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Aktuelles:

Änderung der IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Einzelfragen zu den Angabepflichten des IFRS 7 zu Finanzinstrumenten (IDW RS HFA 24)

02. November 2017

M. Sc. Stephan Schoppengerd |

Die Änderungsfassung des IDW RS HFA 24 wurde am 10. September 2017 in Heft 9/2017, S. 1075 ff. der Zeitschrift IDW Life veröffentlicht. Durch die neue Fassung der Verlautbarung wird die bisherige Fassung vom 27. November 2009 redaktionell geändert bzw. auf den neuen Stand vom 10. Juli 2017 aktualisiert. Reine Wiedergaben von Standardregelungen sind entfallen und neue Rechnungslegungsauslegungen sind nicht Gegenstand des Updates. Hierfür ist die IFRS-Modulverlautbarung (IDW RS HFA 50)[1] vorgesehen. Alle Ausführungen stehen unter dem Vorbehalt, dass zwischenzeitlich durch das IASB und das IFRS Interpretations Committee keine abweichende Auffassung geäußert wird.

IFRS 7: Anwendungsbereich

IFRS 7 ist von allen Unternehmen auf alle Arten von Finanzinstrumenten anzuwenden, es sei denn, sie sind nach IFRS 7.3 explizit vom Anwendungsbereich des Standards ausgenommen. IDW RS HFA 24 erläutert in diesem Zusammenhang bestimmte Anwendungsfälle.

Bezüglich Planvermögen (IAS 19) bestehen demnach trotz ggf. vorhandener finanzieller Risiken keine zusätzlichen Angabepflichten nach IFRS 7.

In Bezug auf Leasingverhältnisse wird zwischen den beiden Bilanzierungsstandards für Leasingverhältnisse (IAS 17 und IFRS 16) unterschieden. Gem. IAS 17 ist ein Finanzierungs-Leasingverhältnis ein Finanzinstrument und daher im Anwendungsbereich von IFRS 7. Ein Operating-Leasingverhältnis nach IAS 17 fällt hingegen nur in den Anwendungsbereich von IFRS 7, soweit es sich um einzelne jeweils entstandene Zahlungsansprüche bzw. Zahlungsverpflichtungen handelt (IAS 32.AG9 a.F.). Gem. IFRS 16 ist im Gegensatz zu IAS 17 zwischen den beiden Perspektiven des Leasingnehmers und des Leasinggebers zu unterschieden, um den Anwendungsbereich von IFRS 7 zu definieren. Aus Sicht des Leasinggebers sind Finanzierungs-Leasingverhältnisse immer im Anwendungsbereich von IFRS 7. Operating-Leasingverhältnisse sind außerhalb des Anwendungsbereichs von IFRS 7 (außer für einzelne jeweils entstandene Zahlungsansprüche gegenüber dem Leasingnehmer). Aus Sicht des Leasingnehmers fallen dagegen alle Leasingverbindlichkeiten (d.h. sowohl Finanzierungs- als auch Operating-Leasingverhältnisse) in den Anwendungsbereich von IFRS 7
(IFRS 16.BC51 ff.). Die betroffenen Forderungen und Verbindlichkeiten sind laut IDW RS HFA 24 im Regelfall als eigene Klasse nach IFRS 7.6 auszuweisen.

Ferner wird in IDW RS HFA 24 darauf hingewiesen, dass der Anwendungsbereich des IFRS 7 über den des IFRS 9 hinausgeht. Zu erfassen sind demnach insbesondere auch solche Kreditzusagen, für die lediglich die Wertberichtigungs- und Abgangsregeln des IFRS 9 anzuwenden sind, und solche Kreditzusagen, die ausschließlich bei materiell nachteiligen Änderungen kündbar sind (vgl. IFRS 7.B10(d)).

