Unsere Hot Topics

Bankenrichtlinienumsetzungs- und Bürokratieentlastungsgesetz („BRUBEG“) vom Bundesrat verabschiedet sowie Entwurf zur 9. Novelle der „Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk)“ zur Konsultation gestellt

Ein zentraler Treiber für die Verdichtung des ESG-Risikomanagements ist die Umsetzung der europäischen Bankenregulierung aus der Capital Requirements Directive VI in nationales Recht. In Deutschland erfolgt dies insbesondere über das BRUBEG, das am 30. März 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet wurde und in weiten Teilen bereits zum 1. April 2026 in Kraft trat. Zusätzlich verstärkt die in der zweiten Jahreshälfte in 2026 erwartete 9. MaRisk-Novelle diese Entwicklung auf nationaler Ebene.

ESG Offenlegung Säule III und Supervisory Reporting – Änderungen für alle Banken, Erweiterung des Berichtskreis & ESG EBA Säule III Dashboard

Die EBA hat im Jahr 2025 einen Entwurf der überarbeiteten ITS zu Art. 449a CRR veröffentlicht und damit die Säule III ESG-Offenlegung weiter konkretisiert. Aktuell wird erwartet, dass der Anwendungsbereich der ESG-Offenlegung gemäß Art. 449a CRR ab Ende 2026 beziehungsweise im Laufe des Jahres 2027 ausgeweitet wird. Die finalen technischen Umsetzungsstandards liegen bislang jedoch noch nicht vor, werden jedoch noch in 2026 erwartet. Mit der Veröffentlichung des Konsultationspapiers EBA/CP/2026/07 im April 2026 hat die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zudem den nächsten Schritt zur Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die Bankenaufsicht eingeleitet.

Carbon Accounting im Fokus: Product & Corporate Carbon Footprint

Die Berechnung von Treibhausgasemissionen gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung – sowohl auf Unternehmensebene (Corporate Carbon Footprint) als auch auf Produktebene (Product Carbon Footprint). Sie bildet die Grundlage für Dekarbonisierungsstrategien, regulatorisches Reporting und nachhaltige Produktentwicklung. Wie Unternehmen ihre produktbezogenen Emissionen und Unternehmensemissionen systematisch erfassen und strategisch nutzen können, zeigen unsere Leitfäden:

Product Carbon Footprint: In 5 Schritten zum PCF - BDO

In 6 Schritten zur THG-Bilanz - BDO

Weitere Einblicke in aktuelle Entwicklungen zu Emissionen in der Finanzbranche und unsere Zusammenarbeit mit PCAF finden Sie in der Veröffentlichung:

BDO startet Partnerschaft mit PCAF zur standardisierten Berechnung finanzierter Treibhausgasemissionen - BDO

Regulatorische Updates

Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) 2.0

Im November 2025 hat die EU-Kommission einen Reformvorschlag für die Offenlegungsverordnung („SFDR 2.0“) veröffentlicht. Ziel ist es, die seit 2021 geltenden, als komplex und kostenintensiv wahrgenommenen Vorgaben im Rahmen der Omnibus-Initiative grundlegend zu vereinfachen und praxisnäher auszugestalten. Der weitere Gesetzgebungsprozess läuft derzeit auf EU-Ebene; ein Inkrafttreten der überarbeiteten SFDR wird voraussichtlich nicht vor 2027 erwartet, mit entsprechenden Übergangsfristen für die Anwendung.

Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) – Veröffentlichung im EU-Amtsblatt

Die überarbeitete CSRD wurde im EU-Amtsblatt veröffentlicht und ist damit offiziell in Kraft getreten. Die Mitgliedstaaten haben nun 18 Monate Zeit, die Vorgaben in nationales Recht zu überführen. Damit steht fest, dass Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie einem Umsatz von 450 Mio. € zukünftig berichtspflichtig sind.

European Sustainability Reporting Standards (ESRS) – Konsultation der Amended ESRS

Am 6. Mai 2026 hat die Europäische Kommission die überarbeiteten ESRS zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht. Die Kommission plant die Verabschiedung des Delegierten Rechtsakts noch im zweiten Quartal 2026, gefolgt von einer parlamentarischen Prüfungsperiode von bis zu vier Monaten. Die überarbeiteten Standards sollen ab dem Geschäftsjahr 2027 verbindlich gelten; eine freiwillige Frühanwendung für 2026 ist vorgesehen.

