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Aktuelles:

Neues zur Going-Concern-Annahme - IDW EPS 270 n.F. veröffentlicht

16. März 2019

Der IDW Prüfungsstandard: „Die Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung“ (IDW EPS 270 n.F.) wurde neugefasst und liegt im Entwurf vor. Der neugefasste Prüfungsstandard hat auch Auswirkungen auf die Pflichten der gesetzlichen Vertreter der zu prüfenden Unternehmen, die im Weiteren dargestellt werden.

IDW EPS 270 n.F. formuliert erstmals ausdrücklich die Anforderung an die gesetzlichen Vertreter, nicht nur bei der Aufstellung eines Lageberichts, sondern davon unabhängig auch bei der Aufstellung eines Abschlusses eine Going-Concern-Annahme zu treffen. Der Begriff „Going-Concern-Annahme“ umschreibt die Einschätzung der gesetzlichen Vertreter, dass das Unternehmen in der Lage ist, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren und seine Schulden zu begleichen.

Um diese Annahme zu treffen, haben die gesetzlichen Vertreter zu beurteilen,

  • ob Ereignisse oder Gegebenheiten vorliegen, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und gegebenenfalls
  • wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese den Bestand des Unternehmens gefährden könnten.

Dabei sind auch Pläne und Maßnahmen zu berücksichtigen, mit diesen Risiken umzugehen.

Eine Bilanzierung unter Anwendung des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ist unangemessen, wenn die gesetzlichen Vertreter

  • mit hoher Wahrscheinlichkeit gezwungen sind (d.h. die gesetzlichen Vertreter haben keine realistische Alternative hierzu) oder
  • sich dafür entschieden haben,

das gesamte Unternehmen zu liquidieren oder die Geschäftstätigkeit einzustellen. Diese Voraussetzungen sind beispielsweise gegeben, wenn das Management feststellt, dass eine Insolvenzantragspflicht vorliegt, ein Insolvenzantrag gestellt wurde oder ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft eröffnet wurde.

Eine Ausnahme bildet der Sachverhalt, falls die Going-Concern-Annahme auf der finanziellen Unterstützung des Gesellschafters des Unternehmens beruht (z.B. durch entsprechende Rangrücktrittserklärungen, Forderungsverzichte mit Besserungsschein oder „harte“ Patronatserklärungen). Sofern eine solche Verpflichtung bis zum Datum der Erteilung des Bestätigungsvermerks nicht vorliegt, können die gesetzlichen Vertreter nicht von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgehen.

IDW EPS 270 n.F. stellt darüber hinaus erstmals klar, dass eine wesentliche Unsicherheit (bestandsgefährdendes Risiko) in sämtlichen HGB-Abschlüssen anzugeben ist. Dies gilt unabhängig davon, ob ein Lagebericht aufzustellen ist und – sofern aufzustellen – unabhängig von der Berichterstattung im Lagebericht. In Fällen, in denen kein Anhang aufgestellt wird, können diese Angaben beispielsweise unter der Bilanz erfolgen.

Im Zuge der Neufassung von IDW PS 270 wurde die Berichterstattungspflicht im Bestätigungsvermerk nach § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB in diese Verlautbarung integriert. Auffällig ist dabei, dass in einem Bestätigungsvermerk nach den neuen IDW Prüfungsstandards, über bestandsgefährdende Risiken künftig in einem gesonderten Abschnitt zu berichten ist.

Aufgrund des bisherigen Zusammenwirkens von IDW PS 270 und IDW PS 400 a.F., ist der Anwendungszeitpunkt von IDW EPS 270 n.F. de facto an die Anwendung der neuen IDW Prüfungsstandards zur Berichterstattung geknüpft. Bei Unternehmen von öffentlichem Interesse (PIE) ist daher IDW EPS 270 n.F. bereits verpflichtend anzuwenden. Für Non-PIEs besteht eine Anwendungspflicht der dann endgültigen Fassung für Prüfungen von Abschlüssen für Berichtszeiträume, die am oder nach dem 15. Dezember 2017 beginnen, mit der Ausnahme von Rumpfgeschäftsjahren, die vor dem 31.12.2018 enden.