Wir verwenden Cookies auf unserer Webseite, um Ihren Besuch effizienter zu machen und Ihnen eine möglichst angenehme Nutzung bieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Dafür setzen wir Google Analytics ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer DATENSCHUTZERKLÄRUNG.
Artikel:

Nationales Enforcement

09. Januar 2017

Prüfungsschwerpunkte 2016 der ESMA und der DPR

Die DPR hat am 3. November 2016 ihre Prüfungsschwerpunkte 2017 veröffentlicht. Ende Oktober 2016 hat darüber hinaus auch die ESMA ihre Prüfungsschwerpunkte veröffentlicht, die bei der Überprüfung der 2016er Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen durch die nationalen enforcement-Stellen in Europa zugrunde gelegt werden. Die ESMA-Prüfungsschwerpunkte ergänzen die DPR-Schwerpunkte und sind für die Abschlussersteller daher von gleicher Relevanz wie die nationalen Prüfungsschwerpunkte. Folgende Prüfungsschwerpunkte sind von DRP und ESMA festgelegt worden:

1. ESMA: Präsentation der finanziellen Messgrößen (financial performance)

  • Ausweis von Informationen im Abschluss, die nicht ausdrücklich in den IFRS gefordert werden,
  • Zusätzlich ausgewiesene Posten, Überschriften und Zwischensummen,
  • Segmentinformationen,
  • Veränderungen im sonstigen Ergebnis,
  • Ergebnis je Aktie,
  • Beachtung der ESMA-Leitlinie zu alternativen Finanzkennzahlen.

2. ESMA: Finanzinstrumente - Unterscheidung zwischen Eigen- und Fremdkapital.

3. ESMA: Angaben zur Auswirkung neuer Standards auf IFRS-Abschlüsse:

  • IFRS 9 „Finanzinstrumente“,
  • IFRS 15 „Erlöse aus Verträgen mit Kunden“, und
  • IFRS 16 „Leasingverhältnisse“.

4. ESMA: Einschätzung und Offenlegung ggf. erwarteter Risiken im Zusammenhang mit dem Brexit.

5. DPR: Anteile an anderen Unternehmen

  • Ermessensentscheidungen bei „atypischen“ Fällen (IFRS 10 und IAS 28, IFRS 11, ) und Vollständigkeit der jeweiligen Anhangangaben (Nichtkonsolidierung ohne Stimmrechtsmehrheit, Konsolidierung trotz fehlender Stimmrechtsmehrheit, Anwendung der Equity-Methode),
  • Änderung der Beherrschung eines Beteiligungsunternehmens (Konsolidierungszeitpunkt, Neubewertung von Anteilen),
  • Beurteilung der quantitativen und qualitativen Wesentlichkeit bei nicht konsolidierten Tochterunternehmen und Darstellung bei erstmaliger Einbeziehung.

6. DPR: Werthaltigkeitstest von Sachanlagevermögen

  • Werthaltigkeitstest bei Hinweis auf Wertminderung (IAS 36.12–.14) und Bestimmung der Testebene (IAS 36.66),
  • Plausibilität der Annahmen zur Ermittlung des erzielbaren Betrags,
  • Einbeziehung von Schulden bei der Ermittlung des Nutzungswerts und des Buchwerts,
  • Nachweis der Wertuntergrenze und Prüfung zusätzlicher Anhangangaben bei nicht vollständiger Erfassung der rechnerischen Wertminderung einer wesentlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Sind bei einem Unternehmen einzelne der oben genannten Sachverhalte im Geschäftsjahr 2016 bzw. 2016/2017 von besonderer Relevanz, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Aufgriff dieser Sachverhalte im Rahmen von (Stichproben‑)Prüfungen.

ESMA fordert einheitliche Anwendung von IFRS 9

Die ESMA hat eine Erklärung veröffentlicht, in der sie auf die Wichtigkeit einer einheitlichen Anwendung von IFRS 9 „Finanzinstrumente“ durch europäische Emittenten, die an einem regulierten Markt notiert sind, aufmerksam macht. Vor allem die erwarteten Auswirkungen und die Bedeutung der Umsetzung von IFRS 9 veranlassen die ESMA dazu, eine einheitliche und hochwertige Umsetzung sowie eine entsprechende Transparenz hinsichtlich der Auswirkungen gegenüber den Abschlussadressaten zu fordern. In der Erklärung geht die ESMA auf die folgenden Aspekte ein:

  • Transparenz bezüglich der Umsetzung und der Auswirkungen von IFRS 9,
  • Beachtung von Besonderheiten für Finanzinstitute/ Kreditinstitute,
  • Zeitschiene und Beispiele guter Angabepraxis für Finanzinstitute, sowie
  • nächste Schritte.

Die ESMA erwartet, dass die Forderungen im Rahmen der Abschlusserstellung 2016 bzw. 2017 und den Zwischenabschlüssen 2017 (ähnlich wie bei der Erklärung, die sie im Juli 2016 hinsichtlich IFRS 15 herausgegeben hat) berücksichtigt werden.

ESMA beendet Konsultationsprozess zur technologischen Umsetzung der EU-Transparenzrichtlinie

Die EU-Transparenzrichtlinie fordert ab dem 1. Januar 2020 eine einheitliche elektronische Veröffentlichung der Jahresberichte von Emittenten eines geregelten Markts in der Europäischen Union. Zu diesem Zweck hat die ESMA eine Konsultation angestoßen, um zu analysieren, welche Technologie für die Umsetzung des Vorhabens am geeignetsten ist. Die Konsultation hat ergeben, dass Inline XBRL die Anforderungen der EU am besten erfüllt, weil sie die Lesbarkeit für Maschinen und Menschen gleichermaßen sicherstellt. Die ESMA wird im kommenden Jahr detaillierte technische Regelungen erarbeiten und die Lösungsvorschläge testen. Im Anschluss will sie einen technischen Standard zum endorsment bei der Europäischen Kommission einreichen.