchenspezialisierten Teams zusammen. Dadurch verbinden wir Rechnungslegung und Regulatorik zu einem ganzheitlichen Beratungsansatz.

  • Durchführung von Betroffenheitsanalysen
  • Beratung bei fachlichen (Abgrenzungs-)Fragen
  • Unterstützung bei Prozess- und Systemanpassungen
  • Aufbereitung und Anpassung von Richtlinien und Prozessbeschreibungen
  • Bedarfsgerechte Schulungen und Workshops
  • (Teil-)Projektmanagement und Entwicklung von Umsetzungsstrategien

Zusätzlich unterstützen wir Unternehmen bei Fragestellungen rund um das Zusammenspiel von Regulatorik und Accounting sowie bei den Auswirkungen auf bestehende IFRS-Reporting-Strukturen.

Was sich durch IFRS 20 ändert

Der neue Standard IFRS 20 verpflichtet Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen zum Ansatz regulatorischer Vermögenswerte und regulatorischer Schulden. Dies betrifft Fälle, in denen Vergütungen oder Erstattungen zeitlich von der Rechnungslegungsperiode der zugrunde liegenden Leistungserbringung abweichen.

Die neue Bilanzierung soll sicherstellen, dass der IFRS-Abschluss und insbesondere die Gesamtergebnisrechnung die wirtschaftliche Leistung eines Unternehmens sach- und periodengerechter abbilden. Zeitliche Verschiebungen zwischen der Erbringung von Leistungen und der regulatorisch vorgesehenen Vergütung sollen dadurch adäquater abgebildet werden.

Voraussetzung für die Anwendung ist das zeitliche Auseinanderfallen des Vergütungsanspruchs, wie er durch die regulatorische Vereinbarung über die Preisbildung vorgeschrieben wird und den nach IFRS 15 erfassten Umsatzerlösen für die Lieferung von Waren bzw. Erbringung von Dienstleistungen in der jeweiligen Periode.

Worauf es jetzt ankommt

Die Einführung von IFRS 20 erfordert eine frühzeitige Analyse der fachlichen, prozessualen und technischen Auswirkungen. Unternehmen sollten zunächst ihre Betroffenheit prüfen und anschließend den konkreten Anpassungsbedarf ermitteln. Dabei stehen insbesondere folgende Handlungsfelder im Mittelpunkt:

  • Regulatorische Vergütungsmechanismen analysieren: Untersuchung regulatorischer Abschreibungen, Kostenweiterverrechnungen, Renditen, Performance Incentives sowie Inflationsausgleich und Verzinsung.
  • Regulatorische Kapitalbasis beurteilen: Analyse des Zusammenhangs zwischen der regulatorischen Kapitalbasis und den damit verbundenen Posten in der IFRS-Berichterstattung. 
  • Aufwendungen und Erträge zuordnen: Zuordnung von Aufwendungen und Erträgen nach IFRS zu den regulierten Entgeltbestandteilen.
  • Bewertungsmethoden etablieren: Aufbau eines Systems für die zahlungsstrombasierte Bewertung regulatorischer Posten.
  • Berichterstattung und Kennzahlen prüfen: Identifikation der Auswirkungen auf die Managementberichterstattung und relevante Kennzahlen. 
  • Kontenpläne und Kontenmappings überarbeiten: Anpassung der bestehenden Strukturen, ggf. durch ein separates Ledger.
  • Datenverfügbarkeit sicherstellen: Bereitstellung der erforderlichen Daten für geänderte Berichtsstrukturen und zusätzliche Anhangangaben.
  • IT-Systeme und Kontrollen anpassen: Weiterentwicklung bestehender Systeme und Tools für die externe und gegebenenfalls interne Berichterstattung sowie Anpassung der zugehörigen Prozesse und Kontrollen. 
  • Controlling und Regulierungsmanagement einbeziehen: Beurteilung der Auswirkungen auf die Steuerung und die regulatorischen Prozesse. 
  • Parallele Entwicklungen berücksichtigen: Abstimmung der IFRS-20-Umsetzung mit weiteren regulatorischen Veränderungen, insbesondere der fünften Regulierungsperiode für Gas ab 2028 und für Elektrizität ab 2029. 

Unser 360°-Ansatz:

IFRS 20 betrifft nicht nur das Rechnungswesen. Die erfolgreiche Umsetzung erfordert das Zusammenspiel von Accounting, Regulatorik, Controlling, Prozessen, Daten und IT.

Genau hier setzt unser 360°-Ansatz an: Wir begleiten Unternehmen entlang des gesamten Einführungsprozesses und unterstützen von der ersten Betroffenheitsanalyse bis zur operativen Umsetzung. Dabei profitieren Sie von einer revisionssicheren und fristgerechten Einführung, der Entlastung Ihrer internen Ressourcen sowie einer Beratung, die sich flexibel an Ihre Anforderungen anpasst – vom Coaching einzelner Fachbereiche bis zur ganzheitlichen Projektbegleitung.

Durch die enge Zusammenarbeit unserer Fach-, Prozess- und IT-Expertinnen und -Experten verbinden wir regulatorisches Verständnis mit Rechnungslegungsexpertise und schaffen Lösungen, die über die reine Erfüllung der IFRS-20-Anforderungen hinausgehen. So unterstützen wir Sie nicht nur bei der Einführung des Standards, sondern auch bei den langfristigen Auswirkungen auf Reporting, Steuerung und Organisation.

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Hubert Ahlers

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Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Partner, Audit & Assurance; A&A Power, Energy & Utilities
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Jana Michel

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Direktorin, Technical Accounting Center of Excellence
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Wirtschaftsprüferin, Partnerin, Accounting & Reporting Advisory Group
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Stefan Schaden

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Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Partner, Accounting & Reporting Advisory Group
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