COVID-19:

Sind Banken für den Ausfall eines Outsourcing-Partners gerüstet?

26. März 2020

Laut den MaRisk AT9 Abs. 4 sind grundsätzlich alle Aktivitäten und Prozesse auslagerbar, solange dadurch die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation im Sinne des § 25a Abs. 1 KWG nicht beeinträchtigt wird. Hat das Institut wesentliche Bereiche ausgelagert, sind Vorkehrungen zu treffen, um die Kontinuität und Qualität der ausgelagerten Aktivitäten und Prozesse auch nach Beendigung zu gewährleisten. Auch im Falle einer unerwarteten oder plötzlichen Beendigung, wie sie durch die Covid-19-Krise verursacht werden könnte, hat das Kreditinstitut etwaige Handlungsoptionen auf ihre Durchführbarkeit zu prüfen und zu verabschieden. Inwieweit die Institute den Fall einer Pandemie in diesem Ausmaß in ihrer Notfallplanung hinsichtlich der Outsourcing-Thematik berücksichtigt haben, ist derzeit nicht nachgewiesen.

Selbst wenn die Auslagerungsunternehmen noch nicht ausgefallen sind, ist es jetzt an der Zeit, dass die Kreditinstitute auf ihre Outsourcing-Partner zu gehen und mit ihnen die Auswirkungen der Covid-19-Krise besprechen. Die Kreditinstitute sind angehalten, im Rahmen eines angemessen Risikomanagements die Lage ihrer Auslagerungsunternehmen derzeit genau zu verstehen. Falls es dann zu einem möglichen Ausfall eines Outsourcing-Unternehmen kommen sollte, hat das Kreditinstitut sich mit entsprechenden Maßnahmen möglicherweise schon vorbereitet.

Jedes Institut sollte schnellstmöglich seinen Notfallplan überarbeiten und das Szenario der Pandemie und deren Auswirkungen auf die Auslagerungsunternehmen berücksichtigen, sofern dieses noch nicht geschehen ist. Ferner sollten die Kreditinstitute auf die Outsourcing-Partner zugehen und mögliche Szenarien diskutieren. Falls Sie Fragen zur Anpassung Ihres Notfallplans und zum Thema Outsourcing haben, können Sie uns gern ansprechen.

 

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