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Aktivitäten des IASB Januar 2017

09. Januar 2017

Ergebnisse der IASB-Agendakonsultation 2015

Der IASB hat im Zuge seiner zweiten Agendakonsultation Fragen zur Ausgewogenheit seiner Aktivitäten, seinem Forschungsprogramm, seinen Projekten auf Standardebene und Projekten mit begrenztem Umfang sowie der Umsetzungsunterstützung, dem Grad und dem Tempo von Änderungen und der gewünschten Häufigkeit von Agenda-konsultationen gestellt. Auf Basis der Rückmeldungen hat der IASB vier wesentliche Themen herausgearbeitet, welche die Grundlage für das Arbeitsprogramm 2017–2021 darstellen.

  • Abschluss der verbliebenen großen Standardsetzungsprojekte: Die Beendigung der großen Standardsetzungsprojekte genießt die höchste Priorität des IASB. Derzeit noch nicht fertiggestellt sind der neue Standard zu Versicherungsverträgen und das Rahmenkonzept. Der Standard zu Leasingverträgen, der zum Zeitpunkt der Rückmeldungen zur Agendakonsultation noch ausstand, ist mittlerweile finalisiert. Darüber hinaus wurde vielfach darauf hingewiesen, dass ein prinzipienorientierter Ansatz der IFRS weiterhin verfolgt werden soll.
  • Bessere Kommunikation in der Finanzberichterstattung: Der IASB sieht vor, Projekte wie die Angabe initiative und Projekte zu den Hauptbestandteilen des Abschlusses weiter zu unterstützen, um das Motto „Bessere Kommunikation“ des IASB-Vorsitzenden Hans Hoogervorst für seine zweite Amtszeit umzusetzen. Projekte, welche die Interessen der Abschlussadressaten berücksichtigen, sollen Priorität haben.
  • Weitere Entwicklung der Umsetzungsunterstützung: Das IASB diskutiert die weitere Unterstützung von Anwendern nach der Einführung neuer Standards. In den Rückmeldungen wird angeregt, dass der IASB sich auf wenige Standardsetzungsprojekte konzentrieren sollte, damit Anwender die jüngst veröffentlichten Standards vollumfänglich verstehen und anwenden können.  
  • Forschungsprogramm: Dass die Standardsetzung einem evidenzbasierten Ansatz folgt, wird grundsätzlich unterstützt. Nichtsdestotrotz haben die Rückmeldungen aus der Agendakonsultation eine grundsätzliche Verwirrung hinsichtlich der Strategie, der Ziele und des Prozesses des Forschungsprogramms sowie der Beziehung zwischen dem Forschungsprogramm und anderen Aktivitäten des IASB verdeutlicht. Die Forschungsagenda enthält demzufolge auch zu viele Themen. Aus diesem Grund hat der IASB mit der Fokussierung des Forschungsprogramms begonnen.  

Über diese vier wesentlichen Themen hinaus hat der IASB auf Basis der Rückmeldungen beschlossen, den Zeitraum zwischen den Agendakonsultationen auf fünf Jahre zu erhöhen. Eine entsprechende Anpassung des Handbuchs für den Konsultationsprozess ist bereits im Juni 2016 erfolgt.

IASB legt Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 17 fest

Der IASB hat den verpflichtenden Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 17 „Versicherungsverträge“, welcher voraussichtlich im ersten Halbjahr 2017 veröffentlicht wird, festgelegt. Der IASB gewährt den Anwendern dreieinhalb bis vier Jahre Vorlaufzeit, bis der Standard zum 1. Januar 2021 verpflichtend in Kraft tritt. Der IASB hat darüber hinaus entschieden, dass Unternehmen IFRS 17 auch vorzeitig anwenden dürfen, sofern spätestens zum selben Zeitpunkt auch IFRS 9 „Finanzinstrumente“ und IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“ angewendet werden.

IASB beendet den Prozess der jährlichen Verbesserungen für den Zyklus 2014-2016

Der IASB hat die endgültigen Änderungen im Rahmen der jährlichen Verbesserungen an den IFRS (Zyklus 2014–2016) veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Anpassungen an IFRS, die notwendig, aber nicht dringlich sind, und nicht im Rahmen eines größeren Projekts vorgenommen werden. Die Verbesserungen des Zyklus 2014–2016 betreffen Änderungen an IFRS 1, IFRS 12 und IAS 28.