IFRS 7:Klassen von Finanzinstrumenten

Zur Sicherstellung der Aussagekraft der Angaben nach IFRS 7 hat ein Unternehmen Finanzinstrumente so in Klassen einzuordnen, dass diese die Art der geforderten Informationen und die Eigenschaften dieser Finanzinstrumente angemessen abbilden. Die Angaben müssen eine Überleitung zu den ausgewiesenen Bilanzposten ermöglichen (IFRS 7.6). Klassen i.S.v. IFRS 7.6 sind des Weiteren von den Kategorien gem. IFRS 9 zu unterscheiden. IDW RS HFA 24 stellt weiter heraus, dass bspw. Forderungen und Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen als eigene Klasse deklariert werden sollten, da bei der Klassenbildung die besonderen Charakteristika der Finanzinstrumente berücksichtigt werden müssen. Als weiteren Punkt greift IDW RS HFA 24 auf, dass als Sicherungsinstrumente designierte derivative Finanzinstrumente als eigene Klasse zu behandeln sind, für die insbesondere die Angaben zum Fair Value und dem maximalen Kreditausfallrisiko in Betracht kommen.

IFRS 7: Bedeutung von Finanzinstrumenten für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Die Buchwerte finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten sind für jede in IFRS 7.8 aufgeführte Kategorie gem. IFRS 9 entweder in der Bilanz auszuweisen oder im Anhang anzugeben. In Ausübung dieses Wahlrechts sind jedoch immer die bilanzbezogenen Mindestangabepflichten nach IAS 1 zu beachten. Dabei wird aufgrund der unterschiedlichen Bewertungsmaßstäbe eine Differenzierung zwischen im Rahmen des Hedge Accounting gesicherten und ungesicherten Geschäften empfohlen.

Für finanzielle Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten, die aufgrund der Ausübung der Fair Value Option erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, thematisiert der Standard die diesbezüglichen Angaben gem. IFRS 7.9-11 wieder. IFRS 7.9 behandelt die Angaben für finanzielle Vermögenswerte und IFRS 7.10 und 7.10A für finanzielle Verbindlichkeiten. IFRS 7.11 enthält zusätzliche sonstige Angaben

  • zur einer ausführlichen Beschreibung der Methoden, die ein Unternehmen anwendet, um den Vorschriften von IFRS 7.9(c), IFRS 7.10(a), IFRS 7.10A(a) und IFRS 9.5.7.7(a) nachzukommen,
  • zu den Gründen für die Schlussfolgerung und den Faktoren, die das Unternehmen für relevant hält, wenn das Unternehmen die Auffassung vertritt, dass die Angaben, die es zur Erfüllung der Vorschriften von IFRS 7.9(c), IFRS 7.10(a), IFRS 7.10A(a) und IFRS 9.5.7.7(a) in der Bilanz oder im Anhang gemacht hat, die durch das geänderte Ausfallrisiko bedingte Änderung des beizulegenden Zeitwerts des finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbindlichkeit nicht glaubwürdig widerspiegeln,
  • zu einer ausführlichen Beschreibung der Methodik, mit der bestimmt wird, ob die Darstellung der Auswirkungen von Änderungen des Ausfallrisikos einer Verbindlichkeit im sonstigen Ergebnis eine Rechnungslegungsanomalie im Gewinn oder Verlust verursachen oder vergrößern würde (siehe IFRS 9.5.7.7 f.). Wenn ein Unternehmen die Auswirkungen von Änderungen des Ausfallrisikos einer Verbindlichkeit im Gewinn oder Verlust zu erfassen hat (siehe IFRS 9.5.7.8), müssen die Angaben eine ausführliche Beschreibung der wirtschaftlichen Beziehung gem. IFRS 9.B5.7.6 beinhalten.

Hinsichtlich der in IFRS 7.9 (b) geforderten Angabe des Betrags, um den eingesetzte Kreditderivate oder ähnliche Instrumente das maximale Kreditsausfallrisiko (gem. IFRS 7.9 (a)) senken, wird der Begriff des ähnlichen Instruments präzisiert. Demnach sind darunter Finanzgarantien und Kreditversicherungen zu fassen, nicht aber Pfandrechte und sonstige Sicherungsmaßnahmen, die nicht die Definition eines Finanzinstruments erfüllen.

Bezüglich der Angaben zu finanziellen Verbindlichkeiten gem. IFRS 7.10(a) und IFRS 7.10A(a) wird mit Verweis auf das Beispiel eines Pfandbriefes darauf hingewiesen, dass auf das asset-spezifische Kreditausfallrisiko, nicht aber auf die allgemeine Kreditwürdigkeit des Unternehmens, abzustellen ist.

