ESMA-Enforcementreport 2019 veröffentlicht

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 2. April 2020 ihren Bericht Enforcement and Regulatory activities of European enforcers in 2019 veröffentlicht. Dieser enthält Informationen zu durchgeführten Enforcements innerhalb von Europa in 2019 auf Basis der European Common Enforcement Priorities 2018.

Es wurde die Finanzberichterstattung von rund 950 IFRS-Emittenten in Europa geprüft (Vorjahr: 950). Teil der Stichprobe waren somit ca. 17% aller IFRS-Emittenten (Vorjahr: 16%), deren Aktien in regulierten Märkten gehandelt werden. Diese Überprüfungen führten zu 299 Durchsetzungsmaßnahmen, bei denen wesentliche Abweichungen von den IFRS festgestellt wurden (Vorjahr: 296). Dies entspricht einer Quote von ca. 32% (Vorjahr: 31%). Betroffen waren 196 Abschlüsse aus der Grundgesamtheit (Vorjahr: 260).

ESMA sichtet u.a. Angaben zu Auswirkungen aus IFRS 16, IFRS 15 und IFRS 9:

  • Zur Einhaltung von IFRS 15 waren 117 Emittenten überprüft worden. Mehr als 77% der Emittenten in der Stichprobe stellten Informationen über die Umsetzung und die erwarteten Auswirkungen von IFRS 15 zur Verfügung. Bei 12% fehlten entweder quantitative oder qualitative Details zum Übergang auf IFRS 15. Es gab 23 Durchsetzungsmaßnahmen in Bezug auf die in den Abschlüssen enthaltenen Informationen über die erwarteten Auswirkungen von IFRS 15.
  • Die ESMA hat 88 Emittenten in Bezug auf die (erwartete) Erstanwendung von IFRS 16 untersucht. Von den Emittenten erwarteten 83% einen wesentlichen Einfluss, 2% waren unsicher und 15% rechneten mit unwesentlichen Auswirkungen. 75% der Emittenten gaben unternehmensspezifische qualitative Angaben über die erwarteten Auswirkungen der Übernahme an, demgegenüber 20% jedoch nur inhaltslose sog. „boilerplates“-Angaben. 84% der Emittenten gaben an die modifiziert retrospektive Methode anzuwenden, während 13% sich für die vollständige Variante entschieden. Es gab sechs Durchsetzungsmaßnahmen in Bezug auf die in den Abschlüssen enthaltenen Informationen über die erwarteten Auswirkungen von IFRS 16.
  • ESMA überprüfte weiterhin die Einhaltung der Vorschriften in Bezug auf die erwarteten Auswirkungen der Umsetzung von IFRS 9. Betroffen waren 20 Emittenten. Es gaben 90% in Übereinstimmung mit IFRS 7.21 ausreichend Auskunft über ihren Übergangsansatz bzw. sowohl quantitative als auch qualitative Informationen über Umklassifizierungen an. 30% machten keine Angaben zu den unternehmensspezifischen Auswirkungen des ECL-Modells. Die ESMA hat keine Durchsetzungsmaßnahmen in Bezug auf IFRS 9 ergriffen. Derzeit laufen noch zehn Enforcement-Prüfungen in diesem Bereich.

Auch die Prüfung von nichtfinanziellen Informationen im Zusammenhang mit umweltbezogenen, sozialen und Governance-Aspekten stand im Fokus.

Betroffen waren 937 Emittenten, was ca. 35% der geschätzten Gesamtzahl der Emittenten entspricht, die den neuen Anforderungen unterliegen. Dies führte zu 95 Durchsetzungsmaßnahmen.

 

Quelle: https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/library/esma32-63-846_2019_activity_report.pdf