Schwarz Digits hat im April 2026 mit dem European Sovereign Stack Standard, kurz ES³, einen praxisorientierten Industriestandard für die Bewertung der digitalen Souveränität von Cloud‑Lösungen und IT‑Services vorgestellt. BDO hat als unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft das zugrunde liegende Sovereignty Maturity Level (SML)‑Framework begleitet, um zukünftig auf dieser Basis Prüfungen zu dessen Einhaltung durchführen zu können. Diese Zusammenarbeit liefert Entscheiderinnen und Entscheider in Industrie, Mittelstand und regulierten Branchen eine belastbare Grundlage zur Auswahl souveräner IT‑Lösungen.
Worum geht es beim ES³?
- ES³ ist ein vierstufiges Reifegradmodell (Initial, Managed, Advanced, Future-Proof) zur objektiven und auditierbaren Bewertung der digitalen Souveränität von IT-Services.
- Es schafft erstmals Transparenz und Vergleichbarkeit über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – von Infrastruktur über Plattformen bis zu Software und Daten.
- Ziel ist es, digitale Souveränität von einem abstrakten Konzept zu einer messbaren und steuerbaren Entscheidungsgröße für Management und IT zu machen.
- ES³ basiert auf einem umfangreichen, EU-orientierten Kriterienkatalog und adressiert insbesondere regulatorische Anforderungen sowie Risiken aus Abhängigkeiten von Drittanbietern.
- Das Modell dient als Entscheidungs- und Steuerungsinstrument für Unternehmen, um souveräne IT-Architekturen gezielt zu bewerten, auszuwählen und weiterzuentwickeln.
- Neben der Bewertung umfasst ES³ auch konkrete Ableitungen für Zielarchitekturen sowie die Klassifizierung von Services, z. B. im Kontext von Marktplätzen.
- ES³ positioniert sich als zukünftiger europäischer Industriestandard für digitale Souveränität und stärkt die Unabhängigkeit von nicht-europäischen Technologien.
Begleitung durch BDO: Neutralität, Vergleichbarkeit, regulatorische Anforderungen
Die Begleitung der Entwicklung des SML‑Frameworks durch BDO dient dazu, dass der ES³‑Standard neutral, nachvollziehbar und objektiv angewandt werden kann und dies einer Prüfung zugänglich ist.
- Belastbare Vergleichbarkeit von IT‑Services: Unternehmen können Angebote anhand einheitlicher Kriterien bewerten und gegenüberstellen.
- Regulatorische Anforderungen: Das Modell schafft transparente Entscheidungsgrundlagen, die auch regulatorische Anforderungen adressieren.
- Geringeres Investitionsrisiko: Objektive Bewertung reduziert Unsicherheit bei Beschaffungsentscheidungen und stärkt die Investitionssicherheit.
Bedeutung für die europäische Souveränität
Das transparente Reifegradmodell stärkt die digitale Autonomie Europas, weil es Unternehmen und öffentlichen Stellen ermöglicht, gezielt jene Lösungen auszuwählen, die Datenhoheit, Kontrollmöglichkeiten und rechtskonforme Verarbeitung sicherstellen. Indem der ES³‑Standard konkrete Kriterien definiert, fördert er zugleich die Entwicklung eines europäischen Ökosystems: Anbieter souveräner Cloud‑Lösungen erhalten klare Marktanreize, wodurch sich europäische Technologiepartner im Wettbewerb besser positionieren können. Schließlich unterstützt das Modell die politische Agenda, da seine Ausrichtung an bestehenden EU‑Frameworks die Umsetzung regulatorischer Vorgaben erleichtert und Cloud‑Sovereignty-Ziele praktisch realisierbar macht.