In Bezug auf Sicherheiten hat ein Unternehmen gem. IFRS 7.14

  • den Buchwert der finanziellen Vermögenswerte, die es als Sicherheit für Verbindlichkeiten oder Eventualverbindlichkeiten gestellt hat, einschließlich der gem. IFRS 9.3.2.23(a) reklassifizierten Beträge, und
  • die Vertragsbedingungen für diese Besicherung

anzugeben. IDW RS HFA 24 weist an dieser Stelle darauf hin, dass sich die Angabepflicht sowohl auf Sicherheiten für eigene als auch für fremde Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten erstreckt, da in beiden Fällen ein Risiko der Inanspruchnahme für das Unternehmen besteht. Bezüglich der Angaben zu gehaltenen Sicherheiten i.S.v. IFRS 7.15 hält IDW RS HFA 24 trotz des Wortlauts des IFRS 7.15(b) eine sinnvolle Zusammenfassungen für zulässig (IFRS 7.B3).

Für zum Abschlussstichtag bilanzierte Darlehensverbindlichkeiten (loans payable) müssen nach IFRS 7.18 bestimmte Angaben im Zusammenhang mit Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen (defaults) gemacht werden. IDW RS HFA 24 gibt an, dass die Angabepflichten von IFRS 7.18 sich nicht nur auf Vertragsverletzungen gem. IFRS 7.18 beziehen, sondern auf alle Vertragsverletzungen - z.B. Verletzungen von covenants - sofern sie den Darlehensgeber berechtigen, eine vorzeitige Rückzahlung zu fordern (IFRS 7.19).

In IFRS 7.20 sind die Angaben (wahlweise in der Gesamtergebnisrechnung oder im Anhang) für

  • Nettogewinne oder- verluste,
  • Gesamtzinsertrag/-aufwand und
  • als Ertrag oder Aufwand erfasste Entgelte

geregelt. Laut IDW RS HFA 24 kommt für als Ertrag oder Aufwand erfasste finanzielle Vermögenswerten und finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden, eine Verrechnung mit den Nettogewinnen oder –verlusten (IFRS 7.20(a)) oder eine Zuordnung zu den als Ertrag oder Aufwand erfassten Entgelten (IFRS 7.20(c)) in Frage.

Ausgenommen der Fälle, bei denen Angaben zum Fair Value nicht verlangt werden (IFRS 7.29), ist durch die Angabe der entsprechenden Werte für jede Klasse i.S.v. IFRS 7.6 ein Vergleich von Fair Value und Buchwert zu gewährleisten (IFRS 7.25). Diesbezüglich wird darauf hingewiesen, dass sich diese Angabepflicht bei begebenen Wandelanleihen lediglich auf die Fremdkapitalkomponente der Wandelanleihe erstreckt. Zusätzliche Angabepflichten zur Eigenkapitalkomponente können sich davon unbenommen nach IAS 1 ergeben.

Hinsichtlich der Vereinnahmung eines wegen fehlender Bewertbarkeit im Rahmen der Level 1 und 2 (gem. der Bewertungshierarchie des IFRS 13) abzugrenzenden Day-One-Ergebnisses gem. IFRS 9.B5.1.2A (b) wird vor dem Hintergrund betriebswirtschaftlicher Erwägungen empfohlen, die Amortisierung der Bewertungsdifferenzen bei zinstragenden Finanzinstrumenten unter Verwendung der Effektivzinsmethode vorzunehmen. Bei Eigenkapitalinstrumenten ist die Differenz demgegenüber erst mit dem Abgang des Eigenkapitalinstruments zu erfassen.

IFRS 7:Art und Umfang der Risiken aus Finanzinstrumenten

Ein Unternehmen hat seine Angaben so zu gestalten, dass die Abschlussadressaten Art und Ausmaß der mit Finanzinstrumenten verbundenen Risiken, denen das Unternehmen zum Berichtsstichtag ausgesetzt ist, beurteilen können (IFRS 7.31). Explizit nennt der Standard die folgenden Risikoarten, auf das sich in der Regel die quantitativen Angaben zu den Risiken beschränken:

  • Ausfallrisiko (7.35A-7.38)
  • Liquiditätsrisiko (7.39)
  • Marktrisiko (IFRS 7.40-7.42).

