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Basel IV: Auswirkungsstudie zeigt Kapitalbedarf aus Reformpaket

09. Oktober 2019

Neben dem Baseler Ausschuss und der EBA hat die Deutsche Bundesbank am 2. Oktober 2019 die Ergebnisse der quantitativen Auswirkungsstudien der deutschen Stichprobe basierend auf der Meldung zum Stichtag 31.12.2018 veröffentlicht. Die Ziele dieser durchgeführten Studien sind, das Anpassungsverhalten und den möglichen Kapitalbedarf der Institute vorab abzuschätzen. Im Rahmen dieser Studie sind im Wesentlichen folgende Aspekte aus dem Basel III-Rahmenwerk betrachtet worden:

  • Änderungen zu dem Standardansatz für das Kreditrisiko;
  • Anpassung des internen Ratings basierenden Ansatzes (IRBA);
  • Überarbeitungen im Bereich Marktrisiko;
  • Einführung eines Standardansatzes für die Anpassung an die Kreditbewertung (CVA) und die Abschaffung der internen Modelle;
  • Änderungen im Zusammenhang mit dem Standardansatz für operationelle Risiken;
  • Umsetzung eines aggregierten Output Floor in Höhe von 72,5 %;
  • Änderungen bei der Berechnung der Leverage Ratio.

Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ für die deutsche Kreditwirtschaft, da die Studien freiwillig sind und eher die größeren Banken bei der Umfrage teilgenommen haben. Dennoch lassen sich ein paar wesentliche Ergebnisse für die Banklandschaft in Deutschland ableiten.

  1. Mit Umsetzung des Basel III-Reformpakets steigt der Gesamtkapitalbedarf der Institute an. Der Anstieg hat sich jedoch im Hinblick auf frühere Studien verringert.
  2. Die harte Kernkapitalquote und der Leverage Ratio sinken bei einer Vollumsetzung des Basel III-Reformpakets.
  3. Die Mindestkapitalanforderungen steigen aufgrund der Einführung des Output-Floors in Höhe von 72,5% an.
  4. Bei den größeren Instituten sind die Auswirkungen auf die Überarbeitung zu den Verbriefungen zurückzuführen.
  5. Die mittleren und kleineren Institute haben hingegen die höchsten Auswirkungen aufgrund der Änderungen im Kreditrisikostandard zu erwarten.
  6. Bei den operationellen Risiken sind die Mindestkapitalanforderungen im Wesentlichen von der Kalibrierung des internen Verlustmultiplikators abhängig. 
  7. Die Änderungen zu dem Marktrisiko betreffen eher die größeren Institute.
  8. Die Anforderungen zur Liquiditätsausstattung erfüllen die Institute im Großen und Ganzen. Hier besteht lediglich ein Restbedarf an stabiler Refinanzierung zur Erfüllung der NSFR.

Jedes Institut sollte eine Abschätzung vornehmen, welche Auswirkungen das Basel III-Rahmenwerk in Gänze auf das Institut hat. Insbesondere sollte frühzeitig der mögliche Kapitalbedarf ermittelt werden und sollten Strategien entworfen werden, diese Mittel rechtzeitig zu besorgen. Dabei sind Institute, die interne Modelle verwenden (intensivere Nutzung durch europäische Banken im Gegensatz zu den Amerikanischen), durch den neuen Output-Floor stärker betroffen.

Falls Sie Fragen zur Ermittlung des Kapitalbedarfs und/oder zu geeinigten Strategien zur Erfüllung des Kapitalbedarfs haben, können Sie uns gerne ansprechen.