Aktuelles:

Aktivitäten auf europäischer Ebene

16. April 2018

Endgültige Stellungnahme zu den vorgeschlagenen Änderungen an IAS 8

Die Europäische Beratungsgruppe zur Rechnungslegung (European Financial Reporting Advisory Group, EFRAG) hat am 8. Januar 2018 eine Stellungnahme beim IASB zum zuvor veröffentlichten ED/2017/5 Accounting Policies and Accounting Estimates – Proposed amendments to IAS 8 einge­reicht.

Die EFRAG befürwortet das Vorhaben des IASB, die Definition von accounting policies zu konkretisieren und eine Definition für accounting estimates bereitzustellen. Sie merkt jedoch weitergehend an, dass die Vorschläge nur durch ergänzende erläuternde Beispiele für eine ausreichende Klarstellung beider Begrifflichkeiten sorgen würden. Weiter stimmt sie zu, dass Veränderungen der Bewertungstechniken (changes in valuation techniques) und Modifikationen der Schätztechniken (changes in estimation techniques) gleichbedeutend mit Änderungen von rechnungsbezogenen  Schätzungen sind. Zudem sei es notwendig, die in der Praxis vorhandenen Abweichungen hinsichtlich der Zuordnungsverfahren der Anschaffungs- und Herstellkosten für austauschbare Vorräte zu thematisieren.

Endgültige Stellungnahme zu Definition of Material - Proposed amendments to IAS 1 and IAS 8

Am 23. Januar 2018 hat die EFRAG ihre Stellungnahme zum Entwurf ED/2017/6 Definition of Material - Proposed amendments to IAS 1 and IAS 8 beim IASB eingereicht.

Die EFRAG befürwortet das Ziel des IASB, die Unstimmigkeiten bezüglich der Definition von material im Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung und in den Regelungen der IFRS zu beseitigen. Insbesondere unterstützt sie das Ersetzen der Formulierung „could influence“ durch „could reasonably be expected to influence“. Eine Aufnahme des Begriffs „obscuring“ in die Definition von „material“ unterstützt die EFRAG hingegen nicht. Vielmehr sollen die Begriffe „omitting“ und „misstating“ aus der Definition entfernt werden. Anstelle dieser Begriffe sollen einfache und direkt verständliche Begrifflichkeiten verwendet werden, die einzeln oder kollektiv die wirtschaftliche Entscheidung der Anwender von Finanzberichten beeinflussen, d.h. die von den Anwendern als Grundlage für die Entscheidungsfindung verwendet werden.

Schließlich empfiehlt die EFRAG, Leitlinien zu materiality in einem einzigen, allgemeinen Standard zu veröffentlichen und diese bei Bedarf mit Querverweisen zu anderen Standards zu versehen.

EFRAG vereinfacht Fallstudie zu IFRS 17 Insurance Contracts

Die EFRAG hatte die Absicht, im Rahmen ihrer Empfehlung für die Übernahme von IFRS 17 Insurance Contracts in Europäisches Recht eine detaillierte Fallstudie durchzuführen, die die Auswirkungen des neuen Standards darstellen sollte. Aufgrund der Bitten vieler Versicherungsunternehmen, die aufgrund mangelnder Ressourcen an einer detaillierten Fallstudie nicht würden teilnehmen können, wurde die Fallstudie nunmehr  vereinfacht.

Europäische Versicherungsunternehmen können bis zum 31. Mai 2018 ihre Anmerkungen bzw. Ausarbeitungen zu der Fallstudie bei der EFRAG einreichen.

Veröffentlichung eines Background Briefing Paper zu IFRS 17 zur CSM

Die EFRAG hat am 23. Februar 2018 ein erstes sog. Background Briefing Paper zu geforderten Aggregationsebenen von IFRS 17 Insurance Contracts veröffentlicht. Dieses Papier adressiert die contractual service margin - CSM und die entsprechenden Übergangsanforderungen.

Die EFRAG bezweckt mit dieser Art von Dokumenten vereinfachte Informationen zu den komplexeren Regelungsbereichen des neuen Standards zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise soll den betroffenen Unternehmen ein besseres Verständnis der Problemthemen ermöglicht und folglich die Möglichkeit gewährt werden, sich zu den Übernahmeempfehlungen von EFRAG äußern zu können.

Veröffentlichung weiterer Background Briefing Papers zu IFRS 17

Im März 2018 hat die EFRAG ein weiteres Background Briefing Paper zu IFRS 17 veröffentlicht, das sich mit der Zuordnung der CSM zur Gewinn- und Verlustrechnung befasst.

Das ebenfalls im März 2018 veröffentlichte, dritte Papier in diesem Kontext geht auf die Übergangsvorschriften zu IFRS 17 ein.

Veröffentlichung eines Diskussionspapiers zu Equity Instruments: Impairment and Recyling

Die EFRAG hat am 1. März 2018 ein Diskussionspapier zu Equity Instruments: Impairment and Recyling veröffentlicht. In diesem Dokument wird die Frage adressiert, ob und ggf. wie für Eigenkapitalinstrumente der Bewertungskategorie Fair Value through OCI (FVtOCI) gem. IFRS 9 eine nicht in IFRS 9 vorgesehene Bilanzierung sachgerecht sein könnte. Konkret schlägt die EFRAG vor, im OCI erfasste Fair-Value Änderungen spätestens dann in das Periodenergebnis umzugliedern bzw. zu recyclen, wenn die Instrumente veräußert werden – zugleich sollen Wertminderungsregeln (bzw. eine äquivalentes Bewertungsmodell) eingeführt und negative Wertänderungen bei Überschreiten einer bestimmten Schwelle erfolgswirksam statt im OCI erfasst bzw. ausgewiesen werden.