Dabei wird das Währungsrisiko unter dem Marktrisiko subsummiert (vgl. IFRS 7, Appendix A) und erstreckt sich auch über konzerninterne monetäre Posten, soweit im Rahmen der Währungsumrechnung Gewinne oder Verluste resultieren, die im Rahmen der Konsolidierung nicht vollständig eliminiert werden.

Hinsichtlich des Liquiditätsrisikos wird darauf hingewiesen, dass im Fall von vorgenannten berichtspflichtigen Verstößen gegen Kreditvereinbarungen in wesentlichem Umfang bzw. bei starker Risikokonzen­tration das hieraus resultierende Liquiditätsrisiko anzugeben ist.

Laut IFRS 7.34(a) müssen für jede Art von Risiko den Personen in Schlüsselpositionen i.S.v. IAS 24 quantitative Angaben zur Verfügung (basierend auf internen Informationen) gestellt werden. Diese sollten sich im Rahmen des Risikomanagements wieder finden. Ist dies nicht der Fall, ist nach IDW RS HFA 24 wegen der dann anzunehmenden fehlenden Relevanz auch keine Verwendung der Informationen bei der externen Berichterstattung nötig. Darüber hinaus sind sinnvolle Zusammenfassungen der Informationen zwecks externer Berichterstattung für die Personen in Schlüsselpositionen zulässig, jedoch nicht eine Abänderung selbiger.

Ist ein Unternehmen in zwei unterschiedlichen Geschäftsfeldern tätig, können die Angaben nach IFRS 7.34(a) für beide Geschäftsfelder erforderlich sein. Angaben nach IFRS 7.34(b) dürfen, da nicht auf Informationen an Personen in Schlüsselpositionen abstellend, laut IDW RS HFA 24 auch in konsolidierter Form angegeben werden.

Zusätzliche quantitative Angaben im Fall ansonsten fehlender Repräsentativität der Angaben am Abschlussstichtag nach IFRS 7.35 sind nach IDW RS HFA 24 insbesondere für Unternehmen mit schwankendem (bspw. jahreszeitabhängig) Geschäftsverlauf relevant sowie bei Unternehmen, dessen Risiko sich durch einen Unternehmenserwerb im vierten Quartal wesentlich erhöht hat. Die Angabepflicht gilt auch, wenn das Risiko am Abschlussstichtag für die kommenden Perioden ggf. als repräsentativ angesehen werden kann.

Zum Liquiditätsrisiko sind nach IFRS 7.39 folgende Angaben zu machen:

  1. eine Analyse der vertraglichen Fälligkeiten (Fälligkeitsanalyse) für nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten (einschließlich bereits zugesagter finanzieller Garantien), die die verbleibenden vertraglichen Restlaufzeiten darstellt,
  2. eine Fälligkeitsanalyse für derivative finanzielle Verbindlichkeiten. Bei derivativen finanziellen Verbindlichkeiten, bei denen die vertraglichen Restlaufzeiten für das Verständnis des für die Cashflows festgelegten Zeitbands (IFRS 7.B11B) wesentlich sind, muss diese Fälligkeitsanalyse die verbleibenden vertraglichen Restlaufzeiten enthalten,
  3. eine Beschreibung, wie das mit a) und b) verbundene Liquiditätsrisiko gesteuert wird.

Die Fälligkeitsanalyse und die damit verbundenen Restlaufzeitengliederung nach IFRS 7.39 sind im Standard selbst (IFRS 7.B11 ff.) detailliert beschrieben und für spezifische derivative und nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten näher erläutert. IDW RS HFA 24 greift diese auf und gibt einen Leitfaden der Angabepflichten für die einzelnen derivativen und nicht derivativen finanziellen Verbindlichkeiten vor, auf den aufgrund der Komplexität der Angaben an dieser Stelle ausdrücklich verwiesen sei.

Hinsichtlich der Angaben gem. IFRS 7.39 (b) wird dabei unter Anderem klargestellt, dass sich die Angabepflicht auch auf Sicherungsinstrumente erstreckt, die nicht in das Hedge-Accounting einbezogen sind. Demgegenüber kann für Zwecke der Angaben gem. IFRS 7.39 (b) zu Handelszwecken kontrahierte derivative finanzielle Verbindlichkeiten angenommen werden, dass diese nicht zwingend für das Verständnis des zeitlichen Ablaufs der vertraglichen Cashflows sind. Anzugeben sind die erwarteten undiskontierten Cashflows. Für unsichere Zahlungen (z.B. im Fall variabler Verzinsung) wird die Verwendung von Terminzinsen empfohlen bzw. die Verwendung von Spotzinsen nur dann für zulässig erachtet, falls keine wesentlichen Abweichungen zum Terminmarkt bestehen. Bei amerikanischen Optionen ist auf den frühest möglichen Ausübungszeitpunkt abzustellen (IFRS 7.B11C (a)). Sind die Optionen zum Reporting-Stichtag aus dem Geld, besteht keine Angabepflicht. Vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveaus dürfte es dabei unserer Auffassung nach in der Regel grds. vertretbar sein, bei der Beurteilung, ob eine Option im Geld ist, auf den aktuellen Spotkurs abzustellen.

Ferner wird auf die zusätzlichen Angaben gem. IFRS 7.34 (a) im Falle einer Steuerung des Liquiditätsrisikos nach erwarteten (anstatt vertraglichen) Zahlungszeitpunkten hingewiesen, bei denen auch solche Cashflows zu berücksichtigen sind, die für das Verständnis der Fälligkeitsanalyse gem. IFRS 7.39 (b) nicht zwingend notwendig sind.

In Bezug auf Marktrisiken fordert IFRS 7.40 Angaben bzgl. Sensitivitätsanalysen (für alle Finanzinstrumente und jede Art von Marktrisiken), deren Methodik und etwaige Änderungen dieser Methodik (falls diese sich im Vergleich zur letzten Berichtsperiode verändert hat). Falls ein Unternehmen jedoch eine Sensitivitätsanalyse, wie eine Value-at-Risk-Analyse erstellt, die die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen den Risikoparametern (z.B. Zins- und den Währungsrisiken) widerspiegelt, und diese zur Steuerung der finanziellen Risiken benutzt, kann es diese Sensitivitätsanalyse (mit abgeänderten Angabepflichten gem. IFRS 7.41) anstelle der in IFRS 7.40 genannten Analyse verwenden. Der Grundsatz der Stetigkeit ist dabei zu beachten. Bei der Verwendung eines Value-at-Risk-Modells oder eines anderen in IFRS 7.41 beschriebenen Verfahrens sind sowohl die Angaben nach IFRS 7.40(b) und IFRS 7.40(c) als auch die Angaben nach IFRS 7.41(a) und IFRS 7.41(b) zu machen. Die Angabepflichten nach IFRS 7.40 f. erstrecken sich laut IDW RS HFA 24 auch auf Finanzinstrumente innerhalb von Sicherungsbeziehungen. Obwohl sich die Risiken von Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft zum Großteil kompensieren, ergeben sich im Zeitverlauf Abweichungen bei der Bewertung von Grund- und Sicherungsgeschäft, welche erfolgswirksam in der GuV verbucht werden müssen; der ineffektive Teil der Sicherungsbeziehung. Zusätzlich zeigt IDW RS HFA 24 eine Vorgehensweise auf, wie IFRS 7.40 f. bei Devisentermingeschäften angewendet werden kann. Soweit das Zinsrisiko unwesentlich ist, dürfen die Devisentermingeschäfte lediglich im Rahmen der Darstellung des Währungsrisikos erfasst werden.

Aufgrund der bevorstehenden (weitgehenden) Ablösung von IAS 11, IAS 18 und IAS 39 durch IFRS 15 und IFRS 9 zum 1. Januar 2018 wurden die Ausführungen zu IAS 11, IAS 18 und IAS 39 im Wesentlichen gestrichen oder an die entsprechende Neuregelung angepasst. Für die Übergangszeit gelten die Ausführungen in der vorherigen Fassung von IDW RS HFA 24 zu den bisherigen Standardregelungen weiter.

 

[1] Der IDW RS HFA 50 behandelt abgegrenzte Einzelfragen der IFRS-Rechnungslegung. Die Ausführungen zu den jeweiligen Einzelfragen folgen einem einheitlichen Schema („Modul“).