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  • Corporate Social Responsibility

Nachhaltigkeitsbericht

Viele Unternehmen erstellen zusätzlich zu den gesetzlich normierten Vorgaben zur nichtfinanziellen Berichterstattung im (Konzern-) Lagebericht (siehe NFE) auf freiwilliger Basis einen umfassenden und in sich geschlossenen (Konzern-) Nachhaltigkeitsbericht. In der Praxis der Unternehmensberichterstattung werden überwiegend Rahmenwerke genutzt, die Form, Inhalt und zeitliche Gestaltung dieser Rechenschaftslegung vorgeben. Diverse Organisationen haben in den beiden letzten Jahrzehnten auf internationaler, europäischer und deutscher Ebene solche Rahmenwerke (fort-) entwickelt. Als bedeutsamstes nationales Rahmenwerk zur Standardisierung der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) des Rats für Nachhaltige Entwicklung anzusehen. Das weltweit am häufigsten angewandte Rahmenwerk sind die GRI Standards der Global Reporting Initiative. Darüber hinaus findet die Anwendung der Prinzipien des United Nations Global Compact (UNGC) sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen zunehmend Eingang in die Nachhaltigkeitsberichterstattungen.

Rahmenwerke

Die Global Reporting Initiative (GRI) wurde 1997 von der Organisation Coalition for Environmentally Responsible Economy (CERES), dem Tellus Institute und dem United Nations Environment Programme (UNEP) mit dem Ziel gegründet, Unternehmen bei ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung zu unterstützen und gehört aktuell zu den meist verwendeten Rahmenwerken.

Die GRI-Standards bestehen aus universellen sowie themenspezifischen Standards. Zu den universellen Standards gehören folgende:

  • GRI 101: Grundlagen
  • GRI 102: Allgemeine Angaben
  • GRI 103: Managementansatz

Im GRI 101 sind u.a. die Prinzipien der Berichterstattung sowie Definitionen und Anweisungen zur Anwendung der GRI-Standards enthalten. Der GRI 102 beinhaltet insgesamt 56 Standardangaben, von welchen je nach gewählten Erfüllungsgrad (siehe unten) eine vorgegebene Anzahl an Standards erfüllt sein müssen, um in Übereinstimmung mit den GRI-Standards zu berichten. Unter dem GRI 103 haben Unternehmen den Managementansatz zu jedem wesentlich identifizierten Thema darzulegen.

Die themenspezifischen Standards umfassen die folgenden drei Standard-Reihen:

  • GRI 200: Ökonomie
  • GRI 300: Ökologie
  • GRI 400: Soziales,

die jeweils aus einer Vielzahl von einzelnen themenspezifischen Standards bestehen.

Um einen Nachhaltigkeitsbericht in Übereinstimmung mit den GRI-Standards aufzustellen, stehen die Optionen „Kern“ (Core) und „Umfassend“ (Comprehensive) zur Auswahl. Zweitere beinhaltet dabei deutlich mehr Pflichtangaben als erstere. Eine Untersuchung der DAX160-Unternehmen ergab, dass die große Mehrheit der Unternehmen nach Option „Kern“ berichtet.

Die Verabschiedung des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) erfolgte 2011 durch den Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE). Der DNK dient zum einen Unternehmen als Orientierungshilfe für ihre strategische Ausrichtung und zum anderen als Entscheidungshilfe für ihre Stakeholder durch die erhöhte Transparenz und Vergleichbarkeit der Angaben. Der DNK umfasst folgende vier Bereiche:

  • Strategie
  • Prozessmanagement
  • Umwelt
  • Gesellschaft,

welche insgesamt 20 Kriterien zu ökologischen, sozialen und ökonomischen Themen enthalten. Zu den jeweiligen Kriterien werden qualitative wie auch quantitative Informationen gefordert. Die quantitativen Angaben schließen vorgegebene Leistungsindikatoren ein, welche entweder durch Anwendung der GRI-Standards oder der EFFAS erfüllt werden.

