Komplexe Geschäftsvorfälle: Verbriefungen „simple, transparent, standardised"

Mit dem Ziel, die Finanzierungsbasis europäischer Unternehmen zu verbreitern, veröffentlichte die EU-Kommission 2015 den Vorschlag eines neuen Rahmenwerks für Verbriefungen, die „einfach, transparent und standardisiert“ (STS) sein und einer angemessenen Aufsicht unterliegen sollen. Bei Verbriefungen werden Vermögenswerte wie Auto- oder Konsumentenkredite gebündelt und als Finanzinstrument strukturiert, das dann von Investoren erworben werden kann. Ziel ist es dabei, eine große Anzahl von Anlegern zu erreichen, die Liquidität zu steigern und Kapital der Banken für neue Kredite freizusetzen.

US-amerikanische Verbriefungen gelten als mitursächlich für die Finanzmarktkrise von 2008, vor allem weil deren Risiken aufgrund manipulierter Ratings erheblich unterschätzt wurden. Die EU-Kommission strebt nun eine Rehabilitation des Verbriefungsinstruments an und differenziert zwischen einfachen, transparenten und standardisierten Verbriefungen (STS) und anderen Papieren. Geschäfte mit STS-Produkten sollen Banken und Versicherer mit weniger Eigenkapital unterlegen als solche mit anderen Verbriefungen: Damit ein Produkt als STS anerkannt wird, müssen etwa die „verpackten“ Kredite oder Vermögenswerte homogen sein, muss dem Anbieter das Eigentum an verbrieften Krediten übertragen worden sein, und eine Verbriefung von Verbriefungen ist untersagt. Auch wird ein Risikoselbstbehalt von mindestens 5 Prozent gefordert.

BDO hat als erstes Prüfer- und Beraternetzwerk ein paneuropäisches Team eigens für STS-Verbriefungen gegründet, um Originatoren von STS-Verbriefungen (Banken und Unternehmen) zu begleiten - von der Vorbereitung bis zur Umsetzung aus einer Hand. Ziel ist es, gemeinsam mit Sponsoren (in der Regel Wertpapierfirmen) eine optimale Verbriefungsstruktur zu definieren, die im Einklang mit den künftigen STS-Kriterien steht und auch dem Appetit möglicher Investoren Rechnung trägt. Daneben gehören etwa auch die Prüfung und die Beratung in steuerlichen und Bilanzierungsfragen zu den angebotenen Dienstleistungen.

 

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