Wir verwenden Cookies auf unserer Webseite, um Ihren Besuch effizienter zu machen und Ihnen eine möglichst angenehme Nutzung bieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Dafür setzen wir Google Analytics ein. Weitere Informationen finden Sie in unserer DATENSCHUTZERKLÄRUNG.
Aktuelles:

BREXIT: Verteuert sich der Versicherungsschutz?

24. November 2020

Daniel Troost , Partner, Financial Services Insurance |

GROSSBRITANNIEN GILT AB DEM 01. JANUAR 2021 ALS DRITTLAND

Mit Ablauf der Übergangsperiode am Ende des 31. Dezember 2020 wird das Vereinigte Königreich (UK) endgültig nicht mehr der Europäischen Union angehören (Brexit). Als Nicht-EU-Mitgliedstaat ist es dann versicherungsteuerliches Drittland.

AUSWIRKUNGEN AUF VERTRÄGE MIT UK-VERSICHERERN UND DEM LLOYDS-MARKT

Bis Ende des Jahres 2020 gelten Versicherungsunternehmen aus UK als EWR-Versicherer. Dies hat zur Folge, dass eine doppelte Versicherungsteuerbelastung der Prämien in Deutschland und dem Ort der Risikobelegenheit weitestgehend ausgeschlossen werden kann.

Ab dem 1. Januar 2021 wird sich das ändern. Sitzt der Versicherer in UK und hat der Versicherungsnehmer seinen Sitz in Deutschland, ist ein Gegenstand in Deutschland versichert oder werden Risiken einer deutschen Betriebsstätte abgesichert, so ist nicht auszuschließen, dass es neben der Besteuerung der Prämien in Deutschland auch zu einer Besteuerung der Prämien in UK kommt. Regeln zur Beseitigung einer derartigen Doppelbesteuerung gibt es nicht. In Folge dessen wird Versicherungsschutz durch britische Versicherer oder den Lloyds Markt für deutsche Versicherungsnehmer teurer.

AUSWIRKUNGEN AUF VERTRÄGE MIT EU-VERSICHERERN UND BRITISCHEN RISKEN

Durch das Versicherungsteuermodernisierungsgesetz, welches am 29. Oktober 2020 vom Bundestag verabschiedet wurde, erweitert sich das deutsche Besteuerungsrecht bei der Versicherung von in UK belegenen Immobilien bzw. registrierten Fahrzeugen von in Deutschland ansässigen Versicherungsnehmern auch wenn der Versicherer in einem anderen EU-/EWR-Staat ansässig ist. Wird die Versicherungsprämie auch in UK besteuert, so ergibt sich ebenfalls eine doppelte Belastung der Prämie mit Versicherungsteuer. Der Versicherungsschutz wird daher auch in diesen Fällen teurer.

RECHTZEITIG HANDELN - WIRTSCHAFTLICHE NACHTEILE VERHINDERN!

Zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung von Prämien mit Versicherungsteuer in Deutschland und UK empfiehlt es sich bestehende Versicherungsverträge und Masterpolicen zu überprüfen und bei Bedarf den Versicherungsschutz durch Beendigung bestehender und den Abschluss neuer Verträge zu verändern.  

HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

  • Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre internationalen Versicherungsverträge mit Bezug auf Versicherer und Risiken in UK
  • Sprechen Sie mit Ihren Maklern und Versicherungsunternehmen, um deren Sicht auf die Situation zu erfahren
  • Binden Sie bei Bedarf einen mit dem Versicherungsteuerrecht in Deutschland vertrauten Steuerberater ein, der über ein internationales Netzwerk von Versicherungsteuerexperten verfügt
  • Stellen Sie sicher, dass eine Doppelbesteuerung im konkreten Vertragsfall ausgeschlossen ist
  • Kann die Doppelbesteuerung bei bestehenden Verträgen nicht ausgeschlossen werden, so erarbeiten Sie alternative Versicherungsmodelle

BDO steht Ihnen mit ihren interdisziplinären Versicherungsexperten des Fachbereichs Financial Services Insurance gerne beratend zur Seite.