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Artikel:

Aktivitäten des IASB

30. Oktober 2016

IASB veröffentlicht Entwurf ED/2016/1 „Definition eines Geschäftsbetriebs und Bilanzierung zuvor gehaltener Anteile (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11)“

Am 28. Juni 2016 hat der IASB den Entwurf ED/2016/1 „Definition eines Geschäftsbetriebs und Bilanzierung zuvor gehaltener Anteile (vorgeschlagene Änderungen an IFRS 3 und IFRS 11)“ veröffentlicht.

Zum einen schlägt der IASB Änderungen zur Definition eines Geschäftsbetriebs (business) vor. Basierend auf den turnusmäßig vorgenommenen Überprüfungen von Standards nach deren Einführung sind praktische Anwendungsschwierigkeiten deutlich geworden. Die Kriterien Ressourceneinsatz (inputs), Verfahren (processes) und Leitung/Produkte (outputs) wurden nicht ausreichend einheitlich ausgelegt. Da die Definition eines Geschäftsbetriebs notwendige Voraussetzung für die Darstellung eines Erwerbs nach den Regelungen des IFRS 3 ist, hat der IASB in seinem Entwurf insbesondere die Definition der Leistung/Produkte (outputs) klargestellt. Demnach qualifizieren nur noch Güter und Dienstleistungen (goods and services), Investitionserträge (investment income) oder andere Erträge (other revenues) als Leistung/Produkte (outputs). Außerdem wird IFRS 3 um ein Prüfschema zur Abgrenzung eines Geschäftsbetriebs erweitert. Zusätzliche Anwendungsbeispiele sollen bei der Auslegung der Definition unterstützen.

Zum anderen schlägt der IASB Änderungen zu bereits vor der Erlangung der (ggf. gemeinschaftlichen) Beherrschung gehaltenen Anteilen an einer gemeinschaftlichen Tätigkeit i.S.d. IFRS 11 bzw. deren Vermögenswerten und Schulden (previously held interests) vor. Dies soll die bilanzielle Abbildung vereinheitlichen. Der IASB hat festgestellt, dass die Praxis bisher unterschiedlich vorging. Zuvor gehaltene Anteile sind bei erstmaliger Erlangung alleiniger Beherrschung i.S. eines sukzessiven Unternehmens-zusammenschlusses (business combination achieved in stages) neu zu bewerten. Ein Erwerb gemeinschaftlicher Kontrolle veranlasst hingegen keine Neubewertung („previously held interests in the assets and liabilities of the joint operation are not remeasured“).

Stellungnahmen zu dem Entwurf ED/2016/1 können bis zum 31. Oktober 2016 an den IASB gerichtet werden.

 

IASB adressiert Bedenken bezüglich unterschiedlicher Zeitpunkte des Inkrafttretens von IFRS 9 und IFRS 17, dem neuem Standard zu Versicherungsverträgen

Der neue Standard für Versicherungsverträge wird nicht zum selben Zeitpunkt in Kraft treten wie der neue IFRS 9 Finanzinstrumente. Der IASB trägt mit der Veröffentlichung von „Anwendungen von IFRS 9 Finanzinstrumente gemeinsam mit IFRS 4 Versicherungsverträge“ Bedenken gegenüber dem Auseinanderfallen der Erstanwendungszeitpunkte Rechnung. Damit bestehen für Unternehmen, die Versicherungsverträge im Anwendungsbereich des IFRS 4 begeben, zwei Möglichkeiten:

  • Überlagerungsansatz: Unternehmen dürfen bestimmte Aufwendungen und Erträge, die aus Marktwertschwankungen bestimmter qualifi-zierender Vermögenswerten entstehen, aus der GuV in das sonstige Gesamtergebnis umbuchen.
  • Aufschubansatz: Ein einstweiliger Aufschub der Anwendung von IFRS 9 (stattdessen Anwendung von IAS 39) ist für solche Unternehmen zulässig, deren Geschäftstätigkeit hauptsächlich das Begeben von Versicherungsverträgen im Anwendungsbereich von IFRS 4 ist.

    Der Überlagerungsansatz wird retrospektiv auf qualifizierte Vermögenswerte angewendet, sobald erstmalig IFRS 9 angewendet wird. Die Anwendung des Ansatzes zieht zusätzliche Angabepflichten nach sich.

    Der Aufschubansatz kann für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, angewendet werden. Der Ansatz ist ab dem 1. Januar 2018 auf drei Jahre beschränkt. Auch die Anwendung dieses Ansatzes macht zusätzliche Anhangangaben erforderlich.

IASB veröffentlicht endgültige Änderungen an IFRS 2

Am 20. Juni 2016 hat der IASB (endgültige) Änderungen an IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung veröffentlicht. Da es zu Anwendungsschwierigkeiten des Standards (beispielsweise bei der Klassifizierung von anteilsbasierten Zahlungen, die Nettoerfüllungs-vereinbarungen (net settlement features) für Steuerzwecke enthalten) in der Praxis kam, hat der IASB beschlossen zusätzliche Anleitungen in den Standard aufzunehmen. Die Änderungen umfassen beispielsweise:

  • Berücksichtigung marktbezogener und nicht-marktbezogener Ausübungsbedingungen bei der Bewertung von anteilsbasierten Vergütungen mit Barausgleich
  • Klassifizierung anteilsbasierter Vergütung, bei deren Erfüllung Steuern einzubehalten sind
  • Bilanzierung anlässlich des Wechsels der Erfüllungsform von cash-settlement auf equity-settlement

    Die Änderungen gelten für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung ist möglich.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Fachbereich IFRS.