  • IFRS 1 „Erstmalige Anwendung der IFRS“: Die befristeten Ausnahmen in den Paragraphen E3–E7 des IFRS 1 werden aufgrund der Erfüllung ihres beabsichtigten Zwecks gestrichen.
  • IFRS 12 „Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen“: Der Anwendungsbereich des Standards wird dahingehend klargestellt, dass die Angabevorschriften gem. IFRS 12.5 grundsätzlich auch anzuwenden sind auf die als zu Veräußerungszwecken oder als zu Ausschüttungszwecken gehaltenen Beteiligungen bzw. auf aufgegebene Geschäftsbereiche (IFRS 5).
  • IAS 28 „Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures“: Das Wahlrecht einer erfolgswirksamen Bewertung zum Fair Value für eine Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen oder einem Joint Venture kann bei erstmaligem Ansatz für jede einzelne Beteiligung individuell ausgeübt werden (investment-by-investment basis).

Die Änderungen an IFRS 1 und IAS 28 gelten für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, die Änderungen an IFRS 12 gelten für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2017 beginnen.

IASB finalisiert Änderungen an IAS 40 hinsichtlich der Übertragung von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien

Vor dem Hintergrund, dass das IFRS IC gebeten wurde, die Anwendung von IAS 40.57 hinsichtlich der Übertragung in den oder aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien klarzustellen, hat der IASB eng umrissene Änderungen an IAS 40 vorgenommen. Die Änderungen an Paragraph 57 verdeutlichen, dass ein Unternehmen eine Immobilie nur in den oder aus dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien übertragen kann, wenn eine entsprechende Nutzungsänderung belegt werden kann. Wird die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllt oder nicht mehr erfüllt, entsteht eine solche Nutzungsänderung. Durch die Absicht der Unternehmensführung, eine Immobilie anders zu nutzen, wird keine Nutzungsänderung belegt. In Paragraphen 57 (a) bis (d) stellt das IASB eine nicht abgeschlossene Liste von Beispielen zur Verfügung, die als Belege einer Nutzungsänderung gelten. Die Änderungen gelten für Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine vorzeitige Anwendung ist möglich. Auch eine rückwirkende Anwendung ist möglich, wenn dafür keine späteren Erkenntnisse notwendig sind.

IASB veröffentlicht IFRIC 22 „Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlter Gegenleistungen“

Aufgrund abweichender Praxisanwendungen von IAS 21 „Auswirkungen von Änderungen der Wechselkurse“ in Hinblick auf die verwendeten Wechselkurse bei der Bilanzierung von Geschäftsvorfällen in fremder Währung, bei denen eine Gegenleistung erhalten und gezahlt wird, bevor der zugehörige Vermögenswert, der Aufwand oder der Ertrag erfasst wird, hat das IFRS IC die Interpretation IFRIC 22 veröffentlicht. Die Interpretation bezieht sich auf Transaktionen oder Teile von Transaktionen in fremder Währung, die eine Gegenleistung nach sich ziehen, die in fremder Währung bezeichnet oder bepreist sind, bei der das Unternehmen vor der Erfassung des zugehörigen Vermögenswerts, des Aufwands oder des Ertrags einen Vermögenswert aus der Vorauszahlung oder eine Schuld aus aufgeschobenem Ertrag in Bezug auf die Gegenleistung ansetzt, oder bei welchen der Vermögenswert aus der Vorauszahlung oder der Schuld aus aufgeschobenem Ertrag nicht monetär ist. Die Interpretation legt fest, dass zur Bestimmung des Wechselkurses der Zeitpunkt der Transaktion zu wählen ist, an welchem der nicht monetäre Vermögenswert aus der Vorauszahlung oder die nicht monetäre Schuld aus aufgeschobenem Ertrag erstmals erfasst wurde. Es sind mehrere Transaktionszeitpunkte zu erfassen, wenn es im Voraus mehrere Zahlungen gab. IFRIC 22 ist für Berichtsperioden anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühere Anwendung ist zulässig. Darüber hinaus ist die Interpretation bei erstmaliger Anwendung entweder rückwirkend in Einklang mit IAS 8 oder prospektiv auf alle Vermögenswerte, Aufwendungen und Erträge in fremder Währung, die in den Anwendungsbereich fallen, anzuwenden.