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Aktuelles:

Dry Income - BMF plant Änderungen bei der Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen

04. Januar 2021

Daniel Troost , Partner, Financial Services Insurance |

Das Bundesministerium für Finanzen (BMF) hat am 1. Dezember 2020 einen Referentenentwurf des sogenannten Fondsstandortgesetzes veröffentlicht. Dieser sieht unter anderem eine Änderung im Einkommenssteuergesetz vor, die sich auf die Beurteilung von geldwerten Vorteilen bezieht (vgl. § 19a EstG-E).

Mit der geplanten Regelung soll die Thematik des sog. dry income gelöst werden. Davon ist die Rede, wenn ein Mitarbeiter vom Arbeitgeber kein Geld, sondern einen geldwerten Vorteil, bspw. eine Unternehmensbeteiligung, erhält. Gegenwärtig unterliegt dieser Vorgang zum Zeitpunkt der Übertragung der Einkommensteuer, was zur Folge hat, dass der Mitarbeiter auf den geldwerten Vorteil Steuern zu entrichten hat - unabhängig davon, ob dieser über die entsprechende Liquidität verfügt. Dieser Effekt hält viele Arbeitgeber und Arbeitnehmer davon ab, eine derartige Form der Mitarbeiterbeteiligungen zu wählen.  

Kern der Neuregelung: Ein geldwerter Vorteil soll erst „nachträglich“ als Arbeitslohn besteuert werden, das heißt wenn beispielsweise ein Arbeitnehmer unentgeltlich Unternehmensanteile vom Arbeitgeber erhält, die er später veräußert, unterliegt der geldwerte Vorteil erst zum Veräußerungszeitpunkt der Einkommenssteuer.

Dem Entwurf zufolge wird eine nachgelagerte Besteuerung als Arbeitslohn in den folgenden Fällen ausgelöst:

  • Veräußerung (entgeltlich und teilentgeltlich)
  • Unentgeltlicher Übertragung (z.B. Liquidation einer Kapitalgesellschaft)
  • Ablauf von zehn Jahren seit Übertragung
  • Beendigung des Dienstverhältnisses mit dem bisherigen Arbeitgeber

Eine zukünftige Wertsteigerung des geldwerten Vorteils wird steuerlich nicht als Arbeitslohn betrachtet und daher separat versteuert. Veräußert beispielsweise ein Mitarbeiter Unternehmensanteile, die er zu einem Wert von 50.000 EUR vom Arbeitgeber als geldwerten Vorteil erhalten hat, für 150.000 EUR, sind 100.000 EUR als Veräußerungsgewinn gemäß § 17 EStG zu versteuern. Zu diesem Zeitpunkt ist dann auch der geldwerte Vorteil in Höhe von 50.000 EUR als Arbeitslohn zu versteuern. Bei einem Wertverlust würde der spätere, geringere Wert der Einkommensbesteuerung zugrunde gelegt werden.

Die oben beschriebene Neuregelung soll am 1. Juli 2021 in Kraft treten.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Website des Bundesfinanzministeriums.