EU-Taxonomie – Delegierter Rechtsakt

Am 8. Januar 2026 veröffentlichte die EU-Kommission den delegierten Rechtsakt (EU) 2026/73 zur Vereinfachung der EU-Taxonomie, rückwirkend für das Geschäftsjahr 2025. Unternehmen profitieren von Erleichterungen wie der neuen Wesentlichkeitsschwelle und vereinfachten Meldebögen. Am 30. April 2026 hat die Europäische Kommission eine Bekanntmachung mit häufig gestellten Fragen (FAQ, C/2026/2558) zur EU-Taxonomie-Verordnung im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

Entgelttransparenzgesetz – Lohngleichheit und Dokumentation

Seit Juni 2026 sind Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dazu verpflichtet, erweiterte Informationen zu den Themen Lohngleichheit und Gehaltsstrukturen offenzulegen. Umfassende Dokumentation von Gehaltsfestsetzungsverfahren wird zur Compliance-Anforderung. Eine systematische Überprüfung von Vergütungsrichtlinien und Dokumentation minimiert Haftungsrisiken.

European Deforestation Regulation (EUDR)

Die Entwaldungsverordnung verpflichtet Unternehmen, nachzuweisen, dass ihre Produkte nicht aus illegaler Entwaldung stammen. Besonders Hersteller und Importeure von Rohstoffen wie Kakao, Kaffee, Palmöl und Holz sind betroffen. Ergänzend hat die EU-Kommission im April 2026 weitere FAQs sowie ein Update zur EUDR veröffentlicht.

EU-Regulierung zu Greenwashing: EmpCo-Richtlinie & Green Claims Directive (GCD)

Die EU verschärft die Regulierung von Greenwashing und Umweltaussagen. Während mit der Empowering Consumers Directive (EmpCo) bereits verbindliche Vorgaben bestehen, bleibt die Green Claims Directive (GCD) weiterhin politisch unsicher.

Veranstaltungen

Webinarreihe Sustainable Finance Corner: SFDR 2.0, Rentenpaket, EU-Net-Zero-Ziel und Transition Finance: Wie passt das zusammen? Zwischen Regulierung, Kapitalmarkt und Finanzierung der Transformation

Die europäische Sustainable-Finance-Agenda befindet sich in einer Phase grundlegender Neuausrichtung. Mit den Omnibus-Initiativen der Europäischen Kommission, der angekündigten Überarbeitung der Sustainable Finance Disclosure Regulation — SFDR 2.0 — sowie den politischen Diskussionen rund um das Rentenpaket stellt sich eine zentrale Frage neu: Wie kann Sustainable Finance stärker auf das Wesentliche fokussiert werden — nämlich auf die Mobilisierung von Kapital für Transformation, langfristigen Vermögensaufbau und die Unterstützung des europäischen Net-Zero-Ziels? Diese Frage und andere diskutieren wir in unserer virtuellen Podiumsdiskussion mit Silke Stremlau, Geschäftsführerin Finance for Transition (F4T) und Mitglied des Praxisbeirats Sustainable Finance der aktuellen Bundesregierung, sowie Steffen Nitsche, Partner bei der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Webinarreihe Digital Finance Corner: PSD3 & PSR: Was sich für Banken und Zahlungsdienstleister jetzt ändert

Mit PSD3 und der neuen Payment Services Regulation (PSR) stellt die EU die Regulierung des Zahlungsverkehrs grundlegend neu auf. Die politischen Entscheidungen sind getroffen, die finalen Kompromisstexte liegen vor und die Anforderungen an Banken und Zahlungsdienstleister werden zunehmend konkreter. In unserem Web-Seminar erhalten Sie einen praxisnahen Überblick über die wichtigsten Änderungen und deren Auswirkungen auf Institute.

Web-Seminar: VSAAG – Versicherer zwischen Resilienz, Steuerung und Abwicklungsfähigkeit 

Mit dem kürzlich veröffentlichten Regierungsentwurf zum Versicherungs-Sanierungs-, Abwicklungs- und Aufsichtsänderungsgesetz (VSAAG) spezifizieren sich die künftigen Anforderungen an Versicherungsunternehmen weiter. Der Entwurf konkretisiert die europäische Reform von Solvency II sowie den neuen Rahmen für die Sanierung und Abwicklung von Versicherern und markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Umsetzung bis 2027. Für Versicherer ergeben sich daraus weitreichende Anforderungen an die Sanierungs- und Abwicklungsplanung, die Daten-, IT- und Prozessarchitektur sowie die integrierte Steuerung von Risiken, Kapital und Liquidität. Gleichzeitig gewinnen ESG-Aspekte im Governance- und Risikomanagement weiter an Bedeutung. In unserem Webinar beleuchten wir nach der Sommerpause die wesentlichen Inhalte des neuen Gesetzes, diskutieren die Auswirkungen auf Organisation und Unternehmenssteuerung und zeigen auf, welche Maßnahmen Versicherer ergreifen sollten, um regulatorische Anforderungen effizient und nachhaltig umzusetzen.

17. September 2026 | 11:00 – 12:00 Uhr

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