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Steuerliche Aspekte von Sustainable Finance

08. Mai 2020

Die Europäische Union hat sich nicht zuletzt durch den sogenannten Green Deal dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) hat am 24. März 2020 eine Stellungnahme zu den steuerlichen Aspekten von Nachhaltigkeitszielen veröffentlicht (Amtsblatt der EU 2020/C 97/01). Spätestens mit dieser Stellungnahme wird klar, dass das Thema Nachhaltigkeit auch eine steuerliche Komponente beinhaltet. Dabei richtet sich die Stellungnahme im Wesentlichen auf Aspekte der Transparenz im Steuerrecht. Diese betreffen sowohl den Steuerpflichtigen in seiner Berichterstattung, wie auch die Steuerverwaltungen in der Ausübung Ihrer hoheitlichen Aufgaben.

Auch auf globaler Ebene wurde im Dezember 2019 der sogenannte GRI 207: Tax des Global Sustainability Standard Boards (GSSB) veröffentlicht, der sich mit der öffentlichen Berichterstattung über Steuern auseinandersetzt.

Hierbei geht es insbesondere um die Frage, wie Unternehmen Nachhaltigkeitsaspekte in ihre Steuerstrategie- und das steuerliche Risikomanagement einbauen und hierüber Bericht erstatten.

Es ist mit einer Umsetzung von wesentlichen Aspekten in verbindliche Gesetzgebung und Richtlinien kurz- bis mittelfristig zu rechnen. Unabhängig davon wird das öffentliche Interesse an steuerlicher Nachhaltigkeit dafür sorgen, dass eine Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit auch in der Steuerfunktion von Versicherungsunternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt. 

Auswirkungen auf Versicherungsunternehmen

Bereits heute gibt es in der handelsrechtlichen Gesetzgebung Anforderungen an die nichtfinanzielle Berichterstattung in Einzel- und Konzernlageberichten (§§ 289b, 315b HGB), die für Versicherungsunternehmen bindend sind. Der Standard GRI 207: Tax greift die grundsätzliche Idee dieser Berichterstattung auf und geht noch darüber hinaus.

Der Grundgedanke von steuerlicher Transparenz und Steuergerechtigkeit, die den Initiativen auf europäischer und globaler Ebene innewohnt, wird sich auch auf die Steuerstrategie von Versicherungsunternehmen und eine transparente Berichterstattung auswirken. Die Versicherungs-wirtschaft muss daher ihre Geschäftsmodelle so ausrichten, dass diese auch Good-Practice-Ansätze für die steuerliche Berücksichtigung von und Berichterstattung über Nachhaltigkeitsrisiken (sogenannte ESG-Faktoren – Environmental, Social & Governance) berücksichtigt.

In einem sich immer stärker an Nachhaltigkeit orientierenden Umfeld wird eine zeitnahe Auseinandersetzung der Versicherungsunternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit auch in steuerlicher Hinsicht einen Wettbewerbsvorteil mit sich bringen, der den Aufwand für eine Beschäftigung mit dem Thema um ein vielfaches rechtfertigen wird.

Unsere Services

Gerne unterstützen wir Sie bei

  • der Implementierung von steuerlichen Aspekten in die bestehende Nachhaltigkeitsstrategie zur Sicherstellung eines konsistenten und einheitlichen Nachhaltigkeitskonzeptes
  • Analyse der zurzeit existierenden Berichterstattung steuerlicher Themen (z.B. im CSR-Reporting) und Abgleich bestehender Strukturen mit den Vorgaben des GRI-Standards. Hierdurch wird der Anpassungsbedarf ermittelt und Handlungsoptionen generiert.
  • Der Entwicklung einer auf Nachhaltigkeitsaspekten aufbauenden Steuerstrategie und die Implementierung der notwendigen Prozesse und Kontrollen unter Berücksichtigung von Digitalisierungsaspekten und konsistente und zeitnahe Einbindung in die Gesamtberichterstattung.
  • der Integration von Nachhaltigkeitsaspekten in das Revisionsuniversum und Durchführung von systematischen Nachhaltigkeitsaudits im Steuerbereich des Revisionsuniversums 
  • Schulung der Organe und Mitarbeiter des Versicherungsunternehmens im Hinblick auf steuerliche Aspekte von Sustainable Finance