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Sustainable Finance: BaFin-Konsultation zu ESG-Risiken in Banken

14. Oktober 2019

Die BaFin hat per 24.09.2019 alle von ihr beaufsichtigten Unternehmen zum Thema „Nachhaltigkeitsrisiken“ zur Konsultation aufgerufen. Es ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Aspekte dieses Merkblatts Anwendung finden und früher oder später in die MaRisk, MaGo bzw. KAMARisk übernommen werden. Hintergrund der Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsrisiken ist die Ratifizierung der Pariser Klimaschutzvereinbarung von Deutschland und die damit einhergehende Verpflichtung, die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Die klimabezogenen, ökologischen und sozialen Risiken (die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeitsziele aus den Bereichen Environmental, Social und Governance beschrieben), die die BaFin als ESG-Risiken aufgenommen hat, werden für die Unternehmen immer gravierender und somit auch für die Institute, die diese Unternehmen finanzieren.

Den Begriff der „Nachhaltigkeitsrisiken“ definiert die BaFin in Ihrem Merkblatt als „Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung, deren Eintreten tatsächlich oder potenziell erhebliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie auf die Reputation eines Unternehmens haben können; dies schließt klimabezogene Risiken in Form von physischen Risiken und Transitionsrisiken ein.“ Es handelt sich hierbei um einen sehr umfassenden Risikobegriff, der zunächst jedoch keine eigene Risikoart laut BaFin sein soll. Vielmehr sollen die Nachhaltigkeitsrisiken in allen anderen Risikoarten der Unternehmen berücksichtigt werden, da sie auf diese einwirken und eine Abgrenzung zu diesen schwierig wäre.

Die Behandlung der Nachhaltigkeitsrisiken in den beaufsichtigten Unternehmen ist mit der Behandlung anderer Risikoarten vergleichbar:

  1. So sollen die Nachhaltigkeitsrisiken in einer eigenen bzw. in die bestehenden Strategien mitgenommen werden (auch auf Gruppenebene).
  2. Verantwortlich für die Strategien und somit auch für die Nachhaltigkeitsrisiken ist die Geschäftsführung.
  3. Organisationsrichtlinien und Prozesse sind entsprechend anzupassen.
  4. Nachhaltigkeitsrisiken sind in die Risikoidentifikations-, -steuerungs- und -controllingprozesse zu integrieren.
  5. Im Rahmen der Stresstests einschließlich der Szenarioanalysen sind die Nachhaltigkeitsrisiken mit zu berücksichtigen.
  6. Die Outsourcing-Richtlinien sind gegebenenfalls anzupassen.
  7. Die Verwendungen von ESG-Faktoren sind individuell zu prüfen.

Bei der Umsetzung weist die BaFin daraufhin, dass das Proportionalitätsprinzip Anwendung findet. Dies wird die Aufsicht auch bei Ihren zukünftigen Prüfungen zum Thema Nachhaltigkeit berücksichtigen. Nichtdestotrotz wird sie dabei voraussichtlich einen „Best-Practice-Ansatz“ für die von ihr beaufsichtigten Unternehmen definieren und diesen als Standard für die weiteren Prüfungen definieren.

Wir unterstützen Sie gern bei der Berücksichtigung und Umsetzung der Anforderungen zu den Nachhaltigkeitsrisiken in ihrem Unternehmen wie auch zum Thema Sustainable Finance insgesamt. Sprechen Sie uns an.