Der DNK verfolgt das Prinzip von „Comply or Explain“, d.h. das Unternehmen hat über die Erfüllung der Kriterien zu berichten oder im Falle einer Auslassung die Gründe hierfür aufzuführen.

Das Sustainability Accounting Standards Board (SASB) wurde 2011 von der Initiative for Responsible Investment (IRI) gegründet. Das SASB stellt sektorspezifische Leistungsindikatoren für Unternehmen zur Verfügung, um ihre Nachhaltigkeitsleistung zu beurteilen, zu steuern und an ihre Stakeholder zu kommunizieren. Derzeit werden elf Sektoren mit 77 untergeordneten Sektoren bereitgestellt. Jedem untergeordneten Sektor wird ein sektorspezifischer SASB Standard zugeordnet.

Dabei enthält jeder sektorspezifische Standard:

  • Mindestanzahl an sektorspezifischen, wesentlichen Themen (Disclosure topics)
  • Anzahl von qualitativen und quantitativen Leistungsindikatoren (Accounting metrics)
  • Definitionen und Anleitung zur Anwendung des Standards (Technical protocols)
  • Anzahl grundlegender Kennzahlen zur Verbesserung der Vergleichbarkeit (Activity metrics)

Die SASB Standards greifen für jedes Unternehmen Themen auf, die aufgrund der jeweiligen sektorspezifischen Gegebenheiten sehr wahrscheinlich als wesentlich gelten.

Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts

Der Nachhaltigkeitsbericht unterliegt keiner gesetzlichen Verpflichtung, diese durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen zu lassen. Es ist jedoch in den letzten Jahren zum guten unternehmerischen Brauch geworden, den Nachhaltigkeitsbericht einer externen inhaltlichen Prüfung durch Wirtschaftsprüfer zu unterziehen.

Die Vorteile einer freiwilligen Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts durch Wirtschaftsprüfer liegen in der Erhöhung der Glaubwürdigkeit dieser Berichterstattung und in der Unterstützung des Reputationserhalts bzw. Reputationsaufbaus des Unternehmens. Weitere Vorteile ergeben sich naturgemäß daraus, dass aus der umfangreichen Prüfungserfahrung von Wirtschaftsprüfern und den Erkenntnissen aus der Prüfungsdurchführung der unternehmensindividuellen nichtfinanziellen Berichterstattung wertvolle Hinweise zur Gestaltung der internen Prozesse, zu Verbesserungspotentialen zum Nachhaltigkeitsmanagement, zur Verankerung von Nachhaltigkeitsaspekten in der Corporate Governance, zur Gestaltung der Berichterstattung u.v.a.m. von den Wirtschaftsprüfern gegeben werden können.

Unser Service

Wir unterstützen Sie gerne im Rahmen einer Aufstellung Ihres Nachhaltigkeitsberichtes. Diese Leistungen können darin bestehen, Ihr Unternehmen bei der Konzeption der nichtfinanziellen Berichterstattung, bei der Analyse der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen, bei der Auswahl eines für Ihr Unternehmen geeigneten Rahmenwerks, bei der Einrichtung von Systemen der Datenerfassung und des Monitoringverfahrens, bei der Erfassung und Konsolidierung der konzernweit erhobenen Daten und bei der Erstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung zu unterstützen.

Alternativ stehen wir Ihnen als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zur Prüfung des Nachhaltigkeitsberichts zur Verfügung. Der in der weit überwiegenden Mehrzahl angewandte Prüfungsstandard ist der ISAE 3000 (Revised) „Assurance Engagements other than Audits or Reviews of Historical Financial Information“, herausgegeben vom International Auditing and Assurance Standards Board. Hiernach können Prüfungen zur Erlangung einer begrenzten oder hinreichenden Sicherheit durchgeführt werden.

Unsere Produktblätter sowie Neuigkeiten zu diesem Thema finden Sie nachfolgend in unserem Veröffentlichungsbereich. 

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