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Partielle Änderungen an IAS 12 veröffentlicht

12. Februar 2016

Am 20. August 2014 hatte der IASB einen Entwurf (ED/2014/3 - Recognition of Deferred Tax Assets for Unrealised Losses) mit Klarstellungen zum Ansatz von aktiven latenten Steuern für nicht realisierte Verluste infolge von fair value-Änderungen von Schuldinstrumenten, die im sonstigen Gesamtergebnis (other comprehensive income) erfasst werden, herausgegeben. Am 19. Januar 2016 hat der IASB nun die finalen Änderungen mit begrenztem Umfang (sog. narrow-scope amendments) veröffentlicht. Die Anpassungen im Überblick:

  • Ein zum Stichtag noch nicht realisierter Verlust bei einem festverzinslichen Finanzinstrument führt zu einer abzugsfähigen temporären Differenz, sofern eine Bewertung zum fair value erfolgt und der steuerliche Wert - ohne Berücksichtigung der Wertanpassung - weiterhin den fortgeführten Anschaffungskosten entspricht. Dies gilt unabhängig von der beabsichtigten (Halte-)Absicht bezogen auf das Finanzinstrument. Die temporäre Differenz ist somit nicht abhängig davon, ob der finanzielle Vermögenswert bis zur (End-)Fälligkeit gehalten wird (Einnahme sämtlicher vertraglicher Zahlungsansprüche) oder dieser durch vorherige Veräußerung realisiert wird.
     
  • Unterscheidet das anwendbare (nationale) Steuerrecht zwischen verschiedenen Arten von steuerbaren Gewinnen, hat für jeden Teil des steuerpflichtigen Gewinns hinsichtlich der möglichen Steuerlatenzbildung eine eigenständige Beurteilung stattzufinden.
     
  • Bezogen auf die Schätzung des künftig zu versteuernden Gewinns ist der Buchwert nicht die Obergrenze.
     
  • Der zu versteuernder Gewinn, gegen den der Ansatz eines latenten Steueranspruchs geprüft wird, ist der Betrag vor Umkehr abzugsfähiger temporärer Differenzen.

Die Änderungen treten für Geschäftsjahre in Kraft, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen, wobei eine vorzeitige Anwendung zulässig ist. Vorgesehen ist eine retrospektive Anwendung nach IAS 8.