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Aktuelles:

DRÄS 10 zur Änderung von DRS 16, 19, 23 und 25 verabschiedet

12. Dezember 2019

Aktueller Anlass

Am 17.10.2019 hat das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee e.V. (DRSC) den Deutschen Rechnungslegungs Änderungsstandards Nr. 10 (DRÄS 10) verabschiedet. Gegenüber dem Entwurf E-DRÄS 10 haben sich lediglich wenige Änderungen ergeben.

Durch DRÄS 10 wird vor allem DRS 25 „Währungsumrechnung im Konzernabschluss“ geändert. Das DRSC reagierte damit auf Fragestellungen, die sich anlässlich der erstmaligen Anwendung des DRS 25 zur Währungsumrechnung im Konzernabschluss ergeben haben. Diese Fragen der Anwender bezogen sich vor allem auf die Hochinflationsbereinigung.

Daneben werden durch DRÄS 10 redaktionelle Änderungen an

  • DRS 16 „Halbjahresfinanzberichterstattung“,
  • DRS 19 „Pflicht zur Konzernrechnungslegung und Abgrenzung des Konsolidierungskreises“ und
  • DRS 23 „Kapitalkonsolidierung“

vorgenommen. Dies war erforderlich, weil sich durch das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz im WpHG Paragrafen verschoben haben.

Es wird erwartet, dass DRÄS 10 durch das BMJV in Kürze im Bundesanzeiger bekanntgemacht werden wird. Damit erhalten DRS 16, 19, 23 und 25 in der der durch DRÄS 10 geänderten Fassung die Vermutung, GoB für die Konzernrechnungslegung zu sein (§ 342 Abs. 2 HGB).

Für mehr Informationen besuchen Sie unseren Fachbereich Rechnungslegung.

DRS 25

DRS 25.99 sieht neben der Aufstellung eines Hartwährungsabschlusses eine Inflationsbereinigung durch Indexierung vor. Ein „Index“ spiegelt die Preisentwicklung im Hochinflationsland zwischen dem Basisjahr und dem Abschlussstichtag wider. Die bisherige Formulierung war insoweit missverständlich, dass irrtümlich angenommen werden konnte, dass zunächst die Indexierung bis zum Basisjahr und anschließend zwischen dem Basisjahr und dem Abschlussstichtag zu erfolgen hat. Dies entspricht aber nicht den Vorstellungen des DRSC. Aus diesem Grund wird in DRS 25.104 klargestellt, dass bei einer Hochinflationsbereinigung durch eine Indexierung der Posten des Fremdwährungsabschlusses mit „Basisjahr“ der Zeitpunkt der erstmaligen Erfassung des jeweiligen Bilanzpostens oder der jeweiligen Aufwendungen/Erträge gemeint ist. Mit anderen Worten sind die betreffenden Posten ab dem Zeitpunkt des Zugangs und ausdrücklich nicht erst ab dem Zeitpunkt, von dem an eine Hochinflationsbereinigung geboten ist, zu indexieren. Gegenüber dem Entwurf E-DRÄS 10 wurde DRS 25.104 – ohne weitere inhaltliche Änderung - nochmals leicht umformuliert sowie weitergehend begründet.

In der Entwurfsfassung E-DRÄS 10 war außerdem noch vorgesehen, DRS 25.B40 insoweit zu ergänzen, dass „zudem … die Regeln des IAS 29 „Rechnungslegung in Hochinflationsländern“ zur Erfassung des Gewinns oder Verlusts aus der Nettoposition der monetären Posten angewendet werden“ können. Auf diese Weise sollte klargestellt werden, dass die in der derzeitigen Fassung eingeräumte Möglichkeit der Anwendung der Vorgaben des IAS 29 nicht auf die Inflationsbereinigung/Indexierung von nichtmonetären Posten begrenzt ist. In der endgültigen Fassung von DRS 10 verzichtet das DRSC nunmehr darauf, auf IAS 29 zu verweisen, hebt Textziffer B40 auf und ergänzt nunmehr eine neue Textziffer 104a. Diese enthält die Empfehlung, Inflationsgewinne/-verluste aus der Nettoposition monetärer Posten zu ermitteln und GuV wirksam zu erfassen. Ein solcher Gewinn oder Verlust lässt sich – wie das DRSC weiter ausführt - indirekt als Saldo aus der Anpassung der nichtmonetären Posten der Bilanz und der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Anpassung der indexgebundenen Posten ermitteln und kann geschätzt werden, indem die Änderung des allgemeinen Preisindexes auf den gewichteten Durchschnitt der Nettoposition der monetären Posten angewandt wird.

Zur Erleichterung des Verständnisses der Regelungen in DRS 25.104 und DRS 25.104a zur Inflationsbereinigung durch Indexierung wurde ein ausführliches Beispiel in die Begründung DRS 25.B47 aufgenommen.

Einige Anwender haben die Angabevorschrift DRS 25.106 Buchstabe c – zumindest in Bezug auf die Umrechnung von Fremdwährungsabschlüssen – als obsolet empfunden, da § 308a Satz 2 HGB für die Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung ohnehin die Verwendung der Durchschnittskurse vorschreibt. Nach dem derzeitigen Wortlaut des DRS 25.106 Buchstabe c ist die Methode zur Ermittlung von Durchschnittskursen anzugeben, sofern solche aus Vereinfachungsgründen verwendet werden. Eine Verpflichtung, die Methode zur Ermittlung von Durchschnittskursen, also u.a. die verwendeten Bezugszeiträume und die dabei vorgenommene Gewichtung, anzugeben, ergibt sich allerdings aus der Verpflichtung zur Angabe der allgemeinen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (§ 313 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HGB). Aus diesem Grund sind im Konzernabschluss Angaben sowohl zu den Durchschnittskursen bei Inanspruchnahme der Vereinfachungen gem. DRS 25.14 und .101 als auch zu den Durchschnittskursen bei der Umrechnung der Posten der Gewinn- und Verlustrechnung gemäß § 308a Satz 2 HGB zu machen und stellt laut DRS 25.106 Buchstabe c eine Konkretisierung der gesetzlichen Vorgaben gemäß § 313 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 HGB dar. Das jedoch nicht das mathematische Verfahren der Ermittlung, sondern die Zeiträume, die der Ermittlung der Durchschnittskurse zugrunde liegen, sowie die Gewichtung bei der Durchschnittskursermittlung, relevant sind, soll dies durch die Änderung ebenfalls klargestellt werden.

DRS 16, DRS 19, DRS 20 und DRS 23

Durch das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz (2. FiMaNoG) haben sich im WpHG u.a. folgende Paragrafen bzw. Absätze verschoben:

WpHG (alt)

WpHG (neu)

§ 2 Abs. 3 Satz 1 Nr. 8

§ 2 Abs. 8 Satz 1 Nr. 8

§ 2 Abs. 5

§ 2 Abs. 11

§ 2 Abs. 7

§ 2 Abs. 14

§ 21 Abs. 1, Abs. 1a

§ 33 Abs. 1, Abs. 1a

§§  22f.

§§ 34f.

§ 37v

§ 114

§ 37w

§ 115

§ 37y

§ 117

DRÄS 10 aktualisiert insoweit die in DRS 16.3, 5, 8, 10 und 56, DRS 19.24 und DRS 23.B23 enthaltene Verweise resp. Zitate.

Erstmalige Anwendung

DRÄS 10 tritt ohne besondere Übergangsvorschriften mit Bekanntmachung in Kraft.