Dieser Vorschlag von EFRAG stellt im Ergebnis eine Vorgehensweise dar, die der Available-for-Sale-Kategorie nach IAS 39 vergleichbar ist – nach Auffassung von EFRAG indes robuster und objektiver ist. 

Veröffentlichung des Berichtes über den Einfluss von EFRAG auf die Finanzberichtsbranche

Die EFRAG hat am 6. März 2018 einen Bericht zur Wahrnehmung ihrer Arbeit in der Finanzberichtsbranche veröffentlicht. In diesem Bericht wird der Präsident des Vorstandes von EFRAG, Jean-Paul Gaués, wie folgt zitiert:

As a public interest organisation it is essential to gauge the awareness of our work among our stakeholders throughout the financial reporting community. The perception audit was designed to provide valuable insight into how our work is perceived and the findings will aid us in defining the right direction for the future.

Ziel dieser Audit war es, die Arbeit der EFRAG zu bewerten und einen Überblick über Fortschritte bei der Erfüllung ihrer Aufgaben aufzuzeigen. Die Audit richtete sich vor allem an nationale und internationale Standardsetzer für Rechnungslegung, Akteure im Bereich der Finanzberichterstattung aus denn Branchen Banken, Versicherungen und Vermögensverwaltungen.

Der Bericht adressiert die Stärken und Verbesserungsmöglichkeiten von EFRAG. Aus ihm geht hervor, dass nach Ansicht der Adressaten die drei Kernaktivitäten in den folgenden Bereichen liegen: upstream influence, Verbesserung der IFRS und Bereitstellung von Empfehlungen für die Übernahme der IFRS an die EU-Kommission. Insgesamt seien die Adressaten mit der Qualität der Arbeit zufrieden, jedoch sollte EFRAG ihre Sichtbarkeit erhöhen und sich für eine auszuweitende Diskussion der Unternehmensberichterstattung einsetzen.  

Feedback Statement zum Diskussionspapier zur Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts- oder Firmenwerten

Die EFRAG hatte im Juni 2017 das Diskussionspapier Goodwill Impairment Test: Can it be improved? veröffentlicht, das die Werthaltigkeitsprüfung von Geschäfts- oder Firmenwerten adressiert und möglichen Verbesserungsbedarf in diesem Bereich zu identifizieren beabsichtigt. Hintergrund des DP sind mögliche Verbesserungen in der Anwendung der bestehenden Vorschriften durch eine Minderung der Komplexität.

Am 14. März 2018 hat die EFRAG eine Zusammenfassung der Stellungnahmen zu dem Diskussionspapier veröffentlicht. Es wird hervorgehoben, dass einige Anwender von einer Verbesserung des Werthaltigkeitstests für Geschäfts- oder Firmenwert überzeugt sind, jedoch eine ausführliche Kosten-Nutzen-Analyse möglicher Veränderungen verlangen.

Im Allgemeinen befürworten die Anwender das Streben der EFRAG nach einer möglichen Verbesserung des Werthaltigkeitstests im oben beschriebenen Sinne.

Entwurf einer Übernahmeempfehlung zu Plan Amendment, Curtailment or Settlement (Amendments to IAS 19)

Die EFRAG hat am 21. März 2018 einen Empfehlungsentwurf zur Übernahme der vom IASB bechlossenen Änderungen an IAS 19 (Plan Amendment, Curtailment or Settlement (Amendments to IAS 19)) veröffentlicht.

Die Änderungen sind für ab dem 1. Januar 2019 beginnende Berichtsperioden anzuwenden.

Bericht über mögliche Effekte von IFRS 9 auf langfristige Anlagen

Die Europäische Kommission hatte am 29. Mai 2017 die EFRAG um eine Analyse der möglichen Auswirkungen von IFRS 9 Financial Instruments auf die Bilanzierung von Anlagen in Eigenkapitalinstrumenten für langfristige Investition gebeten. Im Rahmen der ersten Phase dieses Projekts (der Bewertungsphase) sollte die EFRAG quantitative Daten zum aktuellen Bestand an Eigenkapitalinstrumenten und deren bilanzielle Behandlung sammeln. Konkret galt es zu untersuchen, ob und in welchem Umfang die neuen Rechnungslegungsvorschriften die Entscheidungsfindungen der Unternehmen in Bezug auf Investitionen in Eigenkapitalinstrumente beeinflussen können.

Zum Zeitpunkt ihrer Übernahmeempfehlung zu IFRS 9 verfügte die EFRAG über begrenzte Informationen in dieser Hinsicht und ging von der Annahme aus, dass Unternehmen ihre Anlagestrategien trotz der Umsetzung von IFRS 9 beibehalten würden. Aus der Bewertungsphase (assessment phase) des Projekts ging nun im Rahmen der im ersten Quartal 2018 veröffentlichten Informationen hervor, dass Unternehmen zwar eine Veränderung der Haltedauer ihrer Aktien nicht beabsichtigen, jedoch eine Änderung bei der Entscheidung bezüglich ihrer Vermögensallokation zu erwarten ist.