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Aktuelles:

IDW veröffentlicht geänderte Formulierungsbeispiele für den neuen Bestätigungsvermerk

02. November 2017

In der letzten Ausgabe des Newsletters RECHNUNGSLEGUNG & PRÜFUNG (Ausgabe 2/2017, S. 3) haben wir ausführlich über die grundlegenden Änderungen der Bestätigungsvermerke für die 2017-er Abschlüsse berichtet. Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hatte zuvor eine Reihe von Standardentwürfen zum Bestätigungsvermerk verabschiedet, mit denen die im Rahmen des Auditor Reporting Projects vom IAASB verabschiedeten neuen bzw. geänderten International Standards on Auditing (ISA) sowie die Regelungen der EU-Abschlussprüferverordnung (Verordnung (EU) Nr. 537/2014) zum Bestätigungsvermerk bei Unternehmen von öffentlichem Interesse umgesetzt werden:

  • IDW EPS 400 n.F., Bildung eines Prüfungsurteils und Erteilung eines Bestätigungsvermerks,
  • IDW EPS 401, Mitteilung besonders wichtiger Prüfungssachverhalte im Bestätigungsvermerk,
  • IDW EPS 405, Modifizierungen des Prüfungsurteils im Bestätigungsvermerk und
  • IDW EPS 406, Hinweise im Bestätigungsvermerk.

Die gesamte sog. IDW PS 400er-Reihe soll Ende November vom HFA verabschiedet und im Dezember 2017 veröffentlicht werden.

Das IDW hat nun am 26. September 2017 darüber informiert, dass sich der Hauptfachausschuss anders als in IDW EPS 400 n.F. vorgesehen für eine Zusammenfassung der Prüfungsurteile sowie der Beschreibung der Verantwortlichkeiten zum Abschluss und Lagebericht im Bestätigungsvermerk ausgesprochen hat. Grundlage für diese Entscheidung war, dass der Abschluss und der Lagebericht sowie die Prüfung beider Berichtsinstrumente in der Wahrnehmung der Adressaten in einem engen Zusammenhang stehen. Darüber hinaus führt eine Zusammenfassung der Prüfungsurteile zu einer deutlichen Verkürzung der Bestätigungsvermerke.

Auf der Internetseite des IDW stehen zwei Formulierungsbeispiele zum Download zur Verfügung, die den Inhalt und die Struktur des künftigen Bestätigungsvermerks illustrieren:

  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk bei einem nach HGB aufgestellten Jahresabschluss und Lagebericht eines Unternehmens, das kein Unternehmen von öffentlichem Interesse (Nicht-PIE) ist und
  • Uneingeschränkter Bestätigungsvermerk bei einem IFRS-Konzernabschluss und einem HGB-Konzernlagebericht eines Unternehmens von öffentlichem Interesse (PIE).

Die Beispiele berücksichtigen bereits die nachfolgenden für Oktober 2017 angekündigten Standardentwürfe:

  • IDW EPS 270 n.F. zur Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung sowie
  • ISA 720 (Revised) E-DE zu den Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers im Zusammenhang mit sonstigen Informationen, die zusammen mit dem Abschluss und Lagebericht veröffentlicht werden

und sehen den folgenden, geänderten Grundaufbau für den Bestätigungsvermerk vor (Bestandteile, die nur PIE betreffen sind rot gekennzeichnet):

Bestätigungsvermerk des unabhängigen
Abschlussprüfers

Empfänger

Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

 

Prüfungsurteile

Grundlage für die Prüfungsurteile

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Jahresabschlusses

Sonstige Informationen

Verantwortung des gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

 

Vermerk über die Prüfung des Lageberichts

Prüfungsurteil zum Lagebericht

Grundlage für das Prüfungsurteil zum Lagebericht

Verantwortung des gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsorgans für den Lagebericht

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Lageberichts

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Nennung des verantwortlichen Wirtschafsprüfers

Ort der Niederlassung des Prüfers

Datum und Unterzeichnung

Die beiden veröffentlichten Muster der Bestätigungsvermerke stellen zudem dar, wie der Abschlussprüfer im Bestätigungsvermerk über inhaltlich nicht geprüfte Lageberichtsangaben, die zutreffend als „ungeprüft“ gekennzeichnet und von den inhaltlich geprüften Lageberichtsangaben abgegrenzt sind, berichtet. Es besteht die Möglichkeit, die nicht geprüften Lageberichtsangaben im Abschnitt „Prüfungsurteil“ unmittelbar darzustellen (wie beispielhaft im Muster für Nicht-PIE dargestellt) oder eine Anlage zum Bestätigungsvermerk zu erstellen, in der die inhaltlich nicht geprüften Bestandteile des Lageberichts wie bspw. eine im Lagebericht enthaltene nichtfinanzielle Erklärung und oder eine im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung sowie inhaltlich nicht geprüfte, vom Gesetz nicht vorgesehene lageberichtsfremde Angaben aufgeführt sind.

Anders als ursprünglich geplant, wird die endgültige Fassung von IDW PS 400 n.F. nun erst ein Jahr später verpflichtend anzuwenden sein. Die verpflichtende Erstanwendung ist für die ab dem Jahr 2019 zu erteilenden Bestätigungsvermerke (bei kalenderjahrgleichem Geschäftsjahr für Prüfungen der Abschlüsse zum 31.12.2018) vorgesehen. Eine vorzeitige Anwendung ist jedoch zulässig.

Während des Übergangszeitraums ist für die Abschlussprüfung von Unternehmen, die nicht Unternehmen von öffentlichem Interesse sind, auch eine Anwendung des bisherigen IDW PS 400 (Stand: 28. November 2014) möglich mit entsprechender Anpassung um die durch das BilRUG neugefasste Regelung in § 322 Abs. 6 Satz 1 HGB. Bei Unternehmen mit kalendergleichem Geschäftsjahr betrifft dies die Bestätigungsvermerke zum 31.12.2017. Aufbau und Struktur dieser Bestätigungsvermerke wäre dann gleich mit den zum 31.12.2016 erteilten Bestätigungsvermerken.

Bei Unternehmen von öffentlichem Interesse müssen die Bestätigungsvermerke für Prüfungen von Geschäftsjahren, die nach dem 16. Juni 2016 beginnen, zwingend die Angaben nach Art. 10 der EU-APrVO beinhalten. Die Erteilung eines Bestätigungsvermerks in Anwendung des bisherigen IDW PS 400 ist daher nicht zulässig. Bis zum Zeitpunkt der verpflichtenden erstmaligen Anwendung des IDW PS 400 n.F. dürfen die Bestätigungsvermerke von PIE entweder nach dem neuen IDW PS 400 n.F. oder alternativ auch unter Zugrundelegung des Standardentwurfs IDW EPS 400 n.F. erteilt werden.

Die Verwendung der Bestätigungsvermerke gemäß IDW PS 400 n.F. setzt voraus, dass der Entwurf einer Neufassung des IDW Prüfungsstandards: Die Beurteilung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit im Rahmen der Abschlussprüfung (IDW EPS 270 n.F.) und der Entwurf einer deutschen Fassung des International Standard on Auditing 720 (Revised): Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers im Zusammenhang mit sonstigen Informationen (ISA 720 (Revised) E-DE) bereits für die zugrunde liegende Prüfung vorzeitig angewendet werden.