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Aktuelles:

IDW RS HFA 17 zu den Auswirkungen einer Abkehr von der Going-Concern-Prämisse auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss überarbeitet

02. Februar 2017

Sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegeben­heiten entgegenstehen, ist in handelsrechtlichen Abschlüssen gem. § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB bei der Bewertung von der Fortführung der Unternehmens­tätig­keit auszugehen. Die Auswirkungen, die eine Abkehr von der Going-Concern-Prämisse für den handels­recht­lichen Jahresabschluss und Lagebericht hat, werden durch die „IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Auswirkungen einer Abkehr von der Going-Concern-Prämisse auf den handelsrechtlichen Jahresabschluss (IDW RS HFA 17)“ konkretisiert.

Die aktuell anwendbare Fassung wurde am 10.06.2011 vom Hauptfachausschuss des Instituts der Wirt­schaftsprüfer in Deutschland e.V. (HFA) verabschiedet. Diese Fassung wurde nunmehr durch den Fachausschuss Sanierung und Insolvenz (FAS) überarbeitet, u.a. um sie an die durch das Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) geänderte Rechtslage anzupassen. Weitere Än­derungen ergaben sich infolge der Überarbeitung des IDW RH HFA 1.012 zur externen handelsrechtlichen Rech­nungslegung im Insolvenzverfahren. Außerdem wurden neben redaktionellen Änderungen einige Ver­weise aktualisiert, bspw. auf IDW S 11 anstelle von FAR 1/1996, oder ergänzt, wie bspw. auf IDW RS HFA 34.

Im Einzelnen wurden gegenüber der bisherigen Fassung folgende, wichtige Änderungen vorgenommen (die Zitation bezieht sich auf die geänderte Fassung, soweit nicht anders angegeben):

  • Die bisher in IDW RS HFA 17, Tz. 11 enthaltenen Ausführungen zum Sonderposten mit Rücklageanteil werden gestrichen, weil sie der HFA nicht mehr für praxisrelevant hält.
  • In der neuen IDW RS HFA 17, Tz. 13a wird klargestellt, dass für künftige Vergütungen für den Insolvenzverwalter keine Rückstellung angesetzt werden darf, soweit es sich um ein schwebendes Geschäft (bei dem kein Verlust droht) handelt und der Insolvenzverwalter künftig noch eine Leistung erbringen wird. Gleiches gilt bspw. für Löhne und Gehälter der Belegschaft.
  • IDW RS HFA 17, Tz. 14 bezweckt, einen vollständigen Schuldenausweis zu gewährleisten. Gem. überarbeitetem IDW RS HFA 17, Tz. 14 ist auch der nach Art. 67 Abs. 1 Satz 1 EGHGB noch zu verteilende Unterschiedsbetrag grds. vollständig zu passivieren.
  • Nach § 277 Abs. 4 HGB i.d.F. vor BilRUG i.V.m. IDW RS HFA 17, Tz. 37 (bisherige Fassung) waren Aufwendungen bzw. Erträge aus der Änderung der Bilanzierung und Bewertung, die durch die Abkehr von der Going-Concern-Prämisse begründet sind, grds. als außerordentliche Aufwendungen und Erträgen auszuweisen. Durch das BilRUG wurde § 277 Abs. 4 HGB aufgehoben. IDW RS HFA 17 musste an die durch das BilRUG geänderten Vorschriften zur Gewinn- und Verlustrechnung angepasst werden. Der überarbeitete IDW RS HFA 17, Tz. 37 sieht dementsprechend nunmehr einen Ausweis als sonstige betriebliche Aufwendungen bzw. Erträge vor. Außerdem sind Betrag und Art dieser Erfolgsauswirkungen entsprechend ihrer außergewöhnlichen Bedeutung gem. § 285 Nr. 31 HGB im Anhang anzugeben.
  • Tochterunternehmen im Insolvenzverfahren unterliegen dem Einbeziehungswahlrecht nach § 296 Abs. 1 Nr. 1 HGB, da erhebliche und andauernde Beschränkungen die Ausübung der Rechte des Mutterunternehmens in Bezug auf das Vermögen des Tochterunternehmens nachhaltig beeinflussen. Dies gilt gem. IDW RS HFA 17, Tz. 44 bereits im insolvenzrechtlichen Antragsverfahren, weil das Gesellschafterinteresse bereits in diesem Stadium hinter dem Zweck der bestmöglichen Befriedigung aller Gläubiger zurücktritt.

Die geänderte Fassung wurde am 08.09.2016 durch den HFA nach Abstimmung mit dem FAS verabschiedet und in IDW Life 2016, S. 1035 ff. abgedruckt.