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US-Zölle: 8 kurzfristige Maßnahmen zur Kosten- und Risikosteuerung

Die komplexen globalen Lieferketten kombiniert mit volatilen Deals der US-Regierung fordern die Unternehmen in besonderer Weise. Daneben gewinnen Wirtschaftssanktionen, Exportkontrollen sowie weitere Handelsbeschränkungen und Abgaben, etwa im Umweltschutz, an Bedeutung. Die proaktive und rechtssichere Gestaltung der Zoll- und Außenwirtschaftsprozesse ist heute ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. 

Ein effizientes Risikomanagement optimiert Zollkosten, vermeidet Haftungsrisiken und stellt sicher, dass alle internationalen Lieferungen, Dienstleistungen und Zahlungen rechtskonform sind. 

Angesichts der aktuell konfliktreichen und unübersichtlichen US-Handelspolitik ist ein Abwarten bei Zollthemen wenig ratsam. Unternehmen sollten jetzt aktiv werden. Prozesse und Strategien sind laufend an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Damit können Risiken wie Nachzahlungen oder Verzögerungen bei der Vertragserfüllung vermieden werden.

Mit unseren für Sie zusammengestellten 8 Handlungsempfehlungen können im Einzelfall Zollkosten minimiert und Zollverfahren effektiv gestaltet werden. 

  1. Prüfung der Zolltarifnummern
    Überprüfen Sie Ihre Zolltarifnummern regelmäßig und passen Sie diese gegebenenfalls an. Eine fehlerhafte Einreihung kann zu hohen Zollsätzen führen. Stellen Sie sicher, dass Sie die für die Tarifierung aktuellen Vorschriften und alle wesentlichen Produktmerkmale berücksichtigen.
  2. Transparente Aufschlüsselung von Preisbestandteilen
    Sorgen Sie für eine klare und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Kosten bei Produkten mit zollpflichtigen und nicht zollpflichtigen Komponenten. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Zollbeauftragten und anderen Abteilungen wie Einkauf und Vertrieb. Professionelle Beratung und strukturierte Prozesse helfen, diese Komplexität zu meistern und rechtssicher abzubilden.
  3. Nutzung von Zolllagern
    Falls Sie Waren importieren, aber Einfuhrabgaben zeitlich flexibel oder ganz vermeiden wollen, ziehen Sie die Einrichtung von Zolllagern in Betracht. Achten Sie darauf, die zollrechtlichen Anforderungen sorgfältig zu erfüllen.
  4. Einrichtung von Foreign Trade Zones (FTZ)
    Nutzen Sie Foreign Trade Zones, wenn Sie in den USA Waren lagern oder weiterverarbeiten. Dadurch können Zollzahlungen verschoben oder vermieden werden. Achten Sie dabei auf eine sorgfältige Organisation und Verwaltung.
  5. US Duty Drawback
    Prüfen Sie, ob Sie für exportierte Waren bereits gezahlte US-Zölle zurückfordern können. Das US Duty Drawback ermöglicht die Rückerstattung von Zöllen, die bei der Einfuhr entrichtet wurden, wenn die Waren innerhalb eines bestimmten Zeitraums wieder exportiert werden. Eine sorgfältige Dokumentation der Lieferkette und korrekte Antragstellung sind hierfür entscheidend.
  6. Optimierung von Lieferverträgen
    Gestalten Sie Lieferverträge so, dass Zollwerte, Kostenbestandteile, Lieferbedingungen und Ursprungsnachweise klar geregelt sind. Legen Sie fest, wer welche Zoll- und Außenwirtschaftsrisiken trägt. Die Flexibilität für Anpassungen bei sich ändernden Zollbestimmungen ist ebenfalls von großer Bedeutung.
  7. Anwendung der First Sale Rule
    Prüfen Sie die Möglichkeit, die First Sale Rule anzuwenden, um den Zollwert auf Basis des ersten Verkaufs in der Lieferkette zu ermitteln. Alle Beteiligten müssen wirtschaftlich eigenständig und die Lieferkette muss transparent dokumentiert sein. 
  8. Fundierte Risikoanalyse und professionelle Beratung
    Führen Sie eine umfassende Risikoanalyse durch und entwickeln Sie eine klare Trade-Compliance-Strategie. Ziehen Sie externe Expertise hinzu, um Ihre Zoll- und Außenwirtschaftsprozesse zielgerichtet zu optimieren. So lassen sich Haftungsrisiken minimieren, Wettbewerbsvorteile sichern und rechtzeitig Anpassungen an neue Rahmenbedingungen vornehmen.
 

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