Entwurf einer Corporate Sustainability Reporting Directive: CSR-Berichterstattung 2.0

Die EU-Kommission hat am 21. April den Entwurf einer Richtlinie zur Weiterentwicklung der nichtfinanziellen Berichterstattung in Europa vorgelegt. Nach dem Entwurf soll der Kreis der berichtspflichtigen Unternehmen bereits ab der Berichtsperiode 2023 deutlich ausweitet werden. Darüber hinaus sind umfassende Änderungen bei Aufstellung und Prüfung der nichtfinanziellen Berichterstattung vorgesehen. Die neuen Anforderungen sollen Qualität und Vergleichbarkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung verbessern. Zudem soll diese künftig gleichwertig neben der finanziellen Berichterstattung stehen. Mit der Corporate Sustainability Reporting Directive möchte die EU-Kommission den Übergang zu einem nachhaltigen Finanz‐ und Wirtschaftssystem fördern und einen weiteren Beitrag zum Erreichen der Ziele des European Green Deals leisten.

Kreis der betroffenen Unternehmen

Der Entwurf sieht vor, dass zukünftig alle großen Kapitalgesellschaften und haftungsbeschränkten Personengesellschaften zur nichtfinanziellen Berichterstattung verpflichtet sind. Darüber hinaus sollen ab 2026 auch alle kleinen und mittelgroßen kapitalmarktorientierten Gesellschaften berichtspflichtig sein.

Bisher unterliegen nur große kapitalmarktorientierte Gesellschaften sowie große Kreditinstitute und Versicherungsunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern den Berichterstattungspflichten.

Aufstellung der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen muss dem Entwurf zufolge zukünftig im Lagebericht erfolgen. Die Anforderungen an die Berichtsinhalte werden ausgeweitet und es soll einen europäischen Rechnungslegungsstandard geben, der detaillierte Vorgaben für die Berichterstattung enthält und von den Unternehmen verpflichtend anzuwenden ist. Anforderungen für kleine und mittelgroße Gesellschaften sollen in einem eigenen Standard geregelt werden.

Zukünftig sollen die nichtfinanziellen Informationen darüber hinaus im ESEF-Format aufgestellt und ausgezeichnet werden.

Verpflichtende Prüfung

Die in den Lagebericht integrierten nichtfinanziellen Informationen sind nach dem Entwurf ab der Berichtsperiode 2023 im Rahmen der Abschlussprüfung verpflichtend inhaltlich zu prüfen. Es ist zunächst eine Prüfung mit begrenzter Sicherheit vorgesehen. Über ein Mitgliedstaatenwahlrecht können die Mitgliedsstaaten eine Prüfung der Nachhaltigkeitsberichterstattung auch durch andere akkreditierte Prüfer